Unterhaltung: ***Lebenswert oder des Lebens noch wert? ***

mmaker, 14. Mai 2016, um 15:39
zuletzt bearbeitet am 14. Mai 2016, um 15:40

Sunny777,

danke für Deinen Einsatz - und danke auch, dass Du uns berichtet hast, dass Dein Einstieg in die Sache nicht freiwillig war.

Was ich von Deiner Geschichte besonders mitnehme ist die Erkenntnis, dass man manchmal etwas "angeschubbst" werden muss, um aus der Wohlfühlzone zu kommen.

Viele Menschen würden gern helfen, bekommen aber den Arsch nicht hoch oder sind ängstlich, weil sie sich ja dann eine eine neue Situation begeben müssten.

Ich verstehe Deinen Text so, dass Du erfolgreich "angeschubbst" wurdest und es nun auch als Deine Aufgabe empfindest, andere "anzuschubbsen".

Gute Sache, finde ich
MM

Ex-Stubenhocker #192461, 14. Mai 2016, um 20:07
zuletzt bearbeitet am 14. Mai 2016, um 20:23

MM

Das siehst du etwas falsch, man musste mich nicht "anschubsen" da ich 1. immer ein sozialer Mensch war, und 2. immer hart gearbeitet habe und von "Wohlfühlzone" keine Rede sein kann. Ich war mir nie für etwas zu schade, meinen Arsch zu bewegen... (etwaige Kommentare bitte sparen.)

Diesen Job, um die "erzieherischen Maßnahmen" abzuarbeiten, habe ich mir selbst gesucht. Die Dramatik an Missständen in solchen Einrichtungen waren mir aber nicht wirklich bewusst.

Und du magst recht haben, es ist bequemer zu verdrängen oder sich evtl. zu etwas zu "verpflichten"...

Ich soll jetzt schriftl. an Stationsleitung dokumentieren, in der Hoffnung, dass an Budgeplanung/Personal etwas geändert wird. Das alleine wäre schon eine riesen Hilfe und ein Erfolg!

😄

Ex-Stubenhocker #192461, 14. Mai 2016, um 23:35

Erschreckend für mich ist auch das Gros an bildungsschwachen Nachwuchskräften!!!

Hier werden ganz offensichtlich aus mangelndem Interesse, diesen qualifizierten Beruf zu erlernen, der u.U. ein Knochenjob ist, dermaßen schlecht bezahlt, unbezahlten Überstunden, Schichten bis zu 10 Tagen am Stück, bildungsschwachen Schulabsolventen durch berufsbildende Maßnahmen in diese Branche gedrückt, um eine Lücke zu schließen.

Einerseits wird versucht Jugendliche (oder welches Klientel auch immer)statistisch von der Straße zu holen, andererseits das Loch an Personalmangel zu stopfen.

Dass manche dieser Nachwuchskräfte keinerlei Verantwortungsbewusstsein haben diesen Job auzuüben, steht mal dahin...
Aus medizinischer Sicht sehe ich das sogar als grob fahrlässig an!

Ich zumindest habe für mich entschieden, keine sterbeverlängernden Maßnahmen erhalten zu wollen...!!!

Dumba, 14. Mai 2016, um 23:53

777, ich habe mir die Beitraege nach deinem ersten gespart. Viel Glueck,
und es soll Spass machen. Auch Todkranke brauchen menschen welche Spass
haben. Koma oder nicht.
Wer die niedrigste Taetigkeit gewissenhaft ausfuehrt, macht diese Taetigkeit Nobel.
Ich
bin wirklich extrem links. Bei mir bekommt der Arzt genausoviel
Aufmerksamkeit wie der Pfleger, oder die Putzfrau. Und wenn ich gefragt
wuerde, bekaemen sie auch das gleiche Geld.

Ex-Stubenhocker #192461, 15. Mai 2016, um 00:07

Dumba

So würde ich das nicht unterschreiben.

Aber eine verantwortungsvolle Tätigkeit sollte entsprechend auch entlohnt werden, damit sie auch gewissenhaft ausgeübt wird und auch Anreiz schafft.

Alles andere ist die Arbeitszeit irgendwie "rumkriegen" nach dem Motto: nach mir kommt der Tod...

Im wahrsten Sinne des Wortes...

Ex-Stubenhocker #157894, 15. Mai 2016, um 00:20

Natürlich sollte diese Tätigkeit auch entsprechend entlohnt werden, da dies nicht geschieht, ensteht ein Teufelskreis.

Das Job-Center schickt Leute, die auf dem Arbeitsmarkt nicht zu vermitteln sind, in die Pflege.

Diese zermürben schlecht bezahlte aber gut ausgebildete und engagierte Pflegefachkräfte bis zur Aufgabe.

So verbleiben Personen, die am Arbeitsmarkt nicht zu vermitteln sind, in der ungeliebten Pflege, dank Job-Center und diese schieben "bestenfalls" Dienst nach Vorschrift.

So ergibt sich die Pflegekatastrophe, Tendenz steigend, übelste Sterbeheime.

Keine Lobby für die Alten, kein Altern in Würde und schon gar kein Sterben in Würde.

