Unterhaltung: Geltungssucht = mangelndes Selbstbewusstsein

natural, 16. Juli 2014, um 11:41

...nach dem lesen der letzten Beiträge bin ich erst einmal Rasen mähen gegangen. Nur um das geschriebene zu verstehen. Das Menschen so mit einander reden, obwohl sie mindestens eine Leidenschaft teilen, stimmt mich sehr nachdenklich und macht mich irgendwie traurig.
Ob man einen Menschen mag oder nicht, aber man sollte dem anderen trotz allem mit Respekt begegnen.

gut Blatt allen

Ex-Stubenhocker #76687, 16. Juli 2014, um 11:48

kannst ja auch kommen !!

Ex-Stubenhocker #76687, 16. Juli 2014, um 12:18

Dirndl wäre angebracht

wolfsschnauze, 16. Juli 2014, um 12:25

Die Brüste von Franz im Dirndl? Kann mir mal ein hier raushelfen, bevor ich mir was antue?

Ex-Stubenhocker #76687, 16. Juli 2014, um 12:29

Ja der trägt ja sonst gern Rock , da wäre doch es doch gut wenn er im Dirndl kommt !
Übrigens für Dich hätte ich noch eine Krampusmaske !

Ex-Stubenhocker #157894, 17. Juli 2014, um 12:28
zuletzt bearbeitet am 17. Juli 2014, um 12:28

Ich muss mal wieder kurz der Geltungssucht frönen.

Der Historiker Jürgen Osterhammel (Vergangenheiten - Die Zeitenhorizonte der Geschichte) wurde ausgeladen, nach dem bekannt wurde, das er während der WM den Brasilianern die Daumen drückte.

Jetzt muß ich noch den Smoking aus der Reinigung holen und an meiner Rede (Der Heringshai - König der Knorpelfische in der Ostsee) feilen.
Heute Abend ist ja großer Geburtstagsempfang im Konrad-Adenauer-Haus, über 1.000 geladene Gäste.

Ex-Stubenhocker #157894, 17. Juli 2014, um 13:45
zuletzt bearbeitet am 17. Juli 2014, um 13:55

Nicht wahr?
Aber über so ein kleines "Boah ey, voll krass Alter, Respekt" hätte ich mich ja dann doch gefreut.
Heute Abend gibt es dann im Konrad-Adenauer-Haus Heringsfilet in Senfsauce aus Rügen, Thüringer Rostbratwurst und Bautzener Senf, Radeberger Pilsener, Nordhäuser Eiskorn und zum anstoßen: Rotkäppchensekt aus Freyburg.

Ex-Stubenhocker #160022, 17. Juli 2014, um 13:57

Der Beitrag von natural hat mich betroffen gemacht.

Ich nehme hiermit ausdrücklich die Bezeichnung "Pausenclown" bzgl. Dagwood zurück und bitte, diese Entgleisung zu entschuldigen.

Gut Blatt

Ex-Stubenhocker #157894, 17. Juli 2014, um 14:09
zuletzt bearbeitet am 17. Juli 2014, um 14:37

Ich suche ein Fischrezept, etwas einfaches, so wie Forellenfilet/Hack auf selbstgemachtem Fladenbrot, bitte nix zeitaufwendiges wie Donauwaller mit Apfel-Kalbskopfkruste, jungem Knoblauch und Gewürzbiersauce.
Ich möchte für den Gala-Geburtstagsempfang etwas zum Buffet beitragen. Muss aber schnell gehen.

mmaker, 17. Juli 2014, um 16:44

donauwaller,

Daumen hoch von mir.

Ganz grosses Kino
MM

Ex-Stubenhocker #157894, 17. Juli 2014, um 16:55

Ich möchte mich bei Allen bedanken, die mir ihre Rezepte und Ratschläge zugesandt haben.
Jetzt weiß ich auch wie man einen Donauwaller fachgerecht filetiert. Der Vorschlag, nicht selbst etwas zuzubereiten, mangels Zeit und bei Nordsee einfach 10 Bremer (Fischfrikadelle miz Ketchup im Brötchen) zu kaufen hat mir auch gefallen.
Plan B.

:-)

mmaker, 17. Juli 2014, um 17:22

Natural,

was soll ich sagen... dass Deine Betroffenheit (sry, mir fällt gerade kein anderes Wort ein) komplett echt ist, weiss ich bei Dir.

Vielleicht hilft das Bild von den Klowänden in Kneipen, dass ich schon so oft bemüht habe ein wenig. Soll heissen, die Seiten, die Menschen hier offenbaren, lassen gottseidank nicht Rückschlüsse auf die gesamten komplexen Persönlichkeiten zu.

Dieses Medium bring manchmal das Beste, manchmal auch das Schlechteste von Menschen zum Vorschein.

