Unterhaltung: Kindererziehung Erwartung und Veränderung

Bine60, 23. Juni 2014, um 23:35
zuletzt bearbeitet am 23. Juni 2014, um 23:47

wer sein kind schlägt, und sei es "nur" der berühmte klaps auf den po, verstößt gegen das kinder -und jugendschutzgesetz und macht sich strafbar.

"die würde des menschen ist unantastbar."

wie willst du deinem kind erklären, dass gewalt kein mittel ist, um seine interessen durchzusetzen, wenn du es ihm selbst vorlebst?

Ex-Stubenhocker #128106, 23. Juni 2014, um 23:45
zuletzt bearbeitet am 23. Juni 2014, um 23:46

aber stille treppe is ja auch ned so es wahre...
ich glaube wichtig ist, dass das kind weiss, dass es mit allem zu den eltern kommen kann und nicht aus angst vor bestrafung oder scham etwas nicht sagt.
ausserdem halte ich für sehr wichtig, dem kind die möglichkeit zu geben, seine eigene persönlichkeit zu entwickeln, eltern die sich immer sorgen, geben dem kind das gefühl sie haben kein vertrauen in seine leistung und machen es dadurch unsicher.
aber es gibt auch öfters den fall, bei dem die eltern eigentlich "alles richtig" machen und ihr kind sich trotzdem völlig anders als sich die eltern es wünschen entwickelt - werden halt auch sturköpfe geboren, die sich einfach nicht fügen wollen.

SoSick, 23. Juni 2014, um 23:53

ich denke eben das sind 2 verschiedene Punkte
Ich wurde auch nicht "geschlagen" wie schon erwähnt , es war eben eine Ohrfeige und wie gesagt kann man diese Fälle an maximal 10 Fingern abzählen ( wenn überhaupt , in Errinnerung geblieben ist mir lediglich eine :) ). Es war auch kein Mittel um die "Interessen meiner Mutter" durchzusetzten sondern um eine klare Grenze zu definieren "Bis hier hin und nicht weiter" .
Ich war in vielen Beziehungen einfach oft ein schweres Kind , das sehe ich selber - zappelig oft jähzornig ( und nein das habe ich mit sicherheit nicht vorgelebt bekommen , mein Vater ist z.B. die Ruhe in Person :) ) sarkastisch und überheblich .

Es ist wie gesagt schwer das zu definieren und hier den besten Weg zu finden .

Bine60, 23. Juni 2014, um 23:57

was bitteschön ist an einer ohrfeige kein schlagen?
scheinbar hast du verdrängt, was für ein ohnmächtiges und entwürdigendes gefühl es ist, wenn du eine ohrfeige bekommst!
wenn du bei deiner frau eine klare grenze setzen willst, bekommt sie dann von dir auch eine ohrfeige?
deine mutter hat dir damit nicht DEINE grenzen aufgezeigt, sondern sie ist an ihre eigene grenze gekommen!
wer kinder schlägt ist in der situation hilflos und weiß sich nicht anders zu helfen!

Ex-Stubenhocker #34661, 23. Juni 2014, um 23:58

Gewalt gegen die eigenen Kinder ist abzulehnen. Ich halte auch gar nichts davon, wenn sich jemand etwa in einer talkshow hinstellt und sagt, die Schläge seines Vaters hätten ihm nicht geschadet. Damit macht man das wieder ein Stück salonfähig.
Wenn den Eltern gelegentlich in Überforderungssituationen mal die Hand ausrutscht, ist das nicht in Ordnung, sollte aber auch nicht überbewertet werden.
Ich fürchte allerdings, dass Gewalt gegen Kinder häufiger anzutreffen ist als man glaubt. Wenn ich manchmal so beiläufig mitbekomme, wie Eltern mit ihren Kindern in der Öffentlichkeit umgehen, möchte ich nicht wissen, was den Kindern zu Hause widerfährt.

ohne_11, 24. Juni 2014, um 00:02
zuletzt bearbeitet am 24. Juni 2014, um 00:03

@melissa: Dein Pazifismus in allen Ehren, aber ich behaupte auch, dass mir die eine oder andere Ohrfeige im Nachhinein betrachtet mehr als gut getan hat... Das waren ja auch Ausnahmen und da ging es nicht um Lapalien.
Als Kind hab ich auch oft versucht, die Grenzen auszuloten. Wie weit kann ich gehen? Ich glaube, das war das einzige, was mich davon abgehlten hat, noch weiter zu gehen - wenn ich wusste, gleich knallt's.
Und das war dann auch bitter notwendig... ;)
Und ich kann dich beruhigen - ich bin deswegen keineswegs selber gewalttätig geworden.

