Unterhaltung: Skat vs. Schach

PeSchmi, 10. März 2020, um 02:46

Theorie: Alle, die lieber weniger auf ihren eigenen Verstand vertrauen, spielen Skat statt Schach, weil beim Skat das (Karten-) Glück dazu kommt. Schach ist "brutal", da Null Glück: Immer dieselben Figuren, immer dieselbe Startstellung. Was meint Ihr? Warum spielt Ihr Skat?

natural, 10. März 2020, um 07:36

...ich denke nicht, das es wirklich Sinn macht, Skat und Schach zu vergleichen.
Beides hat sicher seine Vor- und Nachteile.
Entscheiden tut immer der Mensch, welches Hobby man lieber praktiziert.

chrisalson, 10. März 2020, um 08:17

Spiele beides.

Skat_to_go, 10. März 2020, um 09:47

Interessantes Thema ..., neben dem Glücksfaktor gibt es noch einen entscheidenden Unterschied:
Beim Schach muß man nur in die Zukunft blicken, beim Skat aber vorderangig auch in die Vergangenheit.
Was wurde gereizt, was wurde gespielt..., beim Schach ist das irrelevant. Dort zählt nur der Ist-Zustand.

JohnJohn, 10. März 2020, um 10:07
zuletzt bearbeitet am 10. März 2020, um 10:07

Es gibt aber doch noch einen wesentlichen Unterschied. Bei einem "Langzeitspiel" oder "-sport" wie Schach und Tennis gibt es meist nach 2 oder mehr Stunden ein einziges Erfolgs- oder eben Misserfolgserlebnis. Beim Skat habe ich etwa jede Minute ein solches Erlebnis. Daher: Skat vor Schach für mich. Warum Tennis nicht infrage kommt? Kein Kommentar!

Ramare, 10. März 2020, um 10:28

Ich spiele beides!
Und es macht beides verdammt viel Spaß.
Allerdings, PeSchmi:
„Alle, die lieber weniger auf ihren eigenen Verstand vertrauen, spielen Skat statt Schach....“
Diese (deine) Aussage finde ich schon echt völlig daneben.

Schneiderfrei25, 10. März 2020, um 10:28

Erinnert mich so an einen Thread vom Juli 2019.

"Aus Spiele: bei denen kein Können erforderlich ist:"

Wurde dann gelöscht.

mmaker, 10. März 2020, um 14:13
zuletzt bearbeitet am 10. März 2020, um 14:14

Schach spiele ich um Dimensionen besser als Skat. Trotzdem spiele ich in den letzten Jahren oft lieber Skat. Ich glaube, das liegt genau an dem Punkt, den John erwähnt hat.

Dass Schach nichts mit Glück zu tun haben soll, halte ich für falsch. Da niemand (auch kein Computer) ein Schachspiel für beliebig viele Züge in der Zukunft komplett durchrechnen kann, kommt es auch auf Intuition an.

Ob meine Intuition nun gerade mit der tatsächlichen Situation übereinstimmt, hat selbstverständlich auch eine Zufallskomponente.

Wäre das nicht so, müssten dann nicht Schach-Spiele zwischen zwei Spielern immer gleich ausgehen? Stattdessen schlagen manchmal auch Mittelklassespieler Großmeister - auch wenn es zugegebenerweise selten ist.

Es gilt also eher:
- Lokal in bezug auf einige wenige Spiele haben sowohl Schach als auch Skat eine Zufallskomponente, die offensichtlich bei Skat deutlich größer ist.

- Auf lange Sicht spielt der Zufall sowohl bei Skat als auch bei Schach keinerlei Rolle.

@John: Kein Tennis? Bei mir geht ja auch nichts dergleichen, seitdem ich vor Jahren einmal zu oft Motorrad gefahren bin. Vielleicht sollten wir beide es mit Synchronschwimmen versuchen. Das Publikum wäre bestimmt begeistert ;)

Skat_to_go, 10. März 2020, um 14:51

Deine Äusserung, mm, impliziert dann aber in seiner finalen Konsequenz, daß es keine besonderen menschlichen Denkleistungen gibt.
Wenn ich Intuition als Glücksmoment definiere, dann reduziere ich menschliches Denken (also die Komponente, die per Definition als glücksfrei zu bezeichnen wäre) auf rein iterative Fähigkeiten ==》Denken kann komplett maschinell erzeugt werden!
Das halte ich für zweifelhaft, eher würde ich Intuition als die eigentlich menschliche Komponente beim Denken bezeichnen und den Glücksfaktor beim Schach allenfalls auf die Tagesform beschränken.
Man kann natürlich auch postulieren, daß die Denkfähigkeit an und für sich Glück ist, denn kein Mensch hat sich sein Gehirn selber ausgesucht..., aber das wird dann doch zu philosophisch.

JohnJohn, 10. März 2020, um 14:52

Ich habe ja schon im Fernsehen Synchronschwimmen gesehen. Ob wir da optisch mithalten können? Von der Technik erstmal ganz zu schweigen.

mmaker, 10. März 2020, um 15:04

Skat_to_go,

ich werde niemals eine Stellung und ihr Potenzial vollständig durchschauen können. Ob ich einen Zweig der Optionen zu früh verwerfe oder gedanklich zu weit fortführe, hat letztendlich Zufallsanteile.

Ganz einfaches Beispiel: Eventuell spiele ich an einer gewissen Stelle nach meinen subjektiven Kriterien (möglicherweise auch objektiven Kriterien) suboptimal. Viel später stellt sich aber herraus, dass dies genau der gewinnende Zug war, ohne dass irgendjemand auf diesem Planeten das vorhersehen konnte. Kommt häufig real vor.

Ist das etwas anderes als Glück?