Dass man hier relativ ungestraft "die Sau rauslassen kann" hat auch positive Effekte: manchmal kommt auch dabei Wahrheit zu Tage und manchmal ist es vielleicht auch ein gesundes Ventil für Dinge, die in der "realen Welt" keines finden.

Was Du beschreibst ist aber schlicht, dass vergessen wird, dass auf der anderen Seite der TCPIP-Leitung auch ein Mensch steht, der genauso verletzlich ist wie man selbst. Den Schuh sollte sich in der Tat jeder anziehen.

Für mich selbst ist das Ganze Schwänze vergleichen, sich hervortun wollen und auch die Shitstorms erfahrungsgemäß ein Grundrauschen eines solchen Mediums. Die Abläufe und "Regeln" sind immer die gleichen - die Ergebnisse auch.

Meine persönliche Kritik setzt viele Ebenen tiefer an als Deine: ich werde dann hellhörig, wenn es um Scheinheiligkeit und Wagenburgmentalität geht, die das Gute an diesem Medium bedroht, nämlich die grundsätzlich mögliche Vielfalt der Meinungen und die Freiheit, sie auch auszusprechen.

Für mich ist das Ganze eine hervorragende Übung in Toleranz hier. Nirgendwo sonst werde ich mit so viel Unfug, Irrglauben und schlechtem Benehmen konfrontiert wie hier. Dagegen vorgehen kann man soweit man Spass und Lust dazu hat, man sollte nur nicht den Fehler machen, zu glauben, man könnte gewinnen. Letztendlich leitet es lediglich dazu an, die Menschen so anzunehmen, wie sie halt manchmal sind. Wenn man das tut, hat man die Chance, auch im letzten Dummbratz plötzlich interessante Aspekte oder liebenswerte Seiten zu entdecken.

Das weisst Du aber alles selbst...

Was ich Dir letztendlich sagen will? Bitte verlier nicht Deinen Glauben an das Gute im Menschen wegen dem, was Du hier siehst. Bitte sieh eher Kinder im Sandkasten wie einige andere so treffend verglichen haben.

Ich glaube immer noch fest, dass alles halb so schlimm ist, wie es wirkt :)

MM

Ex-Stubenhocker #160022, 17. Juli 2014, um 17:37

Hoffe dass Du recht hast MM!

Deine Anmerkung "hervorragende Übung in Toleranz" ist mehr als richtig, schade nur, dass Du das so explizit ansprechen musstest!

Liebe Grüße
Donauwaller

natural, 18. Juli 2014, um 13:27
zuletzt bearbeitet am 18. Juli 2014, um 13:29

...MM,
klasse geschrieben und tiefgreifend dazu. Das mit dem spüren der eigenen Toleranzgrenze ist klasse. Diese Erfahrung teilen sicher die meisten hier. Das intressante ist diese bei anderen Menschen im Internet nicht zu provozieren, sondern zu erkennen.
...icke wünsche allen ein sonniges Wochenend mit netten Menschen, anregenden Geprächen und Kopfknisternde Skatspiele.

Ex-Stubenhocker #157894, 18. Juli 2014, um 16:17
zuletzt bearbeitet am 18. Juli 2014, um 16:32

... "entartete Verhaltensweisen"... ???

Geht es noch?

Wenn du nach einem stärkeren Begriff als "Beleidigungen" suchst, wie wäre es mit "asozialen Verhaltensweisen"?
Wenn du etwas weniger grobes erwähnen möchtest, das aber wissenschaftlicher klingt, wie wäre es mit dem Vorwurf "dissoziale Persönlichkeitsstörung"?
Aber "entartet" geht gar nicht.

mmaker, 18. Juli 2014, um 17:27

johnnyblue,

es gibt immer Grenzen, ja. Toleranz wird zu Schwäche und Selbstaufgabe, wenn man sie über alle anderen Werte stellt.

Wer glaubt, das Leben so einfach interpretieren zu können, verrät sich selbst.

In puncto Toleranz gibt es da finde ich eine Regel, die auch nicht immer aber doch oft hilft: Keine Toleranz der Intoleranz.

Allgemein ist glaub ich immer die Abwägung zwischen verschiedensten Werten, die alle ihre Berechtigung haben, sich aber im Detail/realen Situationen gern mal widersprechen können, die schwierigste Aufgabe im Leben. Jeder kennt das. Ganz einfaches Beispiel: Konflikt zwischen der Loyalität gegenüber einem guten Freund und der Tatsache, dass der etwas tut, was man nicht gutheissen kann und gegen das man an sich vorgehen müsste.

Das ist genau der Grund, warum man für mich den einfachen Lösungen,den Alleswissern und ihren Parolen und Ideologien mit Vorsicht begegnen sollte.

