Skat für Freunde

Skat-Forum

Unterhaltung: Regulierungswut

Ich greife die Anregung von Thebrain gerne auf.

Meine Behauptung ist: Die Generation der heute 80 bis 90-jährigen hat Wörter wie Gehorsam, Obrigkeit, Kritiklosigkeit, Regeln, "Zucht und Ordnung", Scheuen von Risiko, Gesundheitsbewusstsein und ähnliches für sehr wichtig genommen. Es muss dabei gar nicht um Politik gehen, obwohl ein Zusammenhang denkbar ist. Die heute rd. 60-jährigen haben versucht, in ihrer Jugend solche "Zöpfe" abzuschütteln. Sie denken wohl auch heute noch freiheitlicher als ihre Eltern es je gedacht haben. Kaum vorstellbar ist doch zum Beispiel, dass eine langjährige Kassiererin wegen "Diebstahls" von Leergut im Wert von 1 € entlassen worden wäre (also von einem Chef, der vor 30 Jahren 30 Jahre war)

Um Generationenkonflikte geht es mir auch nicht, sondern eben darum, dass die Generation der heutigen Twens und älter (sagen wir mal so bis 40) ein Gedankengut hat, das mich eben - sollte dies nur mein subjektiver Eindruck sein, wäre ich ja froh - verdächtig an das meiner Eltern erinnert. Rauchverbot mag ein Beispiel sein, ich will aber bewusst nicht irgendeinen Aspekt hochkochen, sondern die Diskussion allgemein - und unwissenschaftlich - halten.

Also bitte: Widerlegt meine Einstellung, stimmt ihr zu oder ignoriert einfach meine Gedanken! Klar sollten sie jetzt wohl sein!

Es ist gar nicht so einfach zu formulieren, was mich genau stört. Die Kameras sind es zum Beispiel nicht unbedingt. (siehe Beitrag zum Thema "modernes Denken" Und das Gewaltpotential ist ja ein komplexes Thema, schon mit einem gewissen Zusammenhang hier, aber mir geht es eigentlich um was ganz anderes.

Beispiele: Verkehrsregeln, Rauchverbot. Heute möchte man am liebsten überall Tempo 30, Tempolimit auch auf Autobahnen wäre doch toll (zumal es ja die anderen Ländern auch alle haben, also muss es doch richtig sein), Einschränkungden der Freiheit, wo immer es geht.

So viel Freiheit wie möglich, so wenig Einschränkung wie nötig! Wenn dieser Gedanke etwas mehr sich in den Vordergrund drängen würde, wäre das bestimmt nicht schlecht.

Eine Diskussion über Einzelfälle ist da nicht unbedingt hilfreich, mir geht es eben um eine grundsätzliche Haltung, mit der man an die Lösung von Fragen herangeht, um nicht mehr, aber auch nicht um weniger.

der mensch braucht regeln, sonst leben wir in der anarchie...

natürlich: vergleiche doch einfach mal die Wortzahl der 10 Gebote (die auch für einen Atheisten gelten, in etwa jedenfalls) mit der von der amerikanischen Unabhänigkeitserklärung und der über den Export von Karamelbonbons. Letztere zu kürzen oder gar diese Verordnung ganz zu streichen, wäre der Beginn der Anarchie. Und eine Senkung der Zahl der Verkehrszeichen deren Fortsetzung! :-))

Wenn der Mensch nur wenigstens nicht vergessen würde, dass er die Regeln beherrschen sollte und nicht sie ihn!

279, 300 , 25911 ,

10 gebote

da hät ich auch noch was

http://www.witze-welt.de/index.php?page=view_texte.php&kat=33

;=())))

@John2 ... Wenn das Individuum Mensch nicht selbständig Rücksicht nimmt und der Sinn der Freiheit darin besteht, das zu tun, nach was dem Einzelnen dünkt, ohne die Auswirkungen auf das Umfeld zu bedenken, so muß dieses halt mit Regeln eingeschränkt werden! Ich sag mal selber schuld :-) Es sagt doch schon alles aus, wenn auf einem Papp-Kaffeebecher darauf hingewiesen wird, das der Inhalt heiß ist, obwohl dies doch eigentlich logisch ist! Zu Hause kommt der Kaffe doch auch nicht lauwarm aus der Maschine! Und das nur um Klagen wegens Körperverletzung etc vorzubeugen. Wenn Raucher etwas mehr Rücksicht auf Nichtraucher nehmen würden, dann würde es keine Rauchverbote geben, wenn die hochmotorisierten Autos weniger drängeln und rasen würden, käme auch niemand auf die Idee, Tempolimits einzuführen. das lässt sich alles noch fortsetzen :-) aber das Ursprungsthema war ja ein anderes! Nur, wenn Du auf Regeln und Freiheiten ansprichst, warum eröffnest Du dann das Thema mit den Beatles? :-)
Ich kann Dir sagen, es gibt sicher viele junge Leute, die darum Kämpfen würden, das der Verkauf von Alkohol altersunabhängig ist, genauso Tabakwaren, das man schon mit 16 Auto fahren darf, Jungs keine Strafe befürchten wollen, wenn sie mit einer frühreifen 14jährigen ausgehen und rummachen wollen. Wie Du schon selber anführst, unsere Welt ist ein regelrechtes Regulaturium ;)

warum kann man den nicht den missglückten Ansatz (Beatles) vergessen! Ich hab nun schon mehrmals versucht, mein Anliegen so hinzudrehen, dass die Kernfrage verständlich ist:

Diese ist: Sollen wir nicht mehr darauf achten, dass wir Regeln beherrschen und nicht die Regeln uns?

Keine Beispiele mehr, von meiner Seite, nur noch diese Frage. Keine Angst vor Anarchie, nur noch davor, von unüberlegt angewandten Vorschriften benachteiligt zu werden.

Lektüre: "Computer streiten nicht" von Damon Night.

mann gottes!

ich habe dir im laufe der wiederkehr deines anliegens individuelle beispiele als auch isbn gegeben!

lesen wäre für dich echt eine alternative!

deine emanzipationsprozesse in allen ehren, aber jetzt nur einige ratschläge:

1) den begriff "moderne" vergessen.
2) nicht sich an längst obsoleten regeln aufreiben.
3) sich symboltheoretisch mal auf einen neueren stand bringen.

usw. usw.

die wut trägst du (sic) in dir...

Dieser Eintrag wurde entfernt.

hä??!! ist das ein philosophieforum???

nein, das ist kein Philosophieforum. Es wäre mir auch nie eingefallen, ein solches Thema hier überhaupt reinzustellen, wenn ich nicht bei Diskussion über Regelanwendung beim Skatspiel in einem anderen Forum hier diese angesprochene Tendenz entdeckt hätte, dass viele eben dazu neigen, sich von Regeln beherrschen zu lassen, statt sie zu beherrschen. Zwar gingen diese Diskussionen um Dinge wie Farbe zugeben, die technisch ausgeschlossen sind, aber auch um Bemerkungen zum Spiel, die auch hier denkbar sind.

Wer Lust hat, kann sich ja diese sehr intensive Diskussionen reinziehen (Deutscher Skatverband, Skat-Community 32). Das Abgleiten ins Grundsätzliche und das Abdriften z. B. in Verkehrsregeln oder eben ins Philosophische war nur ein Nebenprodukt.

Wer keine Lust hat und der Meinung ist, dass es im Skatbereich keine wichtigeren Grundsatzfragen wie den Mischalgorhythmus im Onlineskat oder die Qualität der Spielweise seiner Mitspieler im On- und Offlineskat gibt, kann sich ja raushalten.

Für wen es aber wichtig erscheint, ob wir eine Spielregel als ein von Spielern aufgestelltes, sinnvoll weiterzuentwickelndes Werk oder als ein von irgendwoher aufgezwungenes Dogma betrachten müssen, das trotz etwaiger Fehlformulierungen, nicht sinngemäß, sonder wörtlich beachtet werden muss, der mag diskutieren.

Wer dann noch bereit ist, den dahinter liegenden verallgemeinernden Gedanken von mir zu sehen und ihn nicht als Philosophie oder subjekte Wut verdammen will, der mag auch über diskutieren.

Wer nicht, soll es halt lassen und sich in andere Freds einklinken. Wo, bitte, liegt das Problem?

Gebe Brecht Recht! Wo liegt Dein Problem mit Regeln John2? Die meisten wurden nicht umsonst aufgestellt und ergeben auch Sinn. Ich habe Beispiele gebracht, worauf Du, John2 aber auch nicht wirklich eingehst. Wenn meine Anmerkung nicht das war, was Du erhofft hast, dann formuliere genauer, worauf Du hinauswillst... Zu Deinen Bsp von Skatregeln: Auch diese haben Sinn, da es sonst zu vielen Streits und Diskussionen kam/kommt, bestes Bsp immer noch Überreizung durch Buben im Skat. WO liegt DEIN Problem mit Regeln? WO fühlst DU Dich von ihnen beherrscht? Regeln werden angewendet, oder dezent umgangen.

dass Skatregeln nötig sind, ist wohl klar, spiele ja selbst seit 20 jahren Turnierskat und bin Schiedsrichter. Dass bestimmte Sachen eindeutig zu regeln sind, z. B. Bube im Skat, ist wohl auch klar. Das Problem liegt in deinem letzten Satz vergraben.

Ich bin nämlich dafür, dass Regeln die aufgestellt werden, bestimmten Kriterien entsprechen müssen, an Hand derer ihre Berechtigung laufend überprüft werden sollte. Diese sind:

1. Angemessenheit 2. Praktikabilität 3. Einsichtigkeit
4. Kontrollierbarkeit.

Eine Regel, von der ich es billigend weiß, dass sie "dezent umgangen" wird, hat eben ihre Berechtigung in meinen Augen verloren.

Als eine Gegenposition zu meinen Gedanken sehe ich eine Einstellung, die etwa so lautet: Niemals den Sinn von Regeln hinterfragen, wenn eine Regel da ist, dann ist das auf jeden Fall so in Ordnung. Wer zu blöd ist, sie zu umgehen, wird eben, wenn er dabei erwischt wird, bestraft.

Wenn meine Meinung Anarchie sein soll, na gut. Wenn diese Einstellung (siehe oben) die richtige sein soll, auch gut, bzw. dann ist sie es halt, auch ohne meinen "Segen". Wenn man dann diese Einstellung auch noch als "modern" titulieren will, gebe ich eben auf und denke mir meinen Teil über die richtige Entwicklung sinnvoller Regeln und ihre Anwendung.

Ich denke Regeln sind dazu da, das gemeinsame Leben zu regeln, aber sie sollten immer wieder überdacht oder den neuen Situationen angepasst werden,. Einigen Regeln würde das bestimmt gut tun
Vom " blinden" Gehorsam gegenüber diesen halte ich auch nichts, bis auf einige die nicht diskutier bar sind klar.

Das ist doch mal eine Ansatzdiskussion :) Gebe Euch beiden, Dag und John2 Recht, wenn Regeln ihren Sinn verlieren oder nicht mehr "zeitgemäß" sind, sollten sie überdacht und angepasst oder aufgehoben werden!
Dabei sollte Jeder sollte den Sinn und Grund "hinterfragen"! Allerdings nur, wenn da etwas zu hinterfragen ist ;)
1. um den Sinn zu verstehen und 2. auch um besser beurteilen zu können, ob und in welcher Form die Regel nötig ist oder nicht! Dies trifft überall zu, ob bei Befehlen von Ranghöheren in der Bundeswehr, ob bei Anweisungen oder Vorschriften innerhalb von Behörden, oder Gesetzen und Regeln im allgemeinen. Gerade bei dem Miteinander von verschiedenen Generationen (hauptsächlich von Eltern aufgestellte Regeln) sollte der Sinn beim aufstellen IMMER besprochen werden! Kinder sollten von früh auf verstehen, warum diese Regel aufgestellt wurde und können auch selber aufzeigen, ob diese Regel noch notwendig ist oder nicht mehr! Ich finde es schlimm, wenn Eltern zu Ihrem Kindern sagen, dies und das darfst Du nicht, ohne dies zu begründen! Genauso zB wie die oben angeführten Tempo30zonen. Können Sinn machen, tun es aber oft nicht.
So das war mein Solibeitrag zum Thema :-)

danke, lang hats gedauert - lag an mir - bis meine Gedanken transparent wurden. Wir sind auf dem Punkt!