Ex-Stubenhocker #192461, 15. Mai 2016, um 00:25

Dagwood

Das war einer der besten Beiträge, die ich je von dir gelesen habe!

So schaut´s aus!!!

Ex-Stubenhocker #192461, 15. Mai 2016, um 02:06
zuletzt bearbeitet am 15. Mai 2016, um 02:28

Ich kann noch drastischer aus dem Nähkästchen plaudern...
Direkt von der Front!

Für Patienten bzw. Bewohner, welche nicht mehr selbst den Löffel heben können, gibt es folgende Nahrung:

"Pudding" (mit Wasser angesetztes Aromapulver Schoko, Vanille, Erdbeer/Himbeer??? - nicht zu definieren, riecht extrem nach Bubble Gum Kaugummi)

Haferbrei? (Vermute ich mal...)
Milchreis mit Klecks Apfelmus oder andere Pampe

Da keine Zeit ist, (ich sehe aber was zurück kommt und höre die Gespräche was in die Patientendoku geschrieben werden soll, trage selbst ein..., werden einfach willkürlich Mengenangaben gemacht. Medikamente werden zermahlen und dann mit 1-2 EL dieses "Puddings" verabreicht, man hat seine Pflicht erfüllt.

Ich bin dann sehr erstaunt, wenn eine über 80-jährige Patientin, geistig voll da, bettlägerig, kann kaum sprechen, gelähmt, über 900ml von diesem Zeug, von mir extra mit frischer Banane zerdrückt + Milch, verspeist. Dazu nach Nachfrage noch einen Erdbeer-Joghurt! Und 225ml Saft mit Wasser trinkt! Wie passt das?

Ex-Stubenhocker #192461, 15. Mai 2016, um 02:10

Und Anweisung ist:

Es soll gespart werden (in "unserem Haus")

Wer verdient hier sich die Nase gold???

Ich komme nicht aus der BWL...

Ex-Stubenhocker #192461, 15. Mai 2016, um 02:38
zuletzt bearbeitet am 15. Mai 2016, um 05:11

Aurora

Ja, auch ich nehme das mit nach Hause...
Und es ist nicht das 1. Mal, dass ich unentgeltlich im Pflegebereich arbeite.

Ich erwähne nur mal unser weltweit hoch angesehenes Universitäts-Klinikum Heidelberg!

Was ich da erlebt habe... SKANDAL!
Aber damals musste ich Verschwiegenheitserklärung unterschreiben, und mein Examen stand auf dem Spiel.... Aber auch da habe ich mich mit Mitarbeitern angelegt und Pflegedienstleitung auf den Plan gerufen! DA wären Köpfe gerollt!!!

PS:

Aurora, ich saß sehr oft weinend Abends Zuhause, alleinerziehend wenn mein Kind im Bett war. Wenn ich mich Tags zuvor bei einen quicklebendigem Mann mit "Bis morgen" verabschiedet habe, ich mich bei Frühschicht nach diesem erkundigt habe (da bei Übergabe der Name nicht viel), ich die Übergabe gestört hatte da die Nachtschicht endlich nach Hause wollte, erfuhr: "Der ist ne Etage tiefer.....

Fakt war, er hatte ´nen Fahrradunfall, was mit Knöchel... er bat mich Abends noch seine Puschen näher ans Bett zu stellen und er brauchte etwas Hilfe um ins Bad/WC zu kommen. Er klingelte deshalb, glaub man ja nich, einer wäre gesprungen auf Klingel, wenn ich da war!
Dieser Mann ist mit Kopf auf´s Waschbecken geknallt, Thrombose, tot....

Nur 1 Fall von dem ich erzählen könnte...

Es gab kein DANKE für unseren Einsatz, es gab keine Nachfrage, wie es uns erging, und ich habe trotzdem nächtelang für Klausuren gelernt, trotz schmerzender Knochen ...

Was ich zu SKANDAL meine, hat aber hygienische Umstände! Das eine macht das andere aber nicht besser...

Ex-Stubenhocker #192461, 15. Mai 2016, um 06:13

@All

Ich habe mir auch auch auf die Hosen gekotzt, kann bestimmte Gerüche nicht ab, ich weiß aber, das gehört zum Leben. das ist der Tod, das gehört zum Tod.

Ex-Stubenhocker #192461, 15. Mai 2016, um 06:18
zuletzt bearbeitet am 15. Mai 2016, um 06:33

@ALL

Ich könnte mindestens 1 Woche, bis Maden kommen da liegen, es würde keine Sau interessieren...

Das sind die Fakten!

PS
Habe es selbst bei einem Kommilitonen im Studentenwohnheim erfahren, nach 3 Wochen... weil sich kaum einer interessiert hat....

Die Eltern waren nach Aussage auf Beerdigung sehr bestürzt, dass ihr Sohn keinen Anschluss fand.

PPS:
Der Kommilitone war zum Grillen eingeladen, kam aber nicht, Semesterferien...

