Skat für Freunde

Skat-Forum

Unterhaltung: Vorwürfe /Fairnisapell beim Skat und ihre Entstehung

Fast jedem passiert es hin und wieder..

Immer wieder dieses man muss schon sagen "Vorwurfsvolle" verhalten am Tisch wie: Warum hast Du nicht 18 gesagt, warum hast Du dein Blatt nicht ausgereizt, Du hättest dies oder jenes Farbspiel machen können. Warum hast Du nicht das oder das gespielt? Warum mauerst Du mit 3 Buben..und und und.

Die Dinge sind ja immer wieder Thema hier.

Das diese Vorfürfe Skatregeltechnisch unsinnig sind haben wir ja schon oft geklärt und darüber geredet.
Ich glaube jedoch das hinter diesen Vorwürfen gar nicht die Absicht steckt etwas böses vorzuwerfen sondern das es eher als "Fairnisapell" sein soll.

Aber woher kommt (im Gegensatz zu anderen Kartenspielen )
gerade beim Skat dieser spezielle Fairnisapell an seine Gegner?

Ist beim Poker jemand stinkig auf den anderen wenn er mit mit einem Drilling schiebt oder bei Black-Jack jemand sauer wenn ich bei 14 keine Karte mehr nehme..?? Bekomm ich bei Mau-Mau Vorwürfe vom Gegner wenn ich meinen Buben bis zum Schluss behalte?

War Skat ein Spiel das einem besonderen Fairnisgedanken unterstellt war? Gibt es dafür geschichtliche Hintergründe?

Weiss jemand was darüber?

(Es soll hier bitte nicht um die Berechtigung von Reizverhalten gehen sondern welche Ursprünge diese Vorwürfe haben könnten)

Sehr interessante Frage, ich bin auf die comments gespannt. LG Micha

Ich glaube, dass Skat das einfach mitbringt. Wenn ich alleine spiele, kann ich keinen verantwortlich machen, wenn ich verliere. Da bin ich für mich selbst verantwortlich. Habe ich einen Partner, auf den ich mich verlassen muss, kann ich die Last auch auf ihn schieben.

Dazu kommt noch, dass sehr selbst bewusste, laute Skatspieler auch einen guten aber ehr ruhigen so verunsichern können, dass er in seiner eigenen Entscheidung so beeinflusst und er Fehler macht aus Angst zu versagen.

Man kann das grad hier in der Skatstube sehr gut beobachten, wenn man mal bei Skatstubentreffen teilgenommen hat und die Spieler dort live erlebt.

naja, das spielen ist wie eine jagd und ist im ursprung uns angeboren.
in der natur beisst ein wolf auch schonmal vor wut im rudel um sich wenn ihm die beute abhanden gekommen ist.
nützen tut ihm das aber auch nichts, zeugt eben von aufgebautem adrenalinüberschuss.

hier wird ähnliches verhalten eben verbal abgelegt und diejenigen fühlen sich einen momentlang dadurch befreiter.

oft merken sie erst im nachhinnein welchen blödsinn sie gemacht haben.

ist zumindest meine erklärung dazu....


ist etwa so wie oddo der es bestimmt moment später wieder anders sieht was er nun mit seiner löschung aber aus ebensolcher wut heraus als "stinkefinger zeig" sich momentan gut dabei vorkam.
die spätfolgen sind aber meist schlimmer und vor allem merkt er dann das er sich den selbst gezeigt hat.

eben adrenalinschwankungen^^

Der Mensch hat von Natur aus Angst, benachteiligt zu werden und das drückt sich eben auch im Spiel oder im Sport auf die ein oder andere Art und Weise aus.

"Im Leben ist es wie beim Skat :
Manchmal drückt man die falschen Damen. "
-- Georg Thomalla --

Lach, Georg Thomalla scheint ein Heller zu sein :-) LG Micha

@watcher
ich hab da meine eigene theorie - und dabei soll das kein vorwurf an irgendjemand darstellen:

Ich denke das am eigenen unvermögen, wenn man grade eine serie hat mit vermeindlich schlechteren karten...dann bekommt man ein spiel und ausgerechnet hier sitzen die halt dumm.
Es fehlen einem aber die letzten finessen beim spiel um auch ein solches gewinnen zu können. Um dann nicht zu schimpfen oder ä. wird dann an die fairness appelliert.
(Ich schließe mich dabei übrigens ein.)

