Unterhaltung: Kultur

natural, 22. März 2013, um 16:19
zuletzt bearbeitet am 22. März 2013, um 16:19

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macwing, 22. März 2013, um 17:52

klar ist die Welt bunter geworden und wen interessiert dabei noch die deutsche Sprache?

Besonders in Berlin zu beobachten. Ein regenbogenfarbiger Regierungschef, der es meisterhaft schafft diese Stadt in den finanziellen Abgrund zu steuern. Dazu multikulturelles Leben mit Kuenstlern und hohem Auslaenderanteil.
Ok, nichts gegen einzuwenden, wenn man es sich leisten kann. Aber es ist schon erstaunlich, dass die weniger bunten Bundeslaender die Kosten tragen muessen.

marco1707, 22. März 2013, um 18:00
zuletzt bearbeitet am 22. März 2013, um 18:02

na ja macwing,glaubst du wenn alle nur über deutsche dichter und die ach so schöne deutsche sprache schwadroniert hätten,wären wir auf dem stand von heute?
das rad wäre noch nicht erfunden,einen thomas edinson oder graham bell würde niemand kennen und guttenberg hätte auch wohl nie den buchdruck erfunden!!!
nicht falsch verstehen ich finde die deutsche sprache wichtig und man sollte sie auch halbwegs beherrschen,nur finde ich halt es gibt wichtigeres als zu wissen "dem dativ ist dem genitiv sein freund" oder so ähnlich!!!
p.s.kann mir von den "deutsche sprache" experten mal jemand plausibel erklären warum es im deutschen du und sie gibt,aber in sonst keiner sprache?

Dumba, 22. März 2013, um 18:00

Wer meint Kultur sei das, was gestern war, und damit unverrueckbar Richtig, der irrt.
Kultur, genau wie Sprache, entwickelt sich, aendert sich, verschwindet, oder geht in einer anderen Kultur auf.
Pizza, Chop Suye, Lasagne, Doener, Hamburger, Hot Dog, Pommes, Ketchup, Majonnaise, Nudeln, Kartoffeln, Papaya, Mango,Bananen, usw ohne Ende.
Nichts davon ist Deutsche Kultur, oder Kulturelle Kueche.
Und was esst ihr so das ganze Jahr?
Pastinaken, Schwarzwurzeln, Hirsebrei?
Also darf die Sprache sich aendern.
Jeden Tag, weil niemandmehr Toefte sagt, und Prima ist auch nicht mehr "in".
Die Dichter vergessen? Nein, niemals.
Den damaligen alles nachmachen?Nein, niemals.

marco1707, 22. März 2013, um 18:17

noch eins!
unterricht sollte so sein,dass das gebotene als wertvolle gabe empfunden wird und nicht als eine harte pflicht!
so oder so ähnlich zitat albert einstein!

Breaki, 22. März 2013, um 18:27

Marco hallo,
ich hatte mir eigentlich vorgenommen, nichts mehr zu der achso verachtenswerten Rechtschreibung zu sagen, dennoch. Wenn jemand ständig schreibt: "Ich hohl mal die Maschiene", dann tut das halt nun mal manchen weh. Ich sage nichts gegen die, denen das Verstehen reicht, ich bitte nur um Verständnis für die anderen.
Die Geschichte mit dem Du und Sie verstehe ich auch nicht, aber: "tu connais" und "vous connaissez" funktioniert genauso.....In dem Fall bin ich aber bei Dir, da gefällt mir Englisch besser, you know? :-)

marco1707, 22. März 2013, um 18:52
zuletzt bearbeitet am 22. März 2013, um 18:53

breaki
da bin ich doch ganz bei dir, ich sagte doch auch "das die deutsche sprache wichtig ist und man sie halbwegs beherrschen sollte" zumindest so weit das andere beim lesen oder rätseln kein augenkrebs kriegen!
p.s.ich sollte mal wieder die schulfranzösisch kenntnisse auffrischen!

macwing, 22. März 2013, um 19:12
zuletzt bearbeitet am 22. März 2013, um 19:20

in der englischen Sprache gibt es sehr wohl das " du" und das " Sie". Beides heisst " you" , aber es kommt darauf an mit wem man spricht.
Frage an einen Freund:" where was you yesterday?" Gleiche Frage an einen Fremden: " where were you yesterday?"
Das " you" bekommt eine andere Bedeutung.

Ja, es stimmt, dass Aenderungen eintreten. Gerade, wenn man im Ausland lebt. Aber auch Farbvielfalt hat irgendwo seine Grenzen.

Ex-Stubenhocker #119940, 22. März 2013, um 19:20
zuletzt bearbeitet am 22. März 2013, um 19:47

mein senf:

"wer, wenn ich schriee, hörte mich denn aus der engel ordnungen?" RMR

ausgerechnet den unbehausten RMR als kronzeugen "deutscher kultur" auszuwählen, das grenzt ja schon an wissensverweigerung; aber dann noch dreist den ausgelutschten "panther" als beleg im gepäck führen, das ist borniert.

nicht nur "bäckerblume", "apotheken-umschau" und der abreisskalender des skoda-händlers reüssieren nahezu monatlich mit diesem poem, nein ---, spätestens ab 1,0 promille einsamkeit muss "der panther" herhalten, wenn sonst gesprächsstoff zur neige geht ...

rilke rotiert derweil im dunklen, aber demnächst schillert bestimmt noch die glocke um die deutsche ecke, muahahaha

mfg. pflanze

ps. @marco: erfindergeist und kunstverständnis finden oft zusammen, aber das wirst du bestimmt wissen!

marco1707, 22. März 2013, um 19:57

pflanze
dein letzter absatz stimmt voll und ganz,beides schliesst sich nicht per se aus und ob du es glaubst oder nicht,hin und wieder lese ich sogar deine zeilen gerne!^^
aber es muss doch auch erlaubt sein das menschen mit den alten dichtern und lyrikern nichts anfangen können.daraus gleich abzuleiten das die deutsche sprache ausstirbt ist doch hahnebüchen!!!

Ex-Stubenhocker #119940, 22. März 2013, um 20:48
zuletzt bearbeitet am 22. März 2013, um 21:01

lieber marco,
über das aussterben könnte die pflanze ein lied singen!
aber ich mag heute nicht singen, nicht zur λύρα und auch keine fan-gesänge - daher musste ein anderer singen: (1950)

Fragmente,
Seelenauswürfe,
Blutgerinnsel des zwanzigsten Jahrhunderts -

Narben - gestörter Kreislauf der Schöpfungsfrühe,
die historischen Religionen von fünf Jahrhunderten zertrümmert,

die Wissenschaft: Risse im Parthenon,
Planck rann mit seiner Quantentheorie
zu Kepler und Kierkegaard neu getrübt zusammen -

aber Abende gab es, die gingen in den Farben
des Allvaters, lockeren, weitwallenden,
unumstößlich in ihrem Schweigen
geströmten Blaus,
Farbe der Introvertierten,
da sammelte man sich
die Hände auf das Knie gestützt
bäuerlich, einfach
und stillem Trunk ergeben
bei den Harmonikas der Knechte -

und andere
gehetzt von inneren Konvoluten,
Wölbungdrängen,
Stilbaukompressionen
oder Jagden nach Liebe.

Ausdruckskrisen und Anfälle von Erotik:
das ist der Mensch von heute,
das Innere ein Vakuum,
die Kontinuität der Persönlichkeit
wird gewahrt von den Anzügen,
die bei gutem Stoff zehn Jahre halten.

Der Rest Fragmente,
halbe Laute,
Melodienansätze aus Nachbarhäusern,
Negerspirituals
oder Ave Marias.

Gottfried Benn. Gedichte in der Fassung der Erstdrucke. Frankfurt am Main 1982, S. 379.

ps.: "kultur" wünschen/fordern immerzu die banausen ...

Ex-Stubenhocker #119940, 22. März 2013, um 21:02
zuletzt bearbeitet am 22. März 2013, um 21:07

und jetzt du, gallenstein ...
mit fahne im garten,
zieh nach "brechen", dann habe ich
keine wortfindungsstörungen
wenn ich deinem nick begegne.

natural, 22. März 2013, um 21:14

...wahrlich wahr der Worte schar
...Die Geschichte vom fliegenden Robert
Wenn der Regen niederbraust,
wenn der Sturm das Feld durchsaust,
bleiben Mädchen oder Buben
hübsch daheim in ihren Stuben.
Robert aber dachte: Nein!
Das muß draußen herrlich sein!
Und im Felde patschet er
mit dem Regenschirm umher.
Hui, wie pfeift der Sturm und keucht,
daß der Baum sich niederbeugt!
Seht! den Schirm erfaßt der Wind,
und der Robert fliegt geschwind
durch die Luft so hoch, so weit.
Niemand hört ihn, wenn er schreit.
An die Wolken stößt er schon,
und der Hut fliegt auch davon.
Schirm und Robert fliegen dort
durch die Wolken immerfort.
Und der Hut fliegt weit voran,
stößt zuletzt am Himmel an.
Wo der Wind sie hingetragen,
ja, das weiß kein Mensch zu sagen.

Heinrich Hoffmann

marco1707, 22. März 2013, um 21:23

hm ich bin raus aus der nummer,meine gedichte kommen von einem gewissen "google"!^^

Dumba, 22. März 2013, um 21:51

Hmmm.
Nur weil sonst das Beispiel von Mcwing eventuell Schule macht.
Es heisst im Englischen immer:
Where were you yesterday.
Egal ob Freund oder Fremder.
"was" ist die Vergangenheitsform 1. Person Singular.
I was shopping. Ich war Einkaufen.
You were shopping. Du warst einkaufen, oder Sie waren Einkaufen (foermlich).
They were shopping. Sie waren einkaufen, also ganz viele Leute waren das, :-)
Der Amerikanische Slang haelt zwar Einzug ins Englische, aber dadurch wird es nicht Englisch, sondern ist dann eben Slang.
So wie man im Ruhrpott sagt: Mach mir nicht das Hemd am flattern.
Das wird nie echtes Deutsch, aber im Pott ist es trotzdem richtig.

RobyderHund, 22. März 2013, um 21:59

Hinter eines Baumes Rinde sass die Made mit dem Kinde.

Es gibt Schlimmeres! Lass uns Skat spielen.

Ex-Stubenhocker #119940, 22. März 2013, um 22:02
zuletzt bearbeitet am 22. März 2013, um 22:12

menno, dumba!

im englischen heisst es so:
http://www.youtube.com/watch?v=Xfgqi-UahE8

Dumba, 22. März 2013, um 22:07
zuletzt bearbeitet am 22. März 2013, um 22:08

Yes, you'll never walk alone, 'cause you have a friend.
Aber Scousers oder Liverpudlians helfen uns beim Englisch nun auch nicht weiter, lach, das waer ja wie Tegtmeier als Deutschlehrer.

Ex-Stubenhocker #119940, 22. März 2013, um 22:11
zuletzt bearbeitet am 22. März 2013, um 22:13

you've got the right thing, bling bling

by the way, isn't it culture?

RobyderHund, 22. März 2013, um 23:32

he made himself me nothing you nothing out of the powder - das trifft es doch, oder?

Ex-Stubenhocker #119940, 23. März 2013, um 00:00
zuletzt bearbeitet am 23. März 2013, um 03:14

leider ein wahrhaftiges nein!

tiefenpsycho logo

die wellen landen - immer ran,
das ist nur das dumme meer.
in नई दिल्ली fällt es schwer.
(sehr)
das sein, das sein und was fliegt an?
der zuschauer:
der macht nix her.

für sopur:
http://www.youtube.com/watch?v=nixpndTjPlY&list=PL8BA1C36EFD3E00E6

Ex-Stubenhocker #144394, 23. März 2013, um 11:37
zuletzt bearbeitet am 23. März 2013, um 11:37

Pflanze,
Ich schrieb von deutschsprachigem, nicht von Kronzeuge deutscher Kultur.

Es macht den Anschein, dass Einige den Sinn dieser Zeilen nicht verstehen. Warum entbrennt solch eine multikulturelle Diskussion?

Ich wünschte mir nur, dass man sich mehr an Altes erinnert ohne dabei konservativ zu denken.

Der Verfall der deutschen Sprache schreitet unaufhaltsam voran. Und mit ihm, kulturelle Identität und nationale Identität.

Das heißt NICHT, sich anderen Kulturen zu verschließen. Ganz im Gegenteil.

macwing, 24. März 2013, um 19:57

stimme Dumba zu. US/Canadaenglisch ist nicht beispielgebend. Daran ist aber auch zu erkennen, dass sich auch die englische Sprache veraendert.

Ex-Stubenhocker #119940, 24. März 2013, um 20:18
zuletzt bearbeitet am 24. März 2013, um 20:28

hey, RMR ...

immerhin steht dein statement unter dem ephemeren begriff: "kultur und noch'n gedicht"!

... und wenn ich mir schon eine fleißarbeit erlaube, inhaltlich darauf eingehe, aus der schwergängigsten schublade meines schädels ollen literaturhistorischen kram wühle, - dann wäre es mehr als gerecht, auch mit entsprechendem enthusiasmus und nicht mit bockmist zu antworten.
vom verpissen mal abgesehen ... :-)

Ex-Stubenhocker #107338, 24. März 2013, um 20:26

so ein Kulturbanause der RMR !

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