Ex-Stubenhocker #188170, 15. Mai 2016, um 07:21

Ein Horrorszenario! Ich habe schon viel negatives aus dem Bereich Pflege gehört,teilweise auch gesehen,aber was Du hier schreibst... Lieber schnell umfallen und weg! Es ist zwar nicht überall so drastisch,aber das Thema Pflege kommt im Alltag noch zu selten vor,man ist ja noch nicht betroffen,ist wie das Thema Rente,der nächste soziale Sprengstoff!

Ex-Stubenhocker #149419, 15. Mai 2016, um 10:48

Also, meine Frau arbeitet in der Pflege. Sie hat einen Fall, der nicht halb so schwerwiegend war wie das hier geschilderte, beim MDK angezeigt( medizinischer Dienst der Krankenkassen). Desweiteren hat sie damit gedroht, die Sache öffentlich zu machen, wenn nicht Abhilfe geschaffen wird.
Hat es geholfen? Weiss man nicht, sie durfte sich eine neuen Job suchen.
Ich hatte ihr geraten den Fall und die Namen der Angestellten zu veröffentlichen. Denn diese Angestellten hätten, meiner Meinung nach, die Aufgabe gehabt, sich gewerkschaftlich zu organisieren und für menschenwürdige Gegebenheiten zu kämpfen.

Es war einfacher die Querulantin zu entfernen....

hagenstein, 15. Mai 2016, um 11:52

ein grund mehr hier die grenzen offen zu halten...ich meine,schlechtere menschen als wir es sind können da wohl kaum kommen,oder ?

Ex-Stubenhocker #192461, 15. Mai 2016, um 12:43
Dieser Eintrag wurde entfernt.

Ex-Stubenhocker #192461, 15. Mai 2016, um 12:55
Dieser Eintrag wurde entfernt.

Ex-Stubenhocker #192461, 19. Mai 2016, um 04:27

Vor Jahren habe ich an einer Diabetes-Fortbildung durch einen Weltmarktführer,teilgenommen.
Auf meine (für mich damals) naive Frage, warum denn hochkalorische Nahrung an bettlägerige Patienten verabreicht würde (wenn sie doch kaum Kalorien verbrauchen),kam die Antwort, sie würden stark krampfen.

Fakt ist:
Es mag Patienten geben, bei denen das der Fall ist. Ich habe in meiner ganzen medizinischen Laufbahn noch keinen Fall gesehen, es wird aber gerade in diesen "elitären" Einrichtungen verabreicht. Als Saft(der wird gerne ausgespuckt, die Flaschen müssen gespült werden da sie sonst stinken)oder eben bei Wachkoma-Patienten intravenös.

Das heißt:
Personal hat KEINE Zeit normale Nahrung zu verabreichen!!!

Nicht mal pampiger Brei mit Wasser angesetzt, kommt ausreichend auf Station!!! D.h. ich musste heute zum wiederholten Male improvisieren, habe Naturjoghurt mit frischer Banane zerkleinert um 80-jährige Patienten satt zu bekommen!!!! Ich mache das gerne, da endlich etwas Vitamine!
Mich erstaunt das Erstaunen dieser Bewohner wenn mal was anderes kommt....

Ich diskutiere in Küche, die polnische, asiatische oder deutsche Küchenhilfe verweist an ihren Küchenchef!

Brotscheiben werden abgezählt!

WER verdient hier?

Ex-Stubenhocker #192461, 19. Mai 2016, um 05:57
zuletzt bearbeitet am 19. Mai 2016, um 06:12

Noch was finde ich ziemlich unwürdig:

Wenn schon benanntes Nasenpiercing-Klientel, aus berufsbildenden Maßnahmen in diese Branche gesteckt wird, "behaupten" sich dann diese, über wehrlose Opfer.

Patienten, Bewohner, werden nicht mehr mit "Sie" und Namen angesprochen.

Ey Mathilde, schon wieder geschissen?

Wie war das mit der Würde?
Art. 1 Grundgesetz?

Ich habe FÜR und UM meine Tochter gekämpft, PFLANZE du ARSCHLOCH! Genauso wie jetzt FÜR SENIOREN!
Während ich völlig entrechtet wurde!

Halt den Ball flach...

Ex-Stubenhocker #192461, 19. Mai 2016, um 05:58

PS:
Und wer nicht schneller lesen kann, soll schneller scrollen.....

Ex-Stubenhocker #192461, 19. Mai 2016, um 06:21
zuletzt bearbeitet am 19. Mai 2016, um 06:25

Pflanze:

Versprich mir:
Noch ein dummer Spruch, sinnloser Text. und du gibst je 200ml Wasser an einen Bewohner in einem Seniorenheim!

Das wäre DEINE Qual....

Da müsstest du nämlich aus deinem Rausch erwachen, aufstehen, deinen Arsch bewegen....

Pflanze, 20. Mai 2016, um 21:30

ich möchte dir auf deinen schub gerne freundlich antworten!

ohne kalenderspruch und sowas:

das problem wohnt in dir.

Ex-Stubenhocker #192461, 20. Mai 2016, um 22:10

ausgeschlafen?

google.map zeigt dir den Weg...

Pflanze, 20. Mai 2016, um 22:42

es wird nicht besser
mit dem
keifen.
nichts wird schöner und so.

viele sind liebevoll.

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