Ja gut, die Erklärungen sind bisher nachvollzierbar aber sind doch allgemein auf das spielen und den damit verbundene "Wettstreit" nämlich zu gewinnen oder nicht zu verlieren bezogen.

Warum hat aber dieser vermeintliche "Fair play"apell (z.B einem anderen sein Spiel nicht zu zerstören) beim Skat im Gegensatz zu anderen Kartenspielen so einen grossen Stellenwert?

Da ist es doch sogar eher logisch das man dem anderen soviel Steine in Form von spielerischen mitteln in den Weg legt..

Ich dachte jetzt eher vielleicht gab es früher so eine Art "Ehrencodex" unter Skatspielern.
Mauern wäre ja ein gutes Beispiel dafür.

Oder es hat damit zu tun das immer 2 gegen einen spielen und man somit auf die "Hilfe" des anderen angewiesen ist. Bei gängingen Kartenspielen gibt es das ja nicht.

Beim Fußball streitet man sich, ob der Ball im Abseits war oder nicht, beim Tennis, ob der Ball im Aus oder noch im Feld gelandet ist und beim Skat versucht der Spieler zB sein verlorenes Spiel mit dem unfairen Reizverhalten seines Gegners zu rechtfertigen. Rechtfertigungshaltungen für Verluste sind alltäglich -ich denke, das ist alles. Kein Mensch verliert gerne und dann gibt es Nuancen. Der eine ist gelassen genug, um es hinzunehmen, der nächste flippt aus dem Hemd, wie ein Kind, das bei Mensch-ärger-Dich-nicht wütend das Brett mit den Spielsteinen durch die Gegend schleudert.

google es doch. vllt findest du dort die antworten die du suchst .....

squizz das errinnert mich an meine jugend da flog das brett einmal die woche durch die gegend heute sind es beim liveskat die karten!!das spiel nennt sich 32. heb auf

Ich finde nicht das man Mau Mau und Pokern mit Skat vergleichen kann,die ersteren spielt man immer allein, bei Skat halt nicht immer ;-)
Übrigens wird auch beim Doppelkopf gemosert, ich finde es auch bis zu einer gewissen Grenze okay, das drückt halt die Enttäuschung aus.
Mir persönlich bringt es dann eher was wenn jemand sagt andersrum wäre es besser gewesen, als ein wüstes Schimpfwort.

andersrum???dag

naja z.B. erst den König dann die 9 wie auch immer ;-)

Ich glaube, das Problem liegt darin, dass die Skatspieler in ihr Spiel viel hineininterpretieren.

a) Unterhaltung
b) Möglichkeit zum Geld verdienen
c) Sport (Wettkampfcharakter)
d) feinsinnige Kunst, die man bis zur Perfektionierung entwickeln kann.
e) Spiegelbild der eigenen Weltanschauung, speziell hier auf den subjektiven Fairnessbegriff bezogen
f) Glaube, dass es situativ optimale Entscheidungen im Sinne der "Skatkunst" gibt (wie d, nur mit anderem Schwerpunkt)

und vielleicht noch einige Dinge mehr.

Wie leicht einzusehen ist, führt eine Überbetonung, speziell eine subjektiv bedingte, von Emotionen begleitete Überbetonung, der Gesichtspunkte a)b)d) e) f) bei gleichzeitiger Vernachlässigung des Punktes c) zu Vorwürfen, die zu dem, was Skat objektiv alles sein soll und auch kann, kontraproduktiv sind.

Vergleiche: Beim Pokern ist Gewinnen doch alles, ein Schafkopf muss zünftig sein, Bridge ist vollendete Kartenkultur, Schach ist ein Duell der Gehirne, Fußball ist Sport.

Ist eben alles doch eindeutig definiert.

@watcher:
in der alten Deutschen Skatordnung gab es diesen Fairness-Begriff, der bezog sich auf das Benehmen der Spieler und auf das Spielverhalten, um Extreme sanktionieren zu können.
Die Deutsche Skatordnung wurde aber durch die internationale ersetzt.
In der Internationalen Skatordnung gibt es so einen Passus explizite nicht mehr.

@Na das ist doch mal ein guter Hinweis und es klingt plausibel..

Danke Chatta...

Hast Du einen Link wo man diesen Fairnessbegriff in der alten Deutsche Skatordnung nachlesen kann?

alte deutsche skatordnung googeln und/oder beim doskv nachschauen auf deren home page.