Unterhaltung: "Moral"

Ex-Stubenhocker #186, 21. April 2014, um 18:19
zuletzt bearbeitet am 21. April 2014, um 18:20

Das Problem liegt in dieser Sache wohl genau darin, dass die Inhalte, die der christliche Glaube (Glaube an Christus ist etwas anderes) vermittelt, so "menschlich" sind, dass viele dazu verleitet werden, sich bereits für gute Menschen zu halten, wenn sie an Christus glauben (oder besser gesagt, sich zu ihm und zu seiner Religion bekennen).

Ein weiteres Problem liegt für mich in der menschlichen Natur. Gebote ohne logisch einsichtige Begründungen zu befolgen fällt eben schwerer als sich so zu verhalten, wie einem sein Verstand sagt. Und je weniger dieser Verstand von Religionen,Ideologien oder undurchdachten, aber als verbindlich geltenden Regularien beeinflusst wird und je mehr er selbständig reflektieren kann, umso eher werden die Menschen entdecken, was wirklich "menschlich" ist.

AbbySciuto, 21. April 2014, um 18:20
zuletzt bearbeitet am 21. April 2014, um 18:21

Das halte ich für eine sehr gewagte These. Die Urinstinkte des Menschen sind nicht Menschlichkeit, sondern das eigene Überleben und der eigene Vorteil.

Ex-Stubenhocker #150923, 21. April 2014, um 18:25
zuletzt bearbeitet am 21. April 2014, um 18:25

das stimmt leider

Ex-Stubenhocker #186, 21. April 2014, um 18:36

was wäre denn dann "unmenschlich"?

Menschen um des eigenen Vorteils willen zu töten (über die Art und Weise will ich mal noch gar nicht reden)?

Stimmt das wirklich, dass das menschlich ist, nur weil es so geschieht?

Und wenn, wieso leider? Wenn es doch menschlicher Urinstinkt ist, dann können wir ja gar nicht anders. Dann wäre doch das, was wir als unmenschlich bezeichnen, gemäß dieses Urinstinkts die wahre Menschlichkeit? Sind wir denn Sklaven dieses Urinstinktes?

Ich will keiner sein.

Ex-Stubenhocker #34661, 21. April 2014, um 19:31

John,

deine folgende Aussage möchte ich so nicht stehen lassen:

"Und je weniger dieser Verstand von Religionen,Ideologien oder undurchdachten, aber als verbindlich geltenden Regularien beeinflusst wird und je mehr er selbständig reflektieren kann, umso eher werden die Menschen entdecken, was wirklich "menschlich" ist."

Ratio macht einen Menschen gewiss nicht per se menschlich. Ich würde eher das Gegenteil behaupten.

Nach deiner Aussage müsste ein nicht religiöser Mensch eher menschlich sein als ein religiöser Mensch. Dahinter steht offenbar der Gedanke, dass der Glaube den Menschen hindert, "frei" zu entscheiden. Dies wird von Atheisten regelmäßig als Vorteil gesehen, da die ratio nicht durch den Glauben an Gott Begrenzungen erfährt.

Ein sich ständig von der ratio leitender Mensch ist mir äußerst suspekt. Es kommen dabei alle Werte (Gefühle, Leidenschaften etc.), die erst einen Menschen ausmachen, zu kurz. Der Rationalist wird im Zweifel auch eher sich selbst als seine Mitmenschen lieben, es sei denn, die Nächstenliebe ist im konkreten Einzelfall von Vorteil.

Ex-Stubenhocker #150923, 21. April 2014, um 19:36

ich hätte das nicht besser ausdrücken können.
Letztlich ist für MICH Ratio und Emotio von Gott gewollt und gegeben.
Ich bin frei beides einzusetzen, aber ich verantworte auch beides.

Ex-Stubenhocker #34661, 21. April 2014, um 19:46

So ist es. Ratio und Emotio schließen sich auch nicht aus, sondern sind miteinander verschränkt und ergänzen sich somit sinnvoll.

Ex-Stubenhocker #150923, 21. April 2014, um 19:51

auch wenn bei mir manchmal die Emotio dominiert :-))

Ex-Stubenhocker #34661, 21. April 2014, um 19:57

... das kann ja mitunter durchaus reizvoll sein :)))

Ex-Stubenhocker #150923, 21. April 2014, um 21:00

Nun ja Sascha ,nur ein "fühlender Mensch" kann das beurteilen

Ex-Stubenhocker #150923, 21. April 2014, um 21:10

Ja da bin ich mir sicher !

Ex-Stubenhocker #150923, 21. April 2014, um 21:43

Da bin ich so gar nicht traurig

Ex-Stubenhocker #34661, 21. April 2014, um 22:03

Sascha:

Hatte dich bislang noch nicht als "Persönlichkeit" wahrgenommen. Ist mir möglicherweise etwas entgangen?

Ex-Stubenhocker #186, 21. April 2014, um 22:07

"Ein sich ständig von der ratio leitender Mensch ist mir äußerst suspekt. Es kommen dabei alle Werte (Gefühle, Leidenschaften etc.), die erst einen Menschen ausmachen, zu kurz. Der Rationalist wird im Zweifel auch eher
sich selbst als seine Mitmenschen lieben, es sei denn, die Nächstenliebe ist im konkreten Einzelfall von Vorteil." "Letztlich ist für MICH Ratio und Emotio von Gott gewollt und gegeben.
Ich bin frei beides einzusetzen, aber ich verantworte auch beides."

Wenn ich auch mit euch nicht darüber einig bin, dass ratio und emotio von Gott kommen, so doch darin, dass der Mensch aus ratio und emotio besteht.

Jawohl, Elfenspiel, beides ist verantwortlich einzusetzen, um deine beiden Sätze zu vereinen. Was aber ist der Glaube? Er ist für mich weder ratio noch emotio, also kein eigentlicher Bestandteil des Menschen. Insofern ist tatsächlich ein Mensch, der sich selbst sucht, für mich menschlicher als einer, der sich als ein von Gott geschaffener definiert.

Ex-Stubenhocker #150923, 21. April 2014, um 22:15

So primitiv wie Du oft bist, sind wenige andere Menschen hier !

Falke-54, 21. April 2014, um 22:17

Ist das widerlich hier alles.

Es ist echt zum Kotzen hier.

Ex-Stubenhocker #34661, 21. April 2014, um 22:18

Sorry, John,

jemand, der bestreitet, dass der Glaube Teil des Menschsein ist bzw. sein kann, ist für mich ein unbelehrbarer Ignorant.

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