Bine60, 24. Juni 2014, um 00:04
zuletzt bearbeitet am 24. Juni 2014, um 00:06

@ georgbest
gewalt gegen ALLE ist abzulehnen.
einigen schreibern hier ist scheinbar nicht bewusst, dass selbst eine ohrfeige den straftatbestand der körperverletzung erfüllt.
der gesetzgeber hat das leider erst im neuen jahrtausend festgeschrieben, traurig genug!

SoSick, 24. Juni 2014, um 00:06

Ich will das nun nicht weiter Thematisieren , ich halte Gewalt auch nicht für den richtigen Weg.
Wie gesagt kann ich mich nur an die eine Situation errinnern und das ist auch abschließend schnell erzählt , da habe ich so ziemlich alles was zu bruch gehen konnte auch zerbrochen weil mir eben irgendetwas nicht gepasst hat da ich wie gesagt ein eher jähzorniges Kind war :) Und was blieb ihr da groß über?
In mein Zimmer sperren hätte sie mich ja auch nicht können ohne "Gewalt" . Die Polizei rufen ? Meinen Vater anrufen nach dem Motto , ich weiß du bist grad geschäftlich 1000 km entfernt aber dein Sohn nimmt grade die Wohnung auseinander könntest du mal her kommen :D ?

Ich nehme ihr das in dieser Situation nicht übel denn auch ich wüßte mir da nicht zwingend zu helfen :)

Bine60, 24. Juni 2014, um 00:08

@ ohne
das hat mit pazifismus nichts zu tun!
ich weiß wovon ich schreibe!
geschlagene kinder werden häufig zu schlagenden eltern.
die dunkelziffer ist riesig!
unter anderem deshalb, weil es solche argumentationen gibt wie die deinige!

SoSick, 24. Juni 2014, um 00:11

Nochmal ganz kurz Melissa , alle die mich kennen werden dir bestätigen das ich alles andere wie Gewalttätig bin :) Klar ab und an hatte ich auch mal eine rauferei und klar muss ich mich auch heute manchmal abreagieren , aber das mache ich dann durch jogging oder Fitnesstrainig . Wie erwähnt gibt es einfach bestimmte Situationen wie die obrige da muss einfach eine klare Grenze gezogen werden ....
Und nochmal ich bin auch kein Fan von Gewalt egal gegen wen weder gegen Frau noch Kind noch Mann noch Tier .

Bine60, 24. Juni 2014, um 00:22
zuletzt bearbeitet am 24. Juni 2014, um 00:28

SoSick, das habe ich hier niemandem unterstellt.
nur diskutiert ihr hier auf einer ebene, die nicht mehr der realität entspricht.

es ist GESETZESWIDRIG hand an sein kind zu legen.
und das ist in meinen augen gut so.
es gibt andere mittel, kindern grenzen aufzuzeigen.

ich als 3fache mutter war oft an meinen grenzen.
auch ich habe aus hilflosigkeit manchmal überreagiert.
es war FALSCH!
zum glück habe ich mir rat geholt und andere wege gefunden.

Ex-Stubenhocker #34661, 24. Juni 2014, um 00:31

Melissa:

Ich gebe Dir absolut recht. Gewalt gegen Kinder stellt rechtlich eine Körperverletzung dar, ist entwürdigend und verletzt die Menschenwürde. Ich dachte immer, dass das in unserer Gesellschaft Konsens ist.
Wenn man meint, diese Einstellung als Pazifismus abzutun, wird mir ganz anders. Zum einen: Mir ist jeder Pazifist lieber als ein tötender Soldat. Zum anderen: Dahinter steht doch etwas versteckt der Vorwurf, dass man ein etwas weltfremder Gutmensch ist.

Ob eine Ohrfeige einem geschadet hat oder nicht, ist doch nicht die Frage. Entscheidend ist vielmehr, dass auf diese Art überholte Erziehungsmethoden von Generation zu Generation weitergegeben werden.

eggii, 24. Juni 2014, um 00:45

Ich wollte mal was zum threatnamen äussern.
Natürlich geht das Kindswohl uns alle an !
Ich kämpfe seit einem Jahr um das Sorgerecht, was ich auch habe, nur nicht nutzen kann.
Es wurde über Gericht gestritten.
Das Jugendamt informiert.
Nun ist eine Erziehungsberatungsstelle zuständig.
Es wird über Monate der Umgang verschleppt.
Mein Kind wird von seiner Mutter so beeinflusst, so das er keine andere Wahl hat als sich zu beugen.
Mit welchem Recht und Argumenten hier agiert wird erschließt sich mir nicht.
Ich habe alle Rechte ums Kind.
Kann es nur nicht nutzen.
Mein Kind wurde zwar angehört deswegen.
Mir wird aber der Umgang verwehrt.
Der Staat verschleppt gerichtlich sogar den Umgang.
Ich muss um jede Information betteln !
So habe ich mein Kind seit fast einem Jahr nicht mehr sehen dürfen ausser dem Termin eingeklagtes Sorgerecht vor dem Gericht im letzten Jahr.
Es sollte bis Juni diesen Jahres geklärt werden.
Alles Asche.
Mir wurde 1 Jahr geraubt um überhaupt über eine gerechte Erziehung reden zu dürfen.
Geschweige denn mein Kind zu sehen.
Als Zusatz, ich lebe seit einem Jahr getrennt.
Wem erging es ähnlich ?

macwing, 24. Juni 2014, um 00:46

och ist das alles schoen zu lesen. keine schlaege fuer kinder, steht ja so im gesetz. ich bin direkt nach dem krieg geboren. in der volksschule habe ich fast taeglich dresche gekriegt und zwar jedes mal zu recht. wurde unsinn gemacht, ich war dabei. daemliche belehrungen haetten eh' zu nichts gefuehrt, sondern eher zum unsinn machen ermutigt.
dann kam das gymnasium. auch nicht besser.
nach dem abi die bundeswehr und ausbildung,studium. urploetzlich durften kinder lt. gesetz keine dresche mehr bekommen. kinder verklagten ihre eltern auf unterhalt und auf finanzierung eines 2. studiums. meine konsequenz: keine kinder.
als die handy- u. pc generation aufkam habe ich meine kinderverweigerung nie bereut.
fuer meine altersversorgung bin ich selbst aufgekommen und wenn ich nicht mehr selbst fuer mich sorgen kann, wird eben eine pflegekraft eingestellt. meine frau und ich sind mit dieser entscheidung soweit bestens klar gekommen.

Bine60, 24. Juni 2014, um 00:59

@ macwing
die kinder, die durch euch nicht auf diese welt gekommen sind, sind euch für eure entscheidung bestimmt dankbar.

macwing, 24. Juni 2014, um 01:05

jo, und wir sind dankbar, dass wir sie nicht haben. aber ganz so ist es doch nicht. wir haben ein patenkind in honduras, welches wir ueber die normale patenschaft hinaus unterstuetzen. mal sehen, was dabei raus kommt.

ganzweisseweste, 24. Juni 2014, um 03:32
zuletzt bearbeitet am 24. Juni 2014, um 03:32

Ich denke, dass man dem einen oder andere dummen Bengel hier durchaus mal einen hinter die Löffel hauen sollte.

ganzweisseweste, 24. Juni 2014, um 03:34

und hinter den meisten schnäppchen
lauern schläppchen.

