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Unterhaltung: 25 Jahre Mauerfall - Emotionen und Erinnerungen - Dank an die Montags-Demos!

Schnell verging die Zeit, als die Ostzone (manche nannten sie DDR, obwohl es keine Demokratie war, vielmehr eine brutale Diktatur) dann am 9. November, heute vor 25 Jahren zusammenbrechen musste.
Vorwiegend Dank an die Montags-Demos, die ein Risiko bei dieser brutalen Diktatur eingingen, es aberohne Blutvergießen geschafft haben mit Erfolg!
Dank auch an Michael Gorbatschow, der wusste, dass mit dem bankrotten selbsternannten "Staat" nichts mehr zu machen war. Allerdings hätte er auch die Zeit spielen lassen können. Immerhin verloren auch Millionen Russen durch Deutsche in der Diktatur davor ihr Leben.

Ich habe einige Jahre in Berlin-West gewohnt.
Einerseits, weil es zu der Zeit (Anfang der 70er-Jahre) noch finanziell interessant war durch Extrageld usw.
Andererseits war es reizvoll, als junger Mensch eine Weltstadt kennenzulernen. Ab dem 3.Jahr in Berlin wohnte ich im Bethanienhaus in Kreuzberg, das Haus gehörte zum Personal des Urbankrankenhauses, wozu ich gehörte. Der Eingang war direkt (nur etwa 30 Meter) an der Mauer.

Sicher gefielen mir auch die Westberliner Mädels und auch die Krankenschwestern desHauses. Aber ich verlobte mich mit einem Mädel aus Köpenick, die Tochter einer Arztpraxis. Unser Sehen fast täglich kostete jedesmal Umtausch und Straßengebühr, und um 24 Uhr wars Zeit für die Grenze.
Nach Monaten ging es zu Ende, damals gab es keine Hoffnung auf bessere Situationen. Einen Freund von mir verhafteten die sogenanntan Stasis (wirklich schlimme Schweine), er war lange in Haft, nur weil er jemand im Kofferraum ins gleiche Land, nämlich Deutschland, bringen wollte.

Zum Schluss, wer die Schicksale nicht direkt erlebt hat damals, möge sich eher zurückhalten. Es war unmenschlich und grausam. Dies zum 9. November als Rückblick!

Als die Mauer gebaut wurde, war ich gerade mal 11 Jahre alt und hatte wenig Vorstellungen, was dies für eine Stadt und ein Land bedeutete. Beim Mauerfall beeindruckte mich das ganze politische Szenario ebenso wie das Ergebnis natürlich schon in ganz anderem Maße. Wenn auch Stammtischparolen zu hören waren, die nicht gerade einheitsfördernd zu nennen waren, so kann man doch sagen, dass Deutschland heute zusammengewachsen ist. Klar gibt es Lästerungen u. ä., doch ist dies auch zwischen Bayern und Hamburgern der Fall und hat mit Politik glücklicherweise nichts zu tun. Eine Leistung, auf die wir stolz sein können. Und ich bin sicher: Auch die politische Aufarbeitung wird gelingen, Linke hin, Linke her, die Vergangenheit als Lehre dienen lassen und konstruktiv in die Zukunft schauen, das ist es, was man von Politikern erwarten muss und kann. Ich wünsche der neuen Generation von Politikern und Bürgern, dass sie sich davon löst, bei jedem gesprochenen oder geschriebenen Wort sofort das Haar in der Suppe zu suchen, sondern vorurteilsfrei an das herangeht, was der andere zu sagen hat und ihm unterstellt, dass er die gleichen begrüßenswerten Ziele wie man selbst hat. Oder alles dafür tut, um ihm nachzuweisen, dass er andere, weniger begrüßenswerte, hat.

"MarkusDerAlte vor 42 Minuten

Schnell verging die Zeit, als die Ostzone (manche nannten sie DDR, obwohl es keine Demokratie war, vielmehr eine brutale Diktatur) dann am 9. November, heute vor 25 Jahren zusammenbrechen muss."

Von der "Ostzone" hat allenfalls noch Alfred Tetzlaff in ein "Herz und eine Seele" gesprochen. Selbst in der Springer-Presse hieß es nicht Ostzone, sondern "DDR". Auch die DDR hat den Westen konsequent als BRD und nicht als Westzone bezeichnet.
Wenn der Westen in Gesprächen mit der DDR von Ostzone gesprochen hätte, hätte die DDR sofort die Verhandlungen abgebrochen. Es wäre dann auch nie zu dem sogenannten Wandel durch Annäherung unter Willy Brandt gekommen. Und Willy wollte garantiert nicht den Staat DDR stützen, sondern für die Menschen im Osten etwas Positives erreichen!

Es kommt schon auf den Namen an, doch muss ich hier GB Recht geben. Wenn ein Staat sich Deutsche Demokratische Republik nennen will ("Staat" mal außen vor), dann erreicht man kein einziges politisches Ziel damit, dass
man am Gebrauch des Namens herumfeilt. Demokratie ist in meinen Augen sowieso keine Auszeichnung, die man verliehen bekommt, sondern ein Prozess, zu dem man sich bekennt und um dessen optimierte Realisierung man sich dann bemühen muss. VR China, was bitte ist eine Volksrepublik? War die "DDR" ein Unrechtsstaat? Ist eine solche Wortklauberei wirklich von irgendeiner Bedeutung für die Zukunft? Für mich sind solche Formen der versuchten Vergangenheitsaufarbeitung einfach destruktiv. Menschen und Schicksale dagegen an einem Tag wie heute in den Mittelpunkt zu stellen, das wird dem gerecht, was die Zukunft von uns fordert.

