Unterhaltung: Mauern - gibt es das überhaupt?

Ex-Stubenhocker #195270, 27. Juli 2016, um 13:38
zuletzt bearbeitet am 27. Juli 2016, um 13:39

Wer Skat mit "Herz" spielt, reizt dieses Spiel, wie sackl schon geschrieben hat, ohne mit der Wimper zu zucken bis 45; danach schaut mal halt weiter. Im ungünstgsten Fall hat man einen 6-Trümpfer, wenn es normal läuft einen 7-Trümpfer.

Wenn man im Übrigen mit 4 Jungens im Gegenspiel nicht erfolgreich ist, hat man doch gerade nicht alles richtig gemacht.

Ex-Stubenhocker #193538, 27. Juli 2016, um 13:39

Weg-sagen OHNE sicheres Spiel auf der Hand ist eine legitime Option....sogar für Vielspieler...;)
Sichere Spiele erkennen geht immer mit vorhandener Spielstärke einher und daher sollte man sich eben bei eher schwächeren Spielern mit den Maurervorwürfen zurückhalten.

SAXON, 27. Juli 2016, um 13:46

Gut - ich sage mal - in 9 von 10 Fällen gehe ich auch bis mindestens 50. Aber in dem Fall, auch weil ich noch unter dem Negativ-Eindruck vom gerade 2 Spiele vorher stattgefundenen verlorenen Grand mit 4 stand, hatte ich bei diesem Spiel eben ein ungutes Gefühl, und wollte mal nicht alles auf eine Karte setzen. Ich denke dass es auch legitim ist auf sein Bauchgefühl zu hören, wenn die Sache nicht astrein ist, und der eine Gegner voller Enthusiasmus mit seinem Reizen loslegt.

Ex-Stubenhocker #188170, 27. Juli 2016, um 13:47

Mir zumindest hat geholfen,das ich wenigstens in VH war,da kann man zumindest die Trümpfe ziehen.

Ex-Stubenhocker #195270, 27. Juli 2016, um 13:59
zuletzt bearbeitet am 27. Juli 2016, um 14:00

Ok, Frau Saxon, aber Sie wissen natürlich, dass auch nach einem verlorenen Spiel dieselben Wahrscheinlichkeiten gelten. Aber das Schöne am Skat ist ja, dass auch "weiche" Umstände eine Rolle spielen. Der eine wird nach einem verlorenen 60er übervorsichtig, ein anderer sagt sich "So, jetzt erst recht" und noch ein anderer nutzt diese Befindlichkeiten aus.

Im Zweifel setze ich immer auf das AS, weil ich dann in der Lage bin, das Spiel selbst zu steuern. Beim GS bin ich ja immer noch auf den Partner angewiesen, was ich auch noch einzuschätzen habe.

SAXON, 27. Juli 2016, um 14:18
zuletzt bearbeitet am 27. Juli 2016, um 16:45

Das kann ich vollauf bestätigen. Auch ich reize trotz selber Karten, je nach persönlicher Befindlichkeit und in Abhängigkeit der Aktivität der anderen Spieler, jedes Spiel unterschiedlich. Man kann auch sagen ich reize nach Lust und Laune. Ich möchte aber auch für den Gegner nicht "ausrechenbar" werden, so dass ich zum psychologischen Spielball eines anderen Mit-Spielers werde, der mich quasi lenkt.

Es gibt aber auch ganz banale Gründe um zu "mauern", manchmal will ich auch gerade im Moment ein Spiel nicht, weil ich was aus dem Kühlschrank holen will oder den Briefkasten leeren will, Telefon klingelt, oder sonstwie abgelenkt bin, man hat ja noch andere Dinge um die Ohren. Teilweise bekomme ich meine Karten noch nicht mal mit, weil ich kurz weg bin - das kommt zu meiner Schande sogar desöfteren täglich vor. Da bin ich halt mal 1 Minute weg vom Spielgeschehen. Ich kehre aber, im Gegensatz zu vielen Anderen hier, immer wieder zurück. Wie spielen hier halt auch nicht um die Weltmeisterschaft oder den Olympiasieg - das ganze hier dient der ganz banalen Zerstreuung, gespielt wird, zumindest in der Skatstube und der Kneipe, um Spielgeld - man sollte das Ganze auch nicht wichtiger aufhängen als es eigentlich ist.