riesling15, 24. Juni 2014, um 09:11

falsch Weste. Ein Schlag ins Gesicht, ob hinter die Löffel oder eine Ohrfeige kann ein Kleinkind überhaupt nicht werten und einordnen.
Aber.......... ich sehe keinen Frevel nem Steppke oder ner Steppkin .-))) mal den berühmten Klaps auf den Po zu geben.
Sowas würde zumindest bei mir nicht unter "schlagen oder gewalt" fallen.
Meine Eltern haben mir nie was boeses getan diesbezüglich, aber ich musste vom 14.-16. Lebensjahr in einem kath. geführten Internat miterleben, wie meine Mitschüler teilweise von den Patres tracktiert worden sind.
Mein Vater wollte das anfangs nicht glauben, bis er dann nach 2 Jahren ein Einsehen hatte und mich von dort wegnahm.

ohne_11, 24. Juni 2014, um 11:13
zuletzt bearbeitet am 24. Juni 2014, um 11:22

@melissa:
"die kinder, die durch euch nicht auf diese welt gekommen sind, sind euch für eure entscheidung bestimmt dankbar."

Findest du das in Ordnung, so zu werten? Setzt du automatisch gleich, dass Eltern die in manchen Ausnahme-Situationen mal "ein paar hinter die Löffel" geben gleich schlechte Eltern sind?
Ich muss sagen, das finde ich ziemlich anmaßend und überhaupt nicht in Ordnung.
Das gabs bei mir wie gesagt auch, in Situationen, wo ich es aus heutiger Sicht mehr als nachvollziehen kann. Deswegen hatte ich trotzdem liebevolle Eltern und eine glückliche Kindheit! Du tust ja geradezu so, als wären jede Eltern, die deinen anti-autoritären Stil nicht verfolgen Raben-Eltern, die den ganzen Tag mit einem Kasten Öttinger auf der Couch sitzen und RTL schauen...

Ich halte auch absolut nichts von dieser Überverhätschelung.
Wir hatten früher bei uns z.B. in der Nähe einen Spielplatz, der war ständig voller Kinder (mich eingeschlossen^^), da war alles vertreten von 4-12. Jemand älteres war die im Prinzip nie zu finden. Dann setzte eine schleichende Entwicklung ein, dass Eltern plötzlich der Meinung waren, sie müssen mit ihren Kindern zum Spielplatz gehen (mir wäre das als Kind peinlich vor meinen Freuden gewesen, wenn meine Eltern da mitkämen! :D ). Irgendwann war das Verhältnis dann 2:1 für die Eltern, weil kein Kind mehr alleine zum Spielen rausgehen durfte.
Der Gipfel war dann, als einer alleinerziehenden Mutter das Jugendamt(!) auf den Hals gehetzt wurde von Nachbarn, weil ihr 7(!)-Jähriger Sohn alleine auf dem Spielplatz war! Kein Scherz!
In so einer überzogen fürsorglichen, zur Unselbstständigkeit erziehenden Gesellschaft kann ich macwing's Entscheidung gut nachvollziehen.

@watcher: klasse Beitrag!

Bine60, 24. Juni 2014, um 11:54
zuletzt bearbeitet am 24. Juni 2014, um 11:56

@ ohne
wenn du mich anmaßend findest, bitte...

aber wer folgendes schreibt:

"ich bin direkt nach dem krieg geboren. in der volksschule habe ich fast taeglich dresche gekriegt und zwar jedes mal zu recht."

und das HEUTE, der hätte mit dieser einstellung seine kinder "erzogen".
da war nicht von "ausnahmesituationen" die rede.
"täglich dresche" bekommen ist keine ausnahmesituation - und wer das gutheißt sollte vielleicht besser keine kinder bekommen.

außerdem verwechselst DU da was:

" Du tust ja geradezu so, als wären jede Eltern, die deinen
anti-autoritären Stil nicht verfolgen Raben-Eltern, die den ganzen Tag
mit einem Kasten Öttinger auf der Couch sitzen und RTL schauen..."

"anti-autoritär" - wie definierst du das?

scheinbar weißt du nicht, was der begriff "autoritär" bedeutet.

im ureigentlichen sinn heißt es nämlich nichts anderes, als "zuständig"- "kompetent".

was das angeht, bin ich wahrlich NICHT für eine anti-autoritäre erziehung!

liebe grüße
mel

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