Skat für Freunde

Skat-Forum

Skat-Strategien: Zögern beim Skat. Ist das (noch) fair?

Folgende Situation:

Ihr haltet in VH:

Kreuz-Bube Karo-Bube Pik-Ass Kreuz-König Kreuz-Dame Kreuz-Neun Kreuz-Acht Herz-König Herz-Dame Herz-Sieben

Ihr hattet euch dazu entschlossen, 23 zu halten und 24 zu passen.

MH spielt Pik.

1. Herz-Sieben Herz-Zehn Herz-Acht
2. Herz-Bube Karo-Sieben

Soweit die Situation klar. Man kann davon ausgehen, dass MH

Pik-Bube Herz-Bube Pik-Zehn Pik-König Pik-Dame Pik-Neun Pik-Acht Pik-Sieben Herz-Ass Herz-Zehn hält und Schneider spielen muss. Selbst macht man 2 Trumpfstiche auf Kreuz-Bube und Pik-Ass, allerdings muss der Partner 2x Volle schmieren, damit das hinhaut.
Spielt der Gegner aber Pik-Bube nach, muss mein Partner aufgrund der Reizung von 3 alten Jungs ausgehen und wird wohl maximal ein Bild legen.

Deswegen hält der Spieler mit den 3 Trumpf im 2. Stich nun inne. Nach 20 Sekunden wird er vom AS gefragt, was los sei. Antwort: "Ich denke nach."
Schließlich legt er Karo-Bube. Wenn HH nicht begriffstutzig ist, hat er kapiert, was Sache ist.

Frage: Ist diese Möglichkeit der Anzeige legal, noch legal, verwerflich, aber nicht bestrafbar, oder illegal?

Es gibt keine andere Möglichkeit, als sie als legal zu betrachten. Aus dem einfachen Grund, dass man das Nachdenken weder verbieten, noch jemand vorschreiben kann, wann und wie lange er nachdenkt. Um so wichtiger ist, den AS vor Grenzüberschreitungen wie Zusatzbemerkungen, auffälliges Hineindonnern und so zu schützen.

legal und folgerichtig!

Kann mir nicht vorstellen, dass EG die Frage ernst gemeint hat!

Hab aber auch mal ne Frage.
Spiele in Vh einen Null! Kreuz is klar! Karo iss klar! Herz hab ich nicht!
Das Problem ist Pik König und Pik 7!
Ich spiele Pik 7 auf, um den Gs vorzumachen, ich hätte nur die blanke 7 gehabt! Mein Plan funktioniert und ich kann im 2. Stich den König auf Herz abwerfen.

War das aufspielen der Pik 7 ein ilegales täuschen meiner Gegner und muss ich mich jetzt schämen?^^

stell dich in die ecke - lt40 - ist ja genauso schlimm wie ne 7 drücken :)

LT, das war durchaus ernst gemeint. Selbst wenn etwas durch die Regeln nicht verboten werden kann, ist ja immer noch nicht gesagt, dass man es auch tun sollte. Spiele ich beispielsweise einen Grand ohne 4, bei dem die Gegner im 1. Stich Bube ziehen, wobei ich natürlich nicht bedienen kann, und merke dann im 5. Stich, dass ich nicht mehr gewinnen kann, so kann ich (meines Wissenstandes nach, der schon etwas älter ist) Karten reinwerfen und Spielsieg verlangen, wenn einer der beiden Schreiber auf der Liste notiert hat, dass ich ohne 4 spiele.

Die Frage ist, wo man die Grenze setzt. Ich persönlich war in diesem Beispiel VH und habe eben so lange überlegt, bis auch mein Mitspieler sein Hirn angeworfen hat. ;)
Beruhigend, dass es niemand verwerflich findet, denn ich empfand es schon als ziemlich grenzwertig...

Bei Kontre/Re drücke ich sehr gerne auf Kontra, ohne mein Spiel zu riskieren. Und.....klappt sehr oft!
Und ist erlaubt.

EG, ich glaube als Schiri, dass dein Wissensstand in diesem Falle nicht zu alt ist, sondern sozusagen auf der Höhe der Zeit. Mir ist ein Urteil bekannt, das das vorzeitige Aufschreiben (z. B. wegen Info durch Schauen in die Karten) natürlich für den AS auf Forderung Spielgewinn bringt. Aber in Fällen, bei denen sich die Bubenzahl direkt aus dem Spiel ergibt, kenne ich kein Urteil. Kann natürlich auch bedeuten, und bedeutet es wahrscheinlich, dass noch niemand für einen solchen Fall, den du nennst, eines eingereicht hat. Wäre das der Fall (entweder als theoretische Anfrage oder eben bei einem Realfall mit Protest der anderen Partei) wüssten wir, ob das ISKG hier eine mögliche Beeinflussung sieht, die ja in der Gedächtnisstütze bestehen würde. Wie man dann über dieses Urteil denkt, ist die andere Sache.

generell kann man 3 Situationen unterscheiden, die ich so beispielhaft darstelle:
1. Grand: AS sticht mit Karo-Bube, zieht Kreuz-Bube, 2 Buben fallen; Schreiber: "mit 1"

2. AS zieht Herz-Bube, Karo-Bube wird zugegeben; Schreiber "mit 3"

3. AS zieht Kreuz-Bube, Herz-Bube wird zugegeben, Schreiber (der in die Karten eines der GS schaut, also des Bubenbedieners) "mit 1"

Dabei ist natürlich Fall 3 klar, Spielgewinn für den AS! In Fall 2 ist es nur praktisch offensichtlich, denn theoretisch könnte ja auch ein schwarzer Bube beim GS stehen.

