Skat für Freunde

Skat-Forum

Unterhaltung: Wo kann man hinkommen, wenn man ein Skatturnier verlässt?

Die Überschrift bitte nicht diskutieren, soll dich einfangen für meinen Beitrag, passt aber!

Gestern hatte ich während einer Turnierpause Gelegenheit, mich in einem Nachbarraum umzusehen. Dort saßen an riesigen Tischen junge Leute, jeweils 2 gegenüber, mit einigen Zuschauern und hatten ganze Armeen aus diversen Figuren in einer Landschaft aufgebaut. Zahlreiche mehrfarbige Würfel
lagen herum, ein Maßband fehlte nicht, auch Beschreibungshefte und Erklärungskarten gab es an einigen Tischen.

Keine kriegerische Atmosphäre im Raum, höchstens auf dem Tisch. Die Koffer mit den Utensilien ließen mich ahnen, dass der Preis für eine solche Landschaft beträchtlich über den 50 ct für eine Skatkarte liegen müsste.

Das Alter des ältesten Teilnehmers dürfte die Hälfte von dem von 90% aller Skatturnierteilnehmer betragen haben.

Die meisten Skatspieler (wie ich) waren ca. dreimal so alt als die Strategiespieler.

Bitte, bitte, an die jüngeren hier - das sind wohl die meisten - versucht nicht, mir das Ding zu erklären, ich will es nicht lernen und spielen.

Ich will nur verstehen, warum diese jungen Menschen (meist vermutlich Fachhochschulstudenten) sich damit beschäftigen, Armeen in einer Phantasiewelt auf Tischen hin und her zu schieben.

Auf Befragen gaben etliche an, Skat wohl zu können und untereinander zu spielen, aber kein Interesse an Turnieren zu haben.

Okay John
naja vielleicht gefällt dir die Antwort nicht, aber sie ist nicht böse gemeint!
Die Skatgemeinschaft auf den Turnieren ist meistens schon im gesetzteren Alter ( oh weh hört sich das doof an).
Vielleicht wollen jüngere Menschen untereinander spielen, Spiele die im Moment halt mehr die Atmosphäre dieser Zeit treffen.
Hier ist es einfacher, man kommt rein setzt sich an den Tisch und geht wieder wenn man Lust hat andere Mitspieler zu treffen. Bei einem Echtzeitturnier, sitzt man etwas länger vielleicht mit gänzlich unsympathischen Leuten oder oder oder.
Wie auch immer.

Mir gefällt hierzu jede Antwort, insbesondere dann, wenn sie stimmt. Ich befürchte ja eben, dass eine solche Antwort wie deine den Kern der Sache trifft. Du hast es höflich ausgedrückt, man könnte auch sagen: Skatspielen ist ein Anachronismus und nur etwas für oft recht unsympathische alte Säcke. In meinem Alter kann ich mir diese kleine Provokation erlauben (!). Aber soll man das so hinnehmen oder versuchen, irgendwie dagegenzusteuern. Und wenn, dann wie?

Prima du hast es richtig aufgefasst.
Ja ich weiß leider auch nicht wie Skatvereine den Nachwuchs mehr fördern oder an die " Hand" nehmen können.
Wäre doch mal eine spannende Frage an die Leute die im Verein spielen.
Wie erreicht ihr den Nachwuchs?
Gibt es den Nachwuchs überhaupt?
Macht ihr Tage der offenen Tür?
Ist euer Verein bekannt und wenn ja, wie ist die Außenwirkung des Vereins?
Gibt es auch Trainingstunden extra für den Nachwuchs?
so jetzt höre ich mal auf, mir fallen so viele Fragen dazu ein lach

Darum hoffe ich ja, dass sich hier vielleicht mal die jüngeren melden, die sich, was Skat betrifft, allenfalls noch hier in der Stube tummeln, aber Skatturniere meiden.

Was ist die "Atmosphäre der Zeit"? Warum entspricht dieser ein aufwändiges Strategiespiel mehr als ein Spiel mit einem einfachen Kartenset?

Ich glaube, erst wenn diese Fragen beantwortet sind, kann man Nachwuchswerbung auf breiter Basis betreiben.

Also im Zeitalter von Computerspielen bin ich fast schon überrascht, dass "man" sich überhaupt noch in real-life trifft, um gemeinsam zu spielen, und sei es Strategie-Spiele.
Ich habe mit meiner Tochter auch sehr viel gespielt, von klein auf, Kniffel, Elfer-raus, Rommé, Monopoly, Mensch-ärgere-dich-nicht etc.
Sie wollte auch mal Skat lernen, ich sehe mich aber selbst nicht in der Lage es ihr zu erklären, zumal ja auch der 3. Mann fehlt.
Nun, sie ist 13 Jahre alt und als Mädchen hat sie z.Zt. ganz andere Interessen....
Unser Verein hier, in dem ich auch mal spielte, ist eine reine Männerdomäne, die ausschließlich in einer Kneipe ihre Spieleabende hat. Als Frau war das schon auch eine merkwürdige Situation und ich werde heute noch komisch angeschaut, wenn ich sage ich spiele gerne online-Skat... das scheint nicht zusammen zu passen....

