Skat für Freunde

Skat-Forum

Skat-Strategien: Was ich schon immer wissen wollte...

gibt es unter den "skatprofis" eigentlich auch ungeschriebene gesetze/regeln,nach denen man grundsätzlich spielen sollte oder ist immer alles situationsbedingt?
ein beispiel: der spruch "beim grand ässe oder fresse"-ich habe die erfahrung gemacht,dass diese spielweise nicht immer angebracht ist.wenn ich nämlich ein blankes as auf der hand habe,werde ich den gegner damit nicht anspielen,denn die wahrscheinlichkeit ist doch sehr groß,dass ich mit diesem as einen sicheren stich bekomme und somit wieder am zug wäre...
wie handhabt man es mit blanken 10? ich wurde schon von mitspielern beschimpft,weil ich ne blanke 10 ausgespielt habe.dies entscheide ich jedoch auch situationbedingt,wenn ich zb viele trümpfe gegen hab, oder ich vorher schon weiß,dass ich sie im laufe des spiels nicht pfunden kann...
mit blanken trümpfen ist es das selbe:wenn ich in vorhand sitze spiele ich meinen gegner gerne mit nem blanken trumpf an-auch hierfür habe ich schon kritik bekommen,in diesen falle sogar von meinem mitspieler,der meinte,diese spielweise wäre egoistisch....
fragen über fragen ;-)
hoffe,ihr könnt mir da ein wenig weiterhelfen und mein wissen erweitern ;-)

Hallo Sweetyyyy,

das ist auch so eine Sache, wo natürlich die Meinungen auseinander gehen-
Deine Angaben zu dem Grand sehe ich genauso und auch bei Farbspielen würde ich kein blankes As anspielen.
Wobei ich grundsätzlich der Meinung bin, dass Blankausspielen zum Auftakt falsch ist (außer bei ganz wenigen Ausnahmen, z.B. Du hast nur 1 oder max. 2 Trumpf).
Den Alleinspieler setzt man meist nur mit der langen Farbe unter Druck.
Trumpf blank ausspielen ist m.E. immer falsch ebenso wie Blankausspielen beim Grand.

Die Phrase "Ässe oder Fresse" oder "Freund kurz - Feind lang" sind m.E. beide falsch. Manchmal sollte man auch den Reizverlauf als Hilfe nehmen, was man ausspielt zum Auftakt.

Gruß Hennes

es gibt tatsächlich so einige "ungeschriebene Regeln" Sie sind aber so vielfältig, dass sie eigentlich erst dann gelten können, wenn man mit einem bestimmten Spieler schon öfters gespielt hat und man sich gegenseitig auf das Spielverhalten "eingestellt" hat. Ein der der Wichtigste ist eigentlich auf den Reizwert des künftigen Mitspielers zu achten, ein andere ist wenn ich z.b. im MH Lusche ,10 habe und Mitspieler spielt in der Farbe ne Lusche, geht mit dem 10 ran, spielt er ne Bild an, werf die Lusche rein.

Im Prinzip aber ist wohl das Aller, Allerwichtigste das man beim Spiel versuchen sollte sich etwas zu denken. Eine Aktion also überlegt durchführt oder anstellt. Das dürfte dann auch gleich das größte Problem sein, denn sehr oft hat man leider das Gefühl das manche Spieler das Skatspielen nur als das Legen von irgendwelche Karten sehen. Und genauso sollte man sich nicht grämen, wenn man sich was gedacht hat, aber es dennoch in die Hose geht. Und ich persönlich halte noch eine Eigenschaft für sehr wichtig, wenn man einen Fehler gemacht hat, sollte man das auch seinem Mitspieler zugeben können denn nur dann kann er sicher sein dass du es erkannt hast und hoffen, dass bei der nächste Situation anders reagiert wird. Blankes Trumpf anspielen gibt es wirklich nur ganz arg wenige Fälle, wo das zum gewünschtem Erfolg führt. Streng genommen ist es schon fast "Kartenverrat". Und Anspiel von einem blanken Ass und wenn sie durchgeht im Folgestich ne andere Farbe signalisiert dein Mitspieler doch eher in welche Farbe du wahrscheinlich keine Karte mehr hast. Verstehe daher die Überlegung nicht ganz sie als vermeintlich sichere Stich zurück zu halten. Ziel der GS sollte nämlich sein den AS zur Strecke zu bringen und nicht seinen Mitspieler irgendwann mit dem Vorhandensein eines einzelnen Asses zu "überraschen" auf dem er dann nicht mehr reagieren kann oder in seine eigene Überlegungen einbauen kann.

die einzige regel,
die man immner befolgen sollte,
ist zu grüßen,
wenn man sich nan einen tisch setzt.

mfg lothar

ps @skatpfeife
alle informationen, die ich meinem mitspieler,
durch kartenlegen zukommen lasse
(zb gegenfarbe usw),
sind teil dieses schönen spiels
und haben mit kartenverrat nichts zu tun.

und man sollte einen grand (oma) erkennen,
wenn man einen (eine) auf der hand hat.

#9.959.559

mfg lothar

ps was für ein suboptimaler morgen

alles natürlich richtig, vielleicht noch was zum Thema "Gegenfarbe" und "Anschissvermeidung". Du kannst natürlich nicht sicher sein, dass dein Partner mit Gegenfarbe spielt. Wenn aber der AS einen kleinen Buben ausspielt und dein Partner klein Herz zugibt, du an den Stich kommst, musst du zwingend - außer du hast selbst eine Ass - Karo spielen, nachdem du den zweiten Buben abgezogen hast. Bekommst du dann einen Anschiss, weil er Herz Ass führt und du diese Farbe nicht angespielt hast, erklärst du ihm das Gegenfarbenprinzip und nicht er dir. Klarer psychologischer Vorteil!

Hallo Sweety!
Muss auch mal meinen Senf dazu geben.

"Freund kurz - Feind lang" ist in 99% aller Solospiele richtig.

Beim Grand gehört in 90% aller Fälle ein Ass auf den Tisch.

An das, was Dein MS vielleicht gereizt hat brauchst Du nur einen kurzen Gedanken verschwenden. Denn jeder reizt anders.
Viel wichtiger ist, zu erkennen, welche Buben der AS hat. Um nicht im falschen mom. zu schmieren.

Das alles hier, beim Onlineskat Oder Skatturnieren mit Unbekannten.
Was jeder zuhause, mit Leuten macht, mit denen er schon 30 Jahre spielt ist manchmal was anderes. Oder natürlich mit Leuten mit denen Du hier schon hunderte Spiele gemacht hast, kann auch mal anders sein.

Ich weiss nur eins sicher: Wer bei mir am Tisch sitzt und NICHT so spielt (ausser er/sie will lernen und sagt das auch). Darf nach spätestens 3 -5 Spielen ohne mich weiter spielen. Denn ich würde den Tisch kommentarlos verlassen.

möchte auch meinen senf dazugeben, ass beim grand, ja, aber nur wenn du es als lange farbe hast.
blanker trumpf als gegenspieler, geht gar nicht.
alles andere erfahrungswerte.
gruß aus stuttgart

vielen dank für die umfangreichen kommentare ;--)
einiges habe ich hier ja schon gelernt,aber man lernt halt nie aus ;-)
euch allen noch einen schönen 2.weihnachtstag ;-)))

Na toll,
Jeder hat so seine Regeln, nur sollte er nicht glauen, dass sie die besten sind.
Ein Beispiel:
VH spielt von herz8 und 9 die acht aus. AS in MH
bedient mit herzdame. MS in HH lässt mit der herz7 weg.
VH kommt durch Trumpf wieder ans Spiel und spielt nun herz9. AS in MH bedient mit herz10 und HH übernimmt mit herzass und dadurch war das Spiel für die GS gewonnen.
Wenn VH z.B. von einer besetzten 10 abspielt und der MS in HH weglässt würde er vorgehalten bekommen, dass er auf Mann geschnitten hat.
Im genannte Beispiel war aber garade das Spielentscheidend.
Es kommt auch immer etwas auf das Gefühl an, was natürlich auch täuschen kann.
Ich muss mein Spiel spielen und nicht dem MS durch befolgung globaler Regeln gefallen wollen.

ich bin der meinung die meisten spiele gewinnt man nur durch schnibbeln beim gran würde ich ein blankes ass genauso wenig wie blanke farbe ohne buben anspielen aber meistens kommts halt auf die mitspieler an da sind alle regeln für die katz ;-) gb dir noch aber net wenn mit mir spielst sfg

Hallo Sweety, keine Regel ohne Ausnahme. Ein blankes Ass beim Grand ist natürlich nicht so gut, aber vielleicht hat dein Partner die 10 und noch einige mehr. Da entscheidet das Bauchgefühl. Die wichtigste Regel beim Farbspiel ist, das man zum Partner kurz, möglichst blank anspielt. Außer Trumpf. Trumpf als Nichtspieler ist nur erlaubt, wenn man stärker als der Spieler ist oder keine Trümpfe mehr beim Partner zu erwarten sind. Da ist es ein bewährtes Mittel, damit der Spieler auspielen muß und nicht abwerfen oder schnippeln kann. Eine Blanke 10 (kein Trumpf) zu bringen ist nur dann verkehrt, wenn man wenig Trümpfe hat und evtl beim 3. Trumpfspiel schmieren könnte. Ansonsten ist es meist ok. Oft sticht der Partner dann wenigstens mit dem König oder der Dame, die er sonst vielleicht wegschmeißen würde. Ist oft entscheidend ob Schneider oder nicht, manchmal auch ob 57 oder 60.
Gruß aus München

hallo skatspieler

ich halte das so:
Trumpf ist die seele des spiels!

auf all die sprüchlein kann man getrost einen grossen haufen machen...

sicher ist es sinnvoll den AS lang anzuspielen, wenn es wie gesagt sinn macht. (ein trumpf z.b. und drei farben je 3 mal, was nun? trumpf anspielen?)

sinniger wären sprüche wie: willst du deine gegner quälen, musst du fein die trümpfe zählen!

7,8,Unter, da geht keiner drunter! der geht auch noch .
sonst situationsbedingt und mit bauch...wozu ist der so dick...

gut blatt
guten rutsch

noch einer: hunde die bellen beissen nicht!
wie auch,sie bellen ja grad

wuff, wuff!

hast wohl das Buch "Deutschland-Deppenland" gelesen?

Aber manche Sprüche haben schon einen "Tiefgang".

Wenn man zum Beispiel auf den Hund kommt!! :-))

Oder: Ein Leben ohne einen Mops ist möglich, aber es lohnt sich nicht!

Oder abgewandelt: Ein Leben ohne Skat ist möglich, aber es lohnt sich nicht!

Gut Blatt und guten Rutsch (auch so ein sonniger, eh, sinniger Spruch)