Fall 1 ist eben nur die Frage der erlaubten "Gedächtnisstütze".

Interessante Diskussion, bezieht man die menschliche Komponente mit ein (was natürlich im Fall 3 nicht sein darf). Wie wird dann in 1. und 2. gewertet?

Breaki, ich habe ja geschrieben, dass für 1. und 2. eben noch keine Urteile vorliegen. Bei Fall 1 kenne ich kaum einen Schiri - auch kaum einen Spieler, der das verlangen würde - der hier auf Spielgewinn AS entscheiden würde. Bei Fall 2
kann ich mir das vorstellen. Ich würde in beiden Fällen nicht auf Spielgewinn AS entscheiden.

Fall 2 wäre aber schon Grenzwertig.
Macht sicher wenig Sinn, auf Herz Bauer Karo Bauer zu legen, wenn noch Kreuz Bauer auf der Hand liegt. Habe es aber schon bei anderen Spielern gesehen.

Fall 2.
Der MH Spieler legt Karo Bube in Erwartung das der HH Mitspieler den Pik Buben hat.
Nun schreibt der Schreiber mit 3.
Noch wusste HH nicht das MH den Kreuz nicht hat, nun weiss er es. Das ist Grenzwertig.

es ist grenzwertig. Würdet ihr im Ernstfall tatsächlich der Forderung auf Spielgewinn entsprechen?

Ich als Schiri? Nein.

Tja Dumba!
Ich als Spieler auch nicht.

Als Schiri hast du aber nach festen Regeln zu urteilen.

Und steht es in den Regeln, dass das Spiel gewonnen ist, dann hast du auch so zu entscheiden.

Das ist das Los eines Schiris!

Andere Situation.
Beim Fussball pfeift ein Schiri einen Elfmeter nicht. (Klare Fehlentscheidung)
Nun gleiche Situation bei den Gegnern.
Als Zuschauer würde man/ich sagen, "bitte auch nicht pfeifen, da dann ausgeglichen ist".

Als Schiri muss er aber Elfmeter pfeifen, da er sonst eine 2te Fehlentscheidung treffen würde.
Und Schiris werden nun mal nach Leistung (in Form von richtigen Entscheidungen) gemessen.

Klar, nur: Bist du dir sicher, dass du als guter Skatschiri eine solche Entscheidung zu treffen hast, bzw. steht es in den Regeln so? Sooo klar ist der 4.2.9. nun wirklich nicht formuliert. Wie schon geschrieben, wenn ein Urteil vorläge, wäre das genauso bindend, wie ein eindeutiger Wortlaut.

Weiß ich nicht. Ich meinte ja auch, wenn es in den Regeln so stehen würde.

Wenn der Fall in den Regeln stehen würde, wäre das Regelwerk sehr dick, weil dann noch mindestens 100 andere, oft diskutierte Situationen geklärt wären, bzw. würden.

Ich denke, man müsste in jedem Fall der Forderung nach Spielgewinn stattgeben. Ich würde als Schiedsrichter den Alleinspieler allerdings nachdrücklich fragen, ob er diese Forderung stellen will, zumindestens in Fall 1 und auch ein wenig in Fall 2.

Ich würde es halt einfach als Schreiber lassen...
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Mal noch eine andere Turniersituation, wie ich sie häufig erlebe. Angemerkt sei, dass die Spieler am Tisch bei dieser Art Turnier nur selten direkte Konkurrenten sind.

Zwei Spieler reizen, Beispiel:

MH geht bis 22, VH überlegt, dann ein unsicheres "ja"
MH geht bis 33, Vh überlegt, dann ein zaghaftes "ja"

MH grinst mit dem Kommentar: "ich würde das lieber lassen" und bietet 36. Daraufhin geht VH raus.

MH spielt ein Farbspiel mit 3, bei dem es vor der Findung in einer Farbe 4, sonst 5 Trümpfe gehabt hätte.

Ist diese Warnung legal?

Vielleicht noch als Anmerkung, dass VH und MH zwar keine Freunde sind, sich aber gegenseitig sympathisch finden und daher keinen "reinlaufen" lassen wollen.

EG:
Ich weiß die richtige Antwort nicht.
Was ich aber weiß ist die Tatsache, dass Sympathie oder sonst was das Urteil nicht beeinflussen darf.

Daher ist deine Anmerkung - für das Urteil - völlig uninteressant.

Soviel ich weiß, ist jede Reaktion oder Aussage, die ein Spiel beeinflussen kann immer für den AS zu werten!

Wir befinden uns im Reizvorgang, da gibts noch keinen AS.
Die Anmerkung war deswegen, dass klar ist, dass die Aussage nicht "gelogen" ist, um sich beispielsweise eine NO zu erschleichen und VH vom Grand abzuhalten.

Solange kein AS da ist, wie in diesem Fall, ist alles erlaubt, außer z. b. Anschauen des Skates; das führt dann zum Reizausschluss.

ich sage so:

wie wäre meine welt ohne das zagen?
welches tempo ... was gäbe zeit vor?
die beschleunigung - kaum zu ertragen ...
spiel schneller!
die zeit: nicht mehr zu fassen.
erleben und schweben,
erinnerungen kauft man im store,
es mag manchmal haken im leben ---
geben!

das sind so fragen...

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