Zweifel ist fast immer eine Tugend - damit meine ich aber nicht die Besserwisserei und das zur Schau getragene pseudo-gutmenschliche Bedenkentragen, das zum Beispiel aus einem harmlosen Freudenstanz an den Haaren herbeigezogen eine miese politische Aussage machen möchte.

MM

ps: Darkwood hat mit seinem Hinweis natürlich Recht. Mit diesem Begriff ist übelst umgegangen worden. Er ist dabei so vergewaltigt und verbrannt worden, dass man ihn nicht mehr verwenden kann, ohne dabei bei Leuten einen riesigen Misthaufen von zusätzlicher Bedeutung zu erzeugen, den Du denke ich nicht gewollt hast.

Ex-Stubenhocker #160022, 18. Juli 2014, um 17:56
zuletzt bearbeitet am 18. Juli 2014, um 17:57

@ mmaker

"Keine Tolerant der Intoleranz."

Ein traumhaft schöner Satz, den ich zwar gerne unterschreiben würde, es aber aufgrund meiner persönlichen Lebenserfahrung nicht kann.

Irgendwie schwanke ich als einer der "Streithähne" in diesem Thread zwischen Deiner Meinung und der von johnnyblue.

Einerseits habe ich ein ausgeprägtes Harmoniebebürfnis, andererseits halte ich es für falsch die Klappe zu halten, wenn es über die Hutschnur geht.

Natürlich kann man zurecht sagen, dass hier auf dieser Plattform keine Politik gemacht wird, aber dieses "ungute Gefühl" von Dir beim Einstieg in diesen Thread kann ich mehr als nachvollziehen.

Nichts für ungut und Gut Blatt

mmaker, 18. Juli 2014, um 18:32

donauwaller,

die Grenzen dessen, womit Du Dich beschäftigen möchtest und mit wem Du reden möchtest, worauf Du Dich einlassen möchtest, definiert Du ganz alleine.

Niemand kann und will Dir das vorschreiben.

Wenn Du aber denken würdest, Du könntest anderen Leute vorschreiben, was und wie sie etwas zu schreiben haben, würdest Du gleich doppelt falsch liegen: Zum einen wäre das eine Anmassung Deinerseits, die man mit Recht bemängeln könnte. Viel wichtiger aber: Du hast doch überhaupt keine Mittel, Deinen Wunsch auch durchzusetzen.

Im Resultat fürhren solche Versuche nur zu einer Verschärfung der Situation: Du musst noch viel mehr über Dinge und mit Leuten kommunizieren, die Dich nicht weiterbringen, ohne dass Du irgendeine Aussicht auf Erfolg hättest. Und schliesslich weisst Du auch, dass Deine Bemühungen die für Dich unangenehmen Schreiber beflügeln werden, so dass der Effekt noch weiter negativ verstärkt wird.

MM

ps: Ganz wichtig: dies ist keine Beschreibung allgemein menschlichen Sozialverhaltens, sondern gilt nur unter den hier in diesem Medium definierten Regeln. Beobachtungen aus der Welt da draussen kann man nur teilweise übertragen.

ps2: (auch wenns offensichtlich ist) Die Grenzen des Erlaubten enden hier an den Grenzen des Strafgesetzbuches, den AGB des Betreibers und der Interpretation durch die Admins. Wer zusätzliche Regeln möchte, muss entweder den Gesetzgeber oder den Betreiber dazu bringen, diese zu erweitern und das dann auch durchzusetzen. Ich glaube, diese einfache Tatsache wird oft schlicht ignoriert.

mmaker, 18. Juli 2014, um 18:57

ps3: Und genau deshalb sind solche Foren eine solch grandiose Versuchswiese, um Toleranz zu üben: weil einem hier einfach schlicht nichts anderes übrig bleibt. Nirgendwo sonst ist es so oft ein Thema, wie man sich in dieser Freiheit positionieren möchte. Es wird viel Nachdenken über Dinge herausgefordert, über die sonst nicht nachgedacht wird, weil sie im heimischen Bereich so selten auftauchen: wie tolerant kann ich sein, wenn mir etwas nicht gefällt? Wie reagiere ich auf Vorwürfe/Korrekturen, die zwar richtig sind, bei denen es mir aber schwer fällt, sie gelten zu lassen, weil ich das Gegenüber, das sie geäußert hat, nicht mag? Wie gehe ich halbwegs sinnvoll damit um, wenn jemand offensichtlich Quatsch erzählt, für vernünftige Argumente aber nur ein taubes Ohr hat? Wenn ich unangemessen angegangen werde, welche Mittel der Eskalation und Deeskalation habe ich dann wirklich? Treibt mich irgendetwas an, auf eine bestimmte Art zu reagieren, obwohl es doch objektