Skat für Freunde

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Unterhaltung: regeln

Folgendes ist bei unserer Liverunde passiert. Alleinspieler macht ein Farbspiel, im fünften Stich bedient ein GS falsche Farbe, wie wird jetzt nach Skatregel verfahren?
Zu diesem Zeitpunkt waren die GS noch Schneider, AS meint, er kann verlangen das der falsch bedienende GS seine Karte zurück nimmt und richtig bedient. Das Spiel würde dann ganz normal weiter laufen, damit AS kein eventueller Nachteil entsteht und er weiter die Chance auf Schneider der GS hat. Es würde dabei aber kein Zwang zu Schneider entstehen, sprich er verliert nicht auch wenn die GS raus kommen.
Was sagen die Fachleute hier, ist das so und wenn ja, wie lange nach falschem Bedienen kann die Situation zurück ,,gestellt" werden?
Ich denke das muss im selben Stich erkannt und verlangt werden oder?

Jeder Stich kann zurück gestellt werden, somit Schneider.

wenn falsch bedient wurde ist das Spiel für den AS gewonnen
es wird gefragt ob er Schneider spielen will ... wenn er ja sagt , wird der Stich mit richtigen bedienen weiter gespielt...
kann er nicht schneider spielen ... gewinnt er ganz normal das Spiel

Die GS waren noch Schneider, also wech damit u. Schneider angerechnet

Mit dem nicht bedienen hat der AS sein Spiel zu dem Zeitpunkt automatisch gewonnen. Da Schneider aber erspielt werden muss, kann er auf weiter spielen entscheiden. Die Karte wird dann zurück genommen und es wird normal weiter gespielt und gewertet. Wichtig!! D.h. dann aber auch, das der AS sein Spiel auch verlieren kann, wenn er nicht auf 61 kommt!

OK.

Richtig, Kartenvernichter!

Kleine Ergänzung im Hinblick auf den letzten Satz der Fragestellung: Natürlich muss das im gleichen Zug geschehen. Also wenn der AS die Rückstellung verlangt und diese erfolgt, kann er nicht mehr zurück vom Weiterspiel.

Ist mir was Peinliches passiert: Ich spiele Trumpf aus, MH bedient keinen Trumpf und sagt sofort: "Oh, ich habe ja einen Trumpf". Für mich sicherer Schneider (7 Trumpfspiel), verlange Korrektur, MH gibt Trumpf zu, HH aber nicht. Der Böse hatte 4 Trumpf statt einen! Das Spiel ging verloren.

lol....das war doch Absicht....grins

Danke für die Antworten. Jetzt ergibt sich für mich eine neue Frage durch LittleJoe`s Beitrag!
Da die Gegenspieler zum Zeitpunkt des falschen Bedienens noch Schneider waren, hätte dann zum Zeitpunkt bei Abbruch des Spiels die Stufe Schneider mit gerechnet werden müssen?
Wenn ja, macht es doch keinen Sinn weiter zu spielen oder?

Hi jamie-m,

schau nochmal bei Kartenvernichter: "Da Schneider aber erspielt werden muss, kann er auf weiter spielen entscheiden.".

Und grins John2, so ein Schlingel 😎

Um es noch mal zu verdeutlichen....

Die Gewinnstufen Schneider und Schneider Schwarz können nur erspielt werden und nicht durch einen Fehler der Gegenpartei erreicht werden, auch wenn diese Partei zum Zeitpunkt des Fehlers noch nicht raus waren.
Sonst ergäbe es ja auch keinen Sinn, auf weiter spielen zu entscheiden.
Der Fehler wird korrigiert und es wird weiter gespielt als ob er nicht begangen worden wäre. Mit der Konsequenz, das ein sicher gewonnenes Spiel (durch den Fehler) im Endeffekt noch verloren verloren werden kann. Siehe auch Johns Beitrag.

Übrigens noch eine Ergänzung: Ein Spiel, das z. B. bei 22 gereizten ein einfaches Herz wäre, gilt bei einem begangenen Fehler der GS als mit Schneider gewonnen ohne dass weitergespielt werden muss (natürlich nur, wenn die GP noch keine 31 Augen erreicht hat). Schneider wird als benötigte Gewinnstufe zugesprochen, ggf. auch schwarz, doch da ist es komplizierter.

Achso....zum letzten Satz.

Nein, es muss nicht im selben Stich erkannt werden. Das geht ja auch nicht immer und ist nicht immer sofort erkennbar.
Wenn z.B. noch 2 Trumpf draußen sind, einer bedient, der andere nicht, so kann der AS ja nicht erkennen, das einer nicht bedient hat, sondern wird erstmal denken, das beide Trumpf auf einer Hand sitzen. Der GS, der bedient hat, kann es auch nicht wissen, sondern wird alle weiteren Trumpf beim AS vermuten.
Das nicht bedient wurde, kann sich also durchaus erst 3 oder 4 Stiche später heraus stellen. Abgerechnet wird aber zu dem Zeitpunkt, wo der Fehler begangen wurde. Bedeutet, wenn in Stich 4 nicht bedient wurde und in Stich 7 fällt auf, das nicht bedient wurde, dann wird zum Zeitpunkt des Fehlers abgerechnet und nicht erst, wenn der Fehler aufgefallen ist. Beispiel...die GS erreichen mit Stich 6 sechzig Punkte, im 7. Stich fällt auf, das in Stich 4 nicht bedient wurde, so hat der AS gewonnen, da zu diesem Zeitpunkt die Gegenpartei noch nicht genug Punkte hatte.
Deswegen ist es auch wichtig, das die Stiche nachvollziehbar eingezogen und abgelegt werden.

Hoffe, geholfen zu haben.

Das bezog sich nun aber nicht auf den letzten Satz meines letzten Postings, sondern wohl auf den weiter oben. Dann stimmt das natürlich, Kartenvernichter!
Wobei hier der Schneidernachweis natürlich recht kompliziert werden kann.

Die Ausgangsfrage von jamie-m berührte wohl den einfachen Fall, dass ein Bedienungsfehler sofort festgestellt werden kann, entweder durch sofortiges Bekenntnis des "Sünders" oder durch Rückfrage des AS.

Hab da auch gleich mal ne Frage
Live Liste
Spieler 1 schreibt Spiel 16 Kreuz mit 2 verloren für Spieler 3 auf
Bei Spiel 21 wird festgestellt das Spieler 3 Kreuz mit 2 als gewonnen aufgeschrieben hat .... was ist zu tun....

Normalerweise fragt man erstmal den AS, dann in die Runde. Im Zweifel gilt glaube ich, was Platz 1 geschrieben hat.

Ja John. Es bezog sich auf den letzten Satz im Eröffnungstread.

Wissen weiß ich das jetzt nicht zu 100%!
Glaube aber (falls die Spieler sich nicht erinnern und sich einigen können), das Spiel wird als gewonnen für den As gewertet! Weil nicht er beweisen muß, dass er gewonnen hat, sondern die Gs, dass er verloren hat!

Kann mich aber irren!

Beide Antworter irren hier, meiner Ansicht nach leider.

Liste 1 war früher maßgeblich, hat man geändert, beide Listen sind nun gleichberechtigt.

Im Zweifelsfall hat zwar ein AS letztlich gewonnen (Beweispflicht für GS, richtig), im Streit um Schneider gilt Beweisumkehr (hängt mit Wahrscheinlichkeit bei Spielergebnis zusammen, 83 % Gewinn für AS, aber eben nur ca. 15 % - oder mehr, jedenfalls deutlich weniger als 50 % mit Schneider).

Doch gilt das nicht für ein bereits eingetragenes Spiel. Hier gibt es die Regel: der schlechtere Wert für den AS zählt.

Interessant wäre es, wenn ich heute als Schiri eingesetzt wäre und bewusst so entscheiden würde, wie Teufel und ich denken, nämlich die 87 % Regel anwenden würde. Und die Sache dann zum ISKG gehen würde. Könnte mich zwar meinen Schein kosten (bewusste Fehlentscheidung), aber wiederum nicht, denn ich habe ihn nicht verlängert und bin nur mangels neuer, ausgebildeter Schiris auf Bitten von Spielleitern tätig.

@John
Die Regel, dass beim eingetragenen Spiel der schlechtere Wert zählt, kann ich nachvollziehen!
Wenn es um Schneider, Schwartz oder Hand geht!
Aber nicht, wenn es um gewonnen oder verloren geht!

Denn, wenn ich als Spieler die Karten nach einem Spiel kommentarlos in die Mitte schiebe und die Gs werfen ihre dazu, habe ich gewonnen! Auch wenn ich nur 58, 59 oder 60 Augen hatte!
Wenn ich das als Spieler 3 machen und mir dann das Spiel als gewonnen eintrage, ist das richtig!
Auch, wenn Spieler 1 das als verloren einträgt (weil er ja 62, 61 oder 60 Augen hatte), macht er einen falschen Eintrag!

John hat recht lieber Teufel ...früher war es mal so,dass Liste 1 massgebend war,dieses ist nicht mehr der Fall ..sollten sich verschiedene Ergebnisse eingetragen werden und beide Parteien sich nicht einigen können zählt das niedrige Ergebniss ..alle Spieler am Tisch sind verantwortlich für den richtigen Eintrag ...wenn du die Karten in die Mitte schmeißt kommentarlos ...ist es für mich als Schiri fast unverständlich das die Gegenpartei,wenn sie weiß,dass du verloren hast es auch macht ...

Bei der Frage, ob gewonnen oder verloren bei gegensätzlichem Eintrag geht es normalerweise nicht um unkommentiertes Zusammenwerfen, sondern um einen Irrtum. Meist ist es der Geber, der irgendeine Äußerung zum Anlass nimmt, ein Spiel einträgt, ohne wirklich aufgepasst zu haben.

Mir ist gestern ganz was Originelles passiert. Ich (Schreiber 1) stehe auf 3 : 0, dann werde ich in VH angepasst, überlege etwas, nehme dann den Skat mit deutlicher Erklärung, dass ich nicht
spiele und lege alle 12 Karten auf. Schreiber 3 sagt irgendetwas von einem einfachen verlorenen Karo, was genau dem entspricht, was bei Aufnahme passiert wäre und bei sofortiger Spielaufgabe.

Ich schreibe also eingepasst. Erst 4 Spiele später vergleicht Schreiber 3 die Listen und sucht mein verlorenes Karo.
Bei einem fairen Tisch kein Problem, zweien war es völlig klar, dass ich eingepasst habe und er hat es schnell eingesehen. Wenn 3 gegen mich sind (oder nur 2!) hätte ich das Spiel verloren bekommen. Selbst schuld, man muss auch die Gegenliste kontrollieren.

@Picco
Die Sache mit "niedrigen Ergebnis", kann ich nachvollziehn!
Alle Spieler verantwortlich ist auch klar!
Das es unverständlich für Dich ist (für mich auch), dass die Gs ihre dazu werfen ist auch klar!

ABER, es passiert trotzdem!

Es schadet nichts, sich anzugewöhnen, den Spielausgang unmissverständlich anzugeben.

Mir hat ein Schiri vor 2 Wochen was anderes gesagt.... hmmmm.... dann frag ich nochmal nach.