So kenne ich das auch. Vor Gründung der DDR waren "Ostzone" oder "Sowjetzone" die umgangssprachlichen Ausdrücke für die Sowjetische Besatzungszone.
Später setzte die BILD die DDR immer schön in Anführungszeichen ("DDR").
In den 70ern kamen erst einige Bundesländer, dann auch der Bund auf die Idee, dass Kürzel BRD sei kommunistische Agitation. Man möge doch bitte Bundesrepublik ganz ausschreiben.
Pakete in die DDR mussten mit einem X vor der Postleitzahl gekennzeichnet werden. Damit die auf der Post sofort Bescheid wußten, dass das Paket in den Osten ging.
War bei uns jedenfalls Ende der 60er noch so auf dem Postamt.

Einer meiner Lehrer hat sich mal über den Begriff Volksdemokratie lustig gemacht.
Wenn Demokratie Volksherrschaft heißt, was wäre dann aber wohl eine Volksdemokratie?
Eine Volksvolksherrschaft?

An Ekel Alfred kann ich mich auch noch gut erinnern:
"Da bekommt der Lokführer in der Ostzone 2 Briketts und kann zusehen wie er nach Helmstedt kommt."
Ich bin noch 1981 von Hannover ins Ruhrgebiet mit einem "Zonenzug" der DDR Reichsbahn gefahren. Voller Rentner mit Pappkoffern und den Geruch nach Mottenkugeln. Alle auf Westbesuch zu Kindern und/oder Enkeln.

Um 19.40 Uhr gehen heute die 8000 weißen Ballons in die Luft, die die Ex-Grenze markierten....

Danach werden 1 Million Menschen am Brandenburger Tor und davor feiern, nicht von Ost oder West, sondern von Deutschland....

Danke auch, dass echt gute Beiträge hierzum Thema kamen!

Amen

Auch wir Wessis sind das Volk, ich schäme mich meiner Freudestränen nicht!
Deutschland ist wieder zusammen, Berlin wieder eine Stadt, EINE wunderbare, faszinierende Stadt!!!!!

Gibts irgendwo n Knopf zum Abstellen?

Würde mich freuen, wenn ich morgen früh noch ein paar lesenswerte Einträge sehen könnte, Dankeim Voraus!

PS: Desgraciada, sicher verwandt mit einem Ex-Stasi? Oder gar selbst gewesen? Denk daran, dass diesen Unsinn von Dir hier alle lesen können....
Machst Du weiter, machts Du Dich lächerlich wie die Stasis...
Machst Du nicht weiter, ebenso....
schlimm...


Kein
Heiliger hätte sich je als guten Menschen bezeichnet . Dies bleibt den
Scheinheiligen vorbehalten - tue Gutes und rede darüber ...© Peter Rudl (*1966), deutscher Aphoristiker

Wenn man ein Thema nicht ertragen kann, weil man beispielsweise Staub nicht aufwirbeln will, sollte man nicht durch ein billiges Amen oder Zitate anderer, die hier nicht zutreffen, posten! Denn so hätte es sicher auch die Margot H. gemacht....

Dich kann ich einfach nicht ertragen. Wann machst Du endlich ernst und hörst mit Deinen scheinheiligen Postings auf alter Tattergreis?

da fehlt nur noch bissle Salt&Pepper rein

Ich bin durchaus froh über die Wiedervereinigung, hatte nur den Drang persönlich zu werden.

das zustandekommen der deutschen einheit kann man auch anders sehen. die demo haette nie geklappt, waere russland nicht einverstanden gewesen. es wird sogar behauptet, russland haette mit agitatoren die demo erst angezettelt.
russland wollte die ddr einfach los werden,denn es war nichts mehr dort zum ausbeuten.

die wiedervereinigung war allerdings das beste was deutschland je passiert ist.
england und frankreich waren darueber gar nicht sehr erbaut.

Die Wiedervereinigung hatte als Ergebnis die Reinkarnation des eigentlich schon im Sterben befindlichen Kapitalismus und in der weiteren Folge dann, die fast kritiklose Hinnahme der ausbeuterischen Globalisierung, wie wir sie heute erleben ...,

jedenfalls könnte man das mal so als Arbeitshypothese in Raum stellen !

.. jau, das ist sogar fakt.

Das mag ja durchaus sein. Ich liebe aber den Osten Deutschlands,man muss ja nicht alles politisch sehen.

????

das sich der kapitalismus schon im sterben befand bezweifele ich. ansonsten hat johnny schon recht.
wie oder was kann man aendern?

Eine Mauer - etwas Trennendes - wurde gebaut. Das war schlecht. Sie wurde wieder abgebaut - das Trennende war damit weg. Das war gut. Reicht das nicht? Alles andere ist politisch sinnloses Nachtarocken.

johnny , ich bin heute etwas begriffstutzig - kannst mir des von dir geschriebene eventuell anders versuchen zu erklären ?