jetzt muß ich doch mal fragen john.
wo würdest du die altersgrenze zwischen jung und alt beim skat setzen ?

ich denke mit dem einfachen kartenset geht es schon los,wenn mein sohn sich im internet ein neues spiel anschaut gilt sein erstes interesse der grafik,ist die schlecht,thema erledigt.
skat ist altbacken,wird von alten männern in kneipen gespielt,jugendliche gehen zur disco ,in die cocktail- oder tapasbar,aber doch nicht in die kneipe
ich habe eben "skatvereine in der region hannover" gegoogelt,was ich da las schrie förmlich danach "kein interesse an öffentlichkeit"
mal keine telefon nummer,mal keine angabe zu spielterminen,facebook und e-mail absolute fremdwörter
aber das grösste problem ist wohl,das man skat kaum schnell erlernen kann,fast täglich tauchen im internet neue spiele auf,jeder hat immer wieder in kürzester zeit die chanche zu den besten zu gehören und nach spätestens 2 jahren ist für die meisten ein spiel schon wieder zu alt und es muss etwas neues her
das gilt übrigens nicht nur für das internet,möchte nur daran erinnern wie schnell der hype ums pokern erloschen ist

Wenn ich mich auch mal dazu äußern darf: Ich würde sagen ich gehöre wohl in die Kategorie die John als jung oder Nachwuchs oder wie auch immer bezeichnet. Und ich muss sagen, ich spiele sehr gerne Skat weil es so facettenreich ist und außerdem eine Freizeitbeschäftigung bei der man wunderbar abschalten kann, ohn dabei zu "verdummen" sage ich jetzt mal so. Das ist vielleicht etwas krass ausgedrückt, aber wie Svonja schon gesagt hatte, spielen die meisten einfach lieber Computerspiele bzw., wenn sie weiblich sind, gehen shoppen oder was weiß ich. Ich selber habe Skat auch erst ziemlich spät gelernt, nämlich vor gut zwei Jahren.
Ich würde sagen der Grund dafür warum so wenige Jüngere dieses Spiel spielen, ist dass es ihnen entweder zuviel Denkarbeit ist^^...oder sie haben vielleicht mal die Regeln gelernt, haben sich aber dann nicht genau genug damit befasst um erkennen zu können wie viel man eigentlich beachten muss, sodass sie es einfach nur langweilig finden, weil sie ganz viele Möglichkeiten außer Acht lassen.
Und zum Thema Skatvereine muss ich sagen: Ich persönlich weiß wirklich nicht, wo und wie es in meiner näheren Umgebung einen solchen gibt, spiele auch nicht in einem Verein. Ich habe noch nirgendwo eine Anzeige oder so etwas gefunden wie man sie immer und überall für Sportvereine etc. findet.
Was ich nur schon oft erlebt habe, dass mich ein Lehrer ganz erstaunt anschaut wenn ich ihm von meinem Hobby erzähle und fragt: "Wie, du kannst Skat spielen?", als ob das wirklich nur für Ältere wäre.

@träumerin
ich glaube eher der grund warum so wenig junge menschen Skat spielen liegt wohl eher daran das die generationen sich kaum noch miteinander befassen somit kaum die möglichkeit besteht solche "alten Spiele" kennen zu lernen jeder seiner wege geht und die Interessen in andere richtungen gehen und nirgendwo miteinander vereint werden.

Susi, gibs doch einfach mal in ne Suchmaschine ein: "Skatvereine Koblenz oder Mülheim-Kärlich oder...........". Da wirste bestimmt fündig.

Ich habe die Nachwuchsentwicklung in den letzten Jahren immer wieder verfolgt und für mich ists einfach so, dass die Dachverbände auch einfach zuwenig Werbung/Publiciti gemacht haben.

Auch in der Grossstadt wie Koblenz hab ich nur noch ne handvoll Kneipen, wo man uns Oldies zum "kloppen" antreffen kann

Ich -Ü60- treffe aber auch dort fast niemanden mehr unter40 Jahren.

Na ja, da muss ich mich allmälich darauf einlassen, irgendwann mit Petrus und Gesellen zu skaten .-))))

@dackelche: natürlich werde ich da fündig das wollte ich auch gar nicht damit ausdrücken, sorry wenn das so rübergekommen ist. Ich meinte einfach nur, dass, wie du sagtest, zu wenig Werbung dafür gemacht wird.
@Seltener: das ist selbstverständlich auch ein Grund, es gibt bestimmt viele dafür. Skat wird oft als "altmodisch" angesehen. Aber ich kenne z.B. noch einige, auch in meiner Altersgruppe, die noch Skat spielen können, aber schnell das Interesse verlieren, wenn man mal länger als eine halbe Stunde oder so spielen will.

@Träumerin
Du musst die anderen auch mal ab und zu ein Spiel gewinnen lassen. Vielleicht spielen sie dann auch ein bisschen länger als ne halbe Stunde mit Dir.^^

ja wir haben wohl beide recht träumerin. finde es nur schade. wie du schon sagtest skat ist ein wunderbares spiel was in richtiger runde angenehm und entspannend sein kann und vor allem wo man nie auslernt =) gut blatt weiterhin

@LieberTeufel: das versuche ich ja^^
..manchmal klappts auch 35 Minuten lang ;-)

ich finde es auch wirklich schade, seltener. Ich spiele wie gesagt sehr gerne und kann nicht verstehen wieso so wenige es so gerne spielen. Und genau, mit den richtigen kann man dann auch noch richtig viel Spaß haben..sogar ohne besoffen in der Ecke zu liegen^^
dir auch weiterhin immer gut blatt =)

erstmal danke allen für die Beiträge; sie zeigen, dass das Thema doch recht akut ist und die Tatsache, dass zwar punktuell in Deutschland recht gute Nachwuchsarbeit getrieben wird (werden kann), aber keinesfalls flächendeckend, ist kaum wegzudiskutieren.

Kurz zu Pepis Frage: Ich erinnere mich an die Zeit, als ich aktiv Fußball spielte, bei den "alten Herren". Das war vor 25 Jahren! Jeden meiner damaligen Mannschaftskameraden im entsprechenden Alter wie damals (35) würde ich heute beim Skat als jungen Spund bezeichnen.
Ab 60 darf man bei den Senioren mitspielen!

in den heiligen gemächern eines papstes ist die zeit kaum ausreichend, sich einem skatverein anzuschließen.
Seine heiligkeit spielt neben skat auch noch gern schafkopf, beides allerdings um sich mit freunden und bekannten die zeit zu vertreiben.
Schafkopf wird ja im streng katholischen bayern eher gespielt als skat, das dann allerdings zu fast allen offiziellen anlässen, wie hüttenaufenthalt mit den alten herren des fußballvereins, geburtstagen, taufen oder auch beerdigungen.
Skat ist zwar auch ein schöne nebenbeschäftigung, allerdings auch nur um freundschaften zu pflegen. Einem skatverein beizutreten sträubt seiner heiligkeit, allzuviele protestantische preißen könnten da dabei sein, ganz zu schweigen von anderen konfessionen oder gar glaubensrichtungen. Atteisten wollen wir hier aus diplomatischen gründen erst gar nicht erwähnen.

Das gemeine volk sieht also, karteln zum erhalt der freundschaft ja, allerdings nicht als professionellen leistungssport.

Wenn es einen Skatgott gibt, dann sollte er dich für diesen Beitrag mit jahrzehntelangen höllisch schlechten Karten bestrafen.

Dieser Eintrag wurde entfernt.

Warum? Da war doch hoffentlich nichts ernst gemeint oder ernst aufgefasst!

Warum mein Beitrag gelöscht ist? Nein, ich habe den hochinteressanten Thread darin gelobt, und ausführlich meine Erfahrungen und mögliche Erklärungen genannt.

Leider wurden dann nur die ersten vier Zeilen übernommen und die nächsten 200 sind verschwunden :(

Dann hau in die Tasten Franz, und tipp den ganzen Spaß nochmal. :-)

Ich habe meine Erinnerungen von diesen Life-Skat-Abenden in unserem Verein noch mal Revue passieren lassen.
Ungewöhnlich war es sowieso, als einzige Frau zwischen all den Männern Karten zu kloppen. Es gab einige unangenehme Situationen, in denen die Herrschaften auch nach den Spielen recht aufbrausend waren, es heftige Diskussionen gab und ich ziemlich hilflos dazwischen saß und nicht verstand um was es ging, da jeder zwischenrein diskutierte. Ich wurde dann oft auch unsicher, weil ich mich "schuldig" fühlte, wenn ein Spiel, was evtl. zu gewinnen war, verloren wurde. Ob es dann tatsächlich an mir lag, weiß ich nicht...
Naja, aus beruflichen/zeitlichen Gründen bin ich dann ausgetreten...
Ich kann mir aber gut vorstellen, dass solch ein Verhalten sowohl junge wie auch ältere Spieler abschreckt, in einem Verein zu spielen. Heute würde ich das nicht mehr machen....

bei uns,2 dörfer weiter, findet 1 mal im monat ein öffentlicher preisskat statt.
letzten monat war ich das erste mal mit meinem onkel dort und wir hatten uns schon auf alte zocker eingestellt. und natürlich lag (ohne uns) der altersdurchschnitt bei 65 ;-)
wir wurden jedoch mit offenen armen empfangen und es war eine heitere,losgelöste atmosphäre.
vielleicht lags auch daran,dass jeder,der mit 4 bauern spielte oder ne schnapszahl als punkte hatte,ne runde für seinen tisch ausgeben musste^^
ich habe mich jedenfalls zwischen all den männern sehr wohl gefühlt und wir mussten versprechen,jetzt am donnerstag wieder zu kommen ;-)
vereinserfahrungen habe ich jedoch noch keine machen können,da es hier im näheren umkreis leider keinen verein gibt.