Ich behaupte ja keineswegs, das Schach ein Glücksspiel ist - dass es aber überhaupt nichts mit Glück zu tun hat, ist zu kurz gedacht.

mmaker, 10. März 2020, um 15:06

JohnJohn,
egal. Wäre auf jedenfall ein Risenspass :)

Skat_to_go, 10. März 2020, um 15:11

mm, lass uns erst mal die Definitionen schärfen!
Zufall?
Glück?
Denken?

Und noch eines ..., relativ ungewöhnlich für Dich, aber ich hab beim Lesen Deines Beitrages das Gefühl bekommen, Du hast meinen Beitrag nicht ganz verstanden, oder nicht ganz gelesen?
Aber da lieg ich vielleicht auch falsch ....😉.

Letztlich zu Deiner alles entscheidenden Frage :

Ist das etwas anderes als Glück?
Die Frage mag ich tendenziell eher mit "ja" beantworten.

mmaker, 10. März 2020, um 15:24

Zufall ist ein klar definierter Begriff.

Glück ist, wenn ich aufgrund Zufall ein für mich positives oder positiveres Ergebnis erhalte.

Denken kann ich nicht exakt definieren. Das kann im Gegensatz zur landläufigen Meinung bislang niemand. Deshalb kommen viele Leute ja auch auf so komische Ideen, es könnte sowas wie KI geben.

Ich weiss nicht, ob das nun irgendwie hilft. Glaub eher nicht.

Ich hab jedenfalls nach meiner Wahrnehmung beim Schach ab und zu Glück. Ich hab genauso auch mal Unglück dabei und dann sogar schonmal gegen meine 7-jährige Tochter verloren (aber nicht weitersagen) :)

natural, 10. März 2020, um 15:49
Dieser Eintrag wurde entfernt.

JohnJohn, 11. März 2020, um 10:09
zuletzt bearbeitet am 11. März 2020, um 10:12

Ich glaube, dass es in der ganzen Diskussion doch um subjektive Definitionen geht. Jedes Ereignis - oder das Ausbleiben davon - beruht doch immer auf mehreren Komponenten. Diese Komponenten unterliegen eben teilweise unserem Einfluss (was im weitesten Sinne etwas mit Können zu tun hat), teilweise sind sie aber unserem Einfluss entzogen, (was man dann eben gemeinhin mit Glück in Verbindung bringt).

Nehmen wir erstmal das Skatspiel: Ist es Glück, einen 90% igen GO zu bekommen? Ist es Können? Frage 1 wohl eindeutig ja, Frage 2 ebenso eindeutig nein.
Wie sieht es aus, wenn der GO angesagt und verloren wird? Selbst dann hängt doch die Beurteilung von verschiedenen Komponenten ab. Unterbricht vielleicht der GO - im Überschwang gespielt - einen positiven Lauf oder dreht er eine Pechsträhne um im Erfolgsfall? Ist die Entscheidung vielleicht im Hinblick auf eine Prämie von 50 € richtig (nachvollziehbar) oder wiegt es schwerer, weil sie Chancen auf Serien-, Tages- oder Jahreswertung im Verlustfalle stark reduziert? Solche Entscheidungen, bzw. ihre Folgen können - natürlich auch auf andere Situationen übertragen - zurecht als Glücksfaktoren angesehen werden aber die Entscheidungen als solche beinhalten etwas, das ich als psychologisches Können bezeichnen möchte.

Ich denke nun noch eine Situation, die nichts mit Spiel zu tun und überlege mir, ob ich im Negativfall einfach Pech gehabt hätte oder ob ich einen Fahrfehler gemacht hätte.
Ich fahre nachts aus einem Parkplatz heraus in eine weit einsichtbare, gerade, Bundesstraße. In einer weiten Entfernung, die ich bei Tempo 100 als völlig ungefährlich eingeschätzt habe, sah ich Lichter (in meiner Fahrtrichtung). Zügig beschleunigte ich sofort nach der Einfahrt. Mit gefühlten 160 wurde ich überholt, mit ebenso gefühlten 160 kam einer entgegen. Eine Kollision konnte der überholende Fahrer gerade noch durch sein Einscheren vermeiden. Hatten wir nicht alle 3 Glück? Haben alle schwerwiegende Fehler begangen und damit gezeigt, dass sie keine Könner sind?

Wichtiger als die Entscheidungsfrage Glück oder Können erscheint es mir doch, mit den Komponenten, die für Entwicklungen maßgeblich sind, zu seinem eigenen Besten umzugehen.

zigarre, 11. März 2020, um 20:47

john, das ist zuviel, kannst du bitte die essenz nochmal posten.

MissiC, 11. März 2020, um 20:54

Schlimmer noch wäre wenn meine Ohren das alles hören müssten. So kann ich einfach weiter scrollen🤷‍♀️🥳

zigarre, 11. März 2020, um 21:07

missi, ich bin da voll bei dir, frauen reden halt gern, zuhören ? naja

MissiC, 12. März 2020, um 05:51

Wir haben eben die Gabe Unwichtiges auszublenden😉

JohnJohn, 12. März 2020, um 09:06
zuletzt bearbeitet am 12. März 2020, um 09:07

Ok, die Essenz: Ich habe schon in vielen Bereichen des Lebens - also nicht nur im Skat - Diskussionen über Unvermeidbarkeiten des "Schicksals" erlebt. Letztlich im Volksmund eben als Pech oder Glück bezeichnet. Und ich bin der Überzeugung, dass weit weniger Umstände dem Einfluss der Menschen - den man wiederum mit "Können" bezeichnet - entzogen sind, als man glaubt.
Klarer geht es nur mit Beispielen, aber das wird dann wieder zu viel. Oder höchstens noch mit einem Sinnspruch: Wir haben viel mehr in unseren Händen, als wir glauben.

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