LouisDega, 10. Februar 2026, um 14:44
Distel:
Dass du insgesamt Erträge erzielst, habe ich nicht in Abrede gestellt. In dem Segment, das hier in Rede steht, wirst du aber mit hoher Wahrscheinlichkeit Negativerträge erzielen, da nicht davon auszugehen ist, dass du ständig mit Spielern spielst, die Lack gesoffen haben.
Distel, 10. Februar 2026, um 15:05
Nein, die sortiere ich i.d.R. aus.
Wenn mein Mitspielender 24 ansagt, halte ich mit meinem Kreuzblatt diese. Wenn jener auch ein Kreuzblatt hat, habe ich evtl. Pech gehabt und\oder ein richtig spannendes Spiel. Wenn jener z.B. Karo Hand spielt, weiß der dritte Spielende, welche Farbe auf meiner Hand stark ist. Kommunikation ist mir wichtiger als nüchterner Erfolg. Ich sitze ja zum Spielen am Tisch.
Ramare, 10. Februar 2026, um 15:56
zuletzt bearbeitet am 10. Februar 2026, um 15:58
Distel:
wenn du 24 hältst und bei 27 passt, dann weiß dein Partner das du Kreuz stark hast? Aha!
Distel, 10. Februar 2026, um 16:06
Ja, natürlich. In meiner Welt hat Kreuz einen Spielwert von 24.
Distel, 10. Februar 2026, um 16:08
Wenn du keine 24 hältst, erwarte ich einen Haufen Luschen in deiner Hand.
Zwei verschiedene Philosophien.
VETTELmitmTURBO, 10. Februar 2026, um 16:17
Die Hebereizung hat sich etabliert?
Wäre mir neu.. wobei natürlich das ein sehr diffiziles Ding ist... Hebereizung ist nicht gleich Hebereizung...
man kann durchaus sinnvoll reizen, ohne ernsthaft noch mit dem Alleinspiel zu rechnen - und alles fair /ohne reine Schikane!
Da muss man schon trennen! Heben, um jemandem das Spiel zu erschweren, aber mit eigenen Optionen hat wohl jeder schonmal gemacht und ist ja auch absolut legitim u nachvollziehbar, gerade wenn die Luft dünn ist und es mal wieder um jeden Punkt, evtl gar im direkten Vergleich zur Konk. am Tisch, gehen sollte!
Hingegen Heben, weil man ahnt dass einer ein bestimmtes Spiel auf der Hand hat, ohne dass man selbst den gereizten Wert überhaupt in ein Alleinspiel umsetzen kann, ist ganz klar definiert: Abreizen!!
kurzum: Heben = dünnes Eis...
so einfach sollte man es sich da mMn nicht machen...
Schönes "sauberes" klassisches Hebebsp:
in HH
40 reizen bzw bis 40 hören - dann weg
kreuz doppelt u karo 3fach (auch null hand oder pik doppelt) rausgenommen u je nach Fasson G oder Herzhandspiel Möglichkeit sowie potenziell den Partner auf Herzstärke eingestellt
Vicious_Hank, 10. Februar 2026, um 16:45
Hier ein sehr interessantes Beispiel zur Hebereizung (Abreizung) aus der Skatliga, allerletztes Spiel der Liste: #410.273.640
Meine Ansage war wir brauchen das Spiel wenn es irgendwie geht (wir lagen hinter GYPSYs Team ca. 60 Punkte zurück).
Ich hätte tatsächlich die 22 gegeben und quasi abgereizt, was die Sache richtig spannend gemacht hätte.
Mein Teamkamerad meinte zurecht er hätte nix und passte.
Liebe-ist-alles, 10. Februar 2026, um 16:50
zuletzt bearbeitet am 10. Februar 2026, um 16:50
Ja das Reizverhalten ist immer Streitbar, denn es gibt da verschiedene Perspektiven.
A) Nicht jeder hat 40 Jahre Skaterfahrung.
B) Mancher spielt nur aus Spaß, ohne ein Profi werden zu wollen.
C) Jedes Spiel ist anders.
D) Auf Turnieren wird oft sehr defensiv gereizt um selber ja kein Spiel zu verlieren.