Die Statistiken haben einen Wert und eine Aussagekraft nur hier, nicht ausserhalb der Skatstube. Hier kann man sich seine Gegener aussuchen, hier weiss jeder dass man es mit angeblich unrealistischen Kartenvergaben, sowie angeblich unrealistischen Positiv-/ wie Negativ-Serien zu tun hat. Man kann gut Punkte gegen Anfänger sammeln, wenn man es darauf anlegt, viele Anfänger verlieren vor dem aufladen einen Grand-Hand-Ouvert um den Mitspielern etwas Gutes zu tun. Ich habe mit diesen sinnlos verlorenen Grand-Ouverts bestimmt schon 1000 Mark verdient(ohne das zu wollen), ausserdem spielt man hier nicht gegen den Durchschnitts-Skatspieler, sondern meist gegen die Unterdurchschnittlichen, weil die Guten sich in der Zockerstube befinden, dadurch sinkt das gesamte Niveau nach unten, und der gesamte Geldstand ist in Wirklichkeit geschönt, und nicht der, wie er bei einem realen Tisch wäre. Deshalb gelten halt die ganzen Werte nur hier, und nicht ausserhalb - sind damit nutzlos, nicht das Papier wert.

Ex-Stubenhocker #195270, 27. Juli 2016, um 14:32

Voll und ganz Ihrer Meinung, Frau Saxon, wobei zumindest der Kühlschrank sich in unmittelbarer Nähe zum PC befinden sollte. So weit, jedes Mal das Telefon stumm zu schalten, muss man nicht unbedingt gehen.

SAXON, 27. Juli 2016, um 14:44
zuletzt bearbeitet am 27. Juli 2016, um 14:50

Das Thema Wahrscheinlichkeiten ist auch sehr gut.
Ist schon mal jemand aufgefallen, dass man viele kommende Spiele hier, quasi voraussagen kann. Wenn ich eben ein Null-/Null-Ouvert spiele, erfolgreich oder nicht erfolgreich ist dabei egal, bekomme ich mit grosser Wahrscheinlichkeit als nächstes ein Spiel mit 3 Bauern, was meist ein Grand ist. Und so gibt es hier nach meinem "Erleben" viele immer wiederkehrende Mechanismen - der Fall muss nicht so eintreten, die Wahrscheinlichkeit ist aber überproportional relativ hoch, dass er so eintritt. Ist das auch Anderen schon mal aufgefallen. Oder drehe ich nun völlig am Rad?

Ich mache den Machern hier deshalb keinen Vorwurf, man kann nicht alles hinbekommen wie in echt. Und man muss sich halt auch mit den Gegebenheiten zufrieden geben. Alles in allem ist das hier Super aufgezogen, dass es hier viel mehr zu loben gäbe, als man als Kritik äussern kann. Das wollte ich auch mal sagen.

Hannes, 27. Juli 2016, um 15:03

SAXON, wenn Du das Gefühl hast solche Vorhersehbarkeiten entdeckt zu haben, dann kannst Du sie jederzeit prüfen, indem Du Dir Deine Spiele im Nachhinein noch einmal anschaust.

Ich habe das gerade bei Dir gemacht:

In den letzten 200 Spielen mit Deiner Beteiligung, hast Du 22 Null-Spiele angesagt. In einem einzigen Fall gab es im Anschluss ein Spiel mit mindestens 3 Buben für Dich.

Da ich nicht davon ausgehe, dass wir beide überproportional unterschiedlich definieren, ist das der klassische Fall der verzerrten Wahrnehmung. Bekommt man nach einem Null eine Oma, denkt man sich “aha, ich habs doch geahnt” und bekommt man keine Oma, ist es ja nichts Außergewöhnliches und schnell wieder vergessen. U.a. deshalb kann man die Spiele auch im Nachhinein noch einmal prüfen.

Ex-Stubenhocker #90462, 27. Juli 2016, um 15:07

mauern ist feige

Skat_Engel, 27. Juli 2016, um 15:11

keiner wird gezwungen 18 zu sagen 😄

Ex-Stubenhocker #193538, 27. Juli 2016, um 15:16

...andauernd erfolglos mit zu offensiven Bemühungen auf dem Allerwertesten zu landen könnte u.U. auch eine Art von offenbarter Dummheit sein....

natural, 27. Juli 2016, um 15:57

...jeder entscheidet doch für sich selbst wieviel sein Blatt wert ist. Ein erfahrener spieler reizt sicher mehr Blätter an als der unerfahrene. Dann gibt ja noch die Offensiver und defensiven Speilvarianten im Skat.
Das macht doch auch den Reiz dieses Spieles aus.
Von daher bin ich der meinung das jede Reizung eben seine berechtigung haben mag. Ein mancher das nur anders sieht.

SAXON, 27. Juli 2016, um 16:36
zuletzt bearbeitet am 27. Juli 2016, um 17:01

Ok - lassen wir es bei der verzerrten Wahrnehmung.
Wobei der Zeitraum der letzten 200 Spiele gerade mal 0,1% meiner Gesamtspiele abdeckt. Das sind ja gerade mal die Spiele, die ich gestern und heute gespielt habe. Ich rede aber von Erfahrungswerten seit 2009. Ich kann mich da aber auch täuschen, es ist OK. Ich erhebe auch keine Kritik daran.
Ich wollte auch nur mal fragen, ob das Anderen auch schon mal aufgefallen ist. Es ist natürlich möglich dass meine angebliche Wahrnehmung hier totaler Quatsch ist, und da überhaupt nichts dran ist, die Möglichkeit hatte ich ja oben bereits auch schon mit einbezogen. Es braucht sich also deswegen niemand die Arbeit zu machen, meine Spiele 3 Jahre zurück zu gehen, so viel interessiert mich das selber nicht mal. Ich habe mich ja nicht mal entschieden, ob ich das besser oder schlechter finde, wenn es denn so sein sollte, oder eben auch nicht. Aber Dankeschön für ihre Mühe mal für 200 Spiele nachgeschaut zu haben - Herr Hannes.

Porgeir, 27. Juli 2016, um 16:51
zuletzt bearbeitet am 27. Juli 2016, um 16:51

Es gibt auch immer noch Menschen, die TATSÄCHLICH GLAUBEN, dass beim Roulette

- die Chance auf rot grösser sei, als auf schwarz, weil davor 10 mal hintereinander schwarz kam........
Ist natürlich genauso absurd, wie einen Grand zu erwarten nach einem Nullspiel.

natural, 27. Juli 2016, um 16:55

...ich bin ja auch schon einige wochen hier in der skatstube und habe auch schon öfters mal real gespielt.
das mit der wahrnehmung ist allerdings wirklich ein interessanter faktor.
das spielen an sich ist vom unterschied zwischen skatstube und real spielen schon recht groß. das kann und soll das internet auch nicht auffüllen. Man schnakt nebenher mehr, als dem chat im internet.
bei 10 schnellen spielen hier, nehme ich weniger für mich mit, als im realen skatspiel.
bei der kartenverteilung empfinde ich den unteschied gar nicht mal so groß.
Sogenannte Serien habe ich bei beiden schon des öfteren erleben dürfen.

SAXON, 27. Juli 2016, um 17:03
zuletzt bearbeitet am 27. Juli 2016, um 17:09

Haben Sie schon mal Roulette am Computer gespielt? - Oder am besten mit einem Spiele-Programm?

Ich habe früher mit 5 verschiedenen CD-Rom-Programmen Skat gespielt gegen 2 Computergegner, dort wurde auch argumentiert dass alles auf reinem Zufall aufgebaut sei. Nach meinen Erfahrungswerten waren dort aber genau die Probleme überdeutlich, die der Skatstube von verschiedenen Seiten immer angedichtet werden.

Und bei meiner Roulette-CD-Rom kam niemals mehr als 4X diesselbe Farbe hintereinander.

Deswegen bitte, reales Skat mit realem Roulette vergleichen.

SAXON, 27. Juli 2016, um 17:11

Hat die italienische Fussballnationalmannschaft auch eine "ängstliche" Taktik?
Ansonsten gebe ich Ihnen recht.

Ex-Stubenhocker #195270, 27. Juli 2016, um 17:22

Die Antworten von Frau Saxon haben ganz überwiegend Hand und Fuß. Da sehen einige Power-Talker mit ihrem blablabla schon recht alt aus. Respekt!

Porgeir, 27. Juli 2016, um 17:35

Möglicherweise bin ich naiv.

Ich spiele auf fast allen Skatseiten - überall erfolgreich.
Und ich lasse mir den Glauben nicht nehmen, dass die Mischprogramme reell "arbeiten".
Dadurch, dass ich auch sehr viel offline gespielt (und gewonnen) habe, ist es einfach für mich, festzustellen, dass es online wie offline fast identische Resultate für mich gibt.
Wer jetzt "Skatstubentussi" zu mir sagen will, darf das gerne tun - eher das Gegenteil ist Realität....

Porgeir, 27. Juli 2016, um 17:39

Ja - Frau SAXON besticht durch fundiertes Wissen und eine hervorragende, emotionslose Darstellung.
Eine riesen Bereicherung hier....

Wupperhannes, 27. Juli 2016, um 17:45

Den Einlassungen von sackl_reloaded ist nichts hinzuzufügen.

Blatt anschauen, Gewinn- und Verlustkarten sehen, Reizung der Mitspieler und vor allem die eigene Position am Tisch beachten.

Das war`s, mehr oder weniger ist nicht.

Gut Blatt

Ex-Stubenhocker #195270, 27. Juli 2016, um 17:55
zuletzt bearbeitet am 27. Juli 2016, um 17:56

Gerade im Netz tut es wohl, wenn einem user nicht ständig mit dem nackten Hintern ins Gesicht springen.

SAXON, 27. Juli 2016, um 18:05
zuletzt bearbeitet am 27. Juli 2016, um 18:34

Vielleicht hat man auch einfach Angst vor der Vorstellung dass der Computer inzwischen dasselbe Niveau erreicht hat wie in der Realität - das will man nicht wahrhaben. Mir kam es auch immer hier so vor, als wenn es besondere Spiele und besondere Kartenverteilungen hier öfter gibt als am realen Spieltisch. Das mag aber auch der Realitätsverzerrung geschuldet sein, dass ein Computer einfach nicht so gut sein darf, wie das wirkliche Leben. Wenn der Computer jetzt wirklich zu 100% dasselbe leistet wie am realen heimischen Skattisch, dann macht mir das reale Angst. Man scheint dass ja aber alles belegen zu können, wobei ich persönlich zu dumm bin, um das wirklich zu verstehen. Ich bin aber auch naiv davon ausgegangen, dass die CO-Werte auf den Schildchen neben den Diesel-Neuwagen im VW-Autohaus tatsächlich der Wahrheit entsprechen, habe mir auch erklären lassen und selbst recherchiert wie man das technisch erreicht, und ich habe daran geglaubt, und sogar gemeint es logisch verstanden zu haben. Vielleicht ist es auch hier im Skat so eine Art Glaubensfrage. So richtig glaubhaft beweisen kann man das eh nicht, so dass Alle hier zweifellos zufrieden sind. Aber egal, dieses Programm hier kommt der Realität zumindest sehr nahe, und das weiss ich zu schätzen, ob es nun 95%, 97%, 99% oder gar zu 100% mit der Realität mithalten kann, das wird sich nur schwerlich beweisen lassen, das Gegenteil aber genauso wenig. Solange es keine Nachteile für mich bringt, ist es mir auch egal. Es besteht halt nur die Möglichkeit dass es geringfügig anders ist als am realen Tisch, nicht besser, nicht schlechter, nur einen Hauch anders. Sind aber vielleicht auch alles nur verzerrte Wahrnehmungen(Spinnereien) - wer weiss das schon.

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