heureka

wenn jetzt noch ein messias erscheint,der in der lage ist,leuten wie brecht zu erklären,wie sehr sie mit ihrem intellektuelem geschwafel die gesellschaft blockieren,welch selige zeiten (sorry für die rechtschreibung)

"wenn jetzt noch ein messias erscheint,der in der lage ist,leuten wie brecht zu erklären,wie sehr sie mit ihrem intellektuelem geschwafel die gesellschaft blockieren,welch selige zeiten (sorry für die rechtschreibung)"

alles klar, pol pot - das gehirn!

ich werde eure von strahlender erkenntnis durchzogenen beiträge nicht mehr mit meinem geschwafel verdunkeln!

mfg. b.b.

Eyh du da eyh,
Es wandelte vor einigen Zeiten
ein Messias, der wollt uns verleiten
aber auch er konnte nicht jeden bekehren
denn es lies sich nich jeder belehren
Und ohne einen Brecht und ähnlich Intellektuelle
wär unsere Sprachentwicklung fade, Gelle?

tja, und als Bayer muss ich bekennen, dass die Regulierungswut in unserem Lande wieder gesiegt hat. Den Stolz vieler, dass wir nun das strengste Rauchverbot in ganz Deutschland haben, kann ich halt nicht teilen. Viele in meiner Generation (+/- 10 Jahre) auch nicht. Meine Eltern hätten sich genauso wie die jüngere Generation darüber gefreut!!! Genau darum geht es mir! Ist das nun Fortschritt? Diese Dominanz von Regeln und Verboten?
Bevor mir wieder einer unterstellt, ich hätte ein Problem mit Regeln: Ich habe nur eines mit den Folgen von unüberlegten Regeln und mit Menschen, die sich von Regeln beherrschen lassen, statt diese zu beherrschen.

john,du stösst auf taube ohren,
ich glaube lenin hat mal gesagt "wenn man die deutschen zur demo auf dem bahnhof aufruft,lösen sie zuerst eine bahnsteigkarte".der deutsche braucht seine regeln und verbote und am besten noch arbeitslager für jeden der nur daran denkt,sie zu missachten.
freiheit ist nur was für terroristen,die diese dann missbrauchen

@John2

tja

so weit geht das rauchverbot doch garnicht,
fällt doch noch unter "leben und leben lassen".

ich bin nichtraucher, und hab auch nicht viel für raucher übrig,
aber sie dürfen doch noch vor der tür rauchen,
oder glaubst du, das gefällt mir, da durch den qualm
zu müssen.
ich stelle bei rauchern immer fest,
wie selbstverständlich sie in das leben anderer eingreifen,
sie zuqualmen und dann beleidigt sind, wenn man sie drauf aufmerksam macht.

also mal zum provozieren,
mein rauchverbot:

in allen öffentlich zugänglichen örtlichkeiten,
kneipen, geschäfte, ämter ,öffentliche parks usw
in der nähen von eingängen (mindesten 10m entfernt),
gleiche gilt für bushaltestellen.

und von diesen für mich selbstverständlichen einschränkungen für raucher, die die raucher, eigentlich aus höflichkeit. den anderen gegenüber, selbst und freiwillig praktizieren sollten, sind wir noch weit entfernt.
das ist immernoch ein rauchverbot light.

mfg lothar

rauchverbot saufverbot was kommt noch alles wir sind mündige bürger.ich hab noch nie geraucht aber ich akzeptier die raucher trotzdem lg.