E) Man sollte nicht aus seiner eigenen Erfahrung auf andere Sch(l)ießen.
F) Der Faktor Mensch. Nicht jeder Tag ist gleich gut.
G) Es gibt defensive und offensive Spieler. Auch beim Reizen.
Und sicher noch vieles mehr.
Mir hat mal jemand gesagt:
Ein sehr guter Skatspieler stellt sich auf Reizverhalten und Skatspiel seiner Mitspieler ein.
VETTELmitmTURBO, 10. Februar 2026, um 16:54
die 22 wäre aber auch nicht abgereizt gewesen mMn... schwacher 4 trümpfer mit seitenass, guter chance karo 10 zu bekommen sowie auch noch Null-Hoffnung... das wäre schon noch legitim denk ich:) bei 24 zu passen wäre auf jeden Fall abgereizt
Vicious_Hank, 10. Februar 2026, um 16:59
halt du mich ruhig für schon noch fair
- und was wäre bei 27 (Karo Hand) ?
VETTELmitmTURBO, 10. Februar 2026, um 17:09
nee, karo hand is nixx, dann ohne ass im beiblatt - das wäre doch pure spekulation aufn stock! wenn man das noch fair fände müsste man genau so 48 gelten lassen - könnten ja 2 asse liegen -.- irgendwo sind auch grenzen=)
Amateurius, vor 2 Tagen
Ich passe in der Regel auch auf meinen Reizwert, um die Weichen fürs Gegenspiel zu stellen und habe trotzdem eine eher offensive Quote. Bei guten Spielern, die auf ihren Wert verlässlich passen, bedeutet eine passe auf 23 kein gehaltenes Pikspiel, sondern eine Pikhebe und für den Partner in VH: Finger weg von Pik (außer du hast Kontrolle) und damit kann man das Spiel schon ganz gut stellen. Genauso kann man mit dem zuverlässigen Reizen auch die lange Farbe des Partners treffen, ohne eine 10 kaputtzuspielen und damit entweder den Gegner ins blanke Ass einschieben oder direkt zum Stechen bringen. Wenn man sich Spiele hinterher anschaut und analysiert und grade auch bei Grand, dann sieht man, wie oft das Anspiel und entwickeln der Partnerstärke Spiele in Bedrängnis bringt. Voraussetzung dafür ist aber eindeutiges Reizen.
Ein Sonderfall in Mh: Du hast ein einfaches Herz ohne Hand-/Grandoption aber dafür Stärke und Länge ( Beispiel A 10 Bild Lusche)und 2 Mittelbuben und würdest ja auf die 20 von HH passen, wenn er auf deine 18 erhöht und dein Partner weiß nicht, ob du Karo oder Herz oder Test 18 auf paar Volle gesagt hast. Hier bietet sich eine direkte 20er Reizung an, damit VH sicher Herz als Stärke anspielen kann.
Nur um mal ein paar Beispiele für taktisch sinnvolle Reizungen und eingehen auf diese zu bringen.
Allzeit Gut Blatt
chrisalson, vor 24 Stunden
Der Passwert ist Reizwert - einzige Ausnahmen mach ich für Reizwerte die mehrere verschiedene Spiele sein können (zB 36, Karo und Kreuz, 48 Kreuz und Grand etc.).Hebereizungen halte ich auch für absolut sinnvoll, sofern Karten große Potenziale haben (viele Verstärkungskarten bieten und/oder das Heben über einen bestimmten Reizwert die Wahrscheinlichkeit ein Gegenspiel zu biegen damit signifikant erhöhen).Ist eine ganze Spielphilosophie, die dahinter steckt.Reizwerte und Informationsgewinn durch diese, sind auf höherem Spielniveau immer wichtiger werdend.Die Ausspielkarte ist diejenige, die häufig am meisten ein Spielablauf beeinflusst - dahingehend ist genau diese Information extrem wichtig und häufig Spielentscheidend.Durch Reizwerte (Passewerte) können genau diese Informationen häufig übermittelt werden - manchmal selbst zur "Täuschung" verwendet werden um schlechtere Drückungen des AS zu forcieren.
Ramare, vor 24 Stunden
Chrisalson:
Ich ziehe meinen Hut.
Absolut super erklärt.
Leider gibt es immer wieder Spieler, die das stur nicht verstehen wollen. Schade eigentlich.
Petor, vor 24 Stunden
Um nochmal in die gleiche Kerbe zu hauen:
Selbst wenn man die Sache mit der Informationsvermittlung ausser Acht liesse, würde es trotzdem nahezu immer sinnlos bis gefährlich sein, das angesagte eigene Spiel zu halten.
Beispiel: Wenn ich ein Herzspiel ohne 2 auf der Hand habe, angesagte 30 halte und dann "weg" höre, muss ich doch als nächstes "scheisse!" denken.
Es gibt einfach (bis auf sehr wenige Ausnahmen) keinen Grund, die 30 zu halten.
Ernst1960, vor 24 Stunden
Denke die eigene Reizung sollte sich immer an den Mitspielern orientieren. Denn, wenn man z. B. ein Herz mit dem Herzbuben hat, kann man natürlich bis 30 reizen. Dann besteht aber die Gefahr, einer der beiden Alten liegen im Stock, bzw. Skat oder stehen, falls Du Alleinspieler bist gegen Dich. Falls im Stock, müsste man auf Grand erhöhen, dafür muss aber die Beikarte stimmig sein. Die Reizung bestimmt natürlich im Nachhinein das Aufspiel.
Subsumsionsschluss: Die Karten müssen sitzen.
Distel, vor 24 Stunden
zuletzt bearbeitet am 12. Februar 2026, um 16:49
In eurer Argumentation geht ihr scheinbar davon aus, dass es wahrscheinlich ist, dass der Ansagende die selbe starke Farbe habt, wie ihr. Die Wahrscheinlichkeit ist aber m.E. eher gering.
Zudem hat die Spielwert-passen-Methode Ausnahmen, wie chris so schön dargelegt hat.
Das ist doch Gift für die Kommunikation.
Bremer1969, vor 24 Stunden
Genau darum geht es doch 
... Und keine Regel ohne Ausnahme 
spielnurgrands, vor 24 Stunden
Wenn man konsequent das eigene Spiel nicht hält, inwiefern ist das Gift für die Kommunikation?
Die Mehrdeutigkeit der 36 ist ja geklärt.
chrisalson, vor 24 Stunden
Faktisch darf jeder reizen wie er möchte - seinen Reizwert zu passen und nicht zu reizen hat allerdings einen signifikanten Vorteil und keinen wirklichen Nachteil (die einzigen Ausnahmen sind die Reizwerte 36, 48 - wie oben beschrieben).Sofern jemand auf ein höheres Spiel reizt, was natürlich äußerst wahrscheinlich ist, werden wir auch nicht das Spiel bekommen, sofern wir unser Blatt nicht passen (Der Gegner wird uns einfach überreizen und wir haben das Spiel auch nicht bekommen).Sollte der Fall jedoch eintreten, dass der Gegner ebenfalls auf das "gleiche Spiel" wie wir reizen, dann möchten wir in den meisten Fällen nicht ans Spiel kommen, da es hochwahrscheinlich verloren wird.
Aus diesem Grund gibt es kaum Topspieler, der diese "Reizregel" missachtet - es kostet schlichtweg Geld/Punkte.
Petor, vor ungefähr einer Stunde
zuletzt bearbeitet am 13. Februar 2026, um 19:07
@Distel:
Ich schrieb, halten ist "sinnlos bis gefährlich".
Hat der Gegner eine andere starke Farbe - sinnlos.
Hat der Gegner die selbe starke Farbe - gefährlich.
Also entweder andere Farbe und man wird eh im weiteren weggereizt (1) oder läuft als AS gegen trumpfstarken GS (2). Ersteres ist natürlich warscheinlicher, aber warum das - meinetwegen geringe - Risiko (Szenario 2) eingehen, wenn die Alternative (Szenario 1) gar keinen Vorteil bietet?
Ausser bei wenigen Ausnahmen: 36, 48 wie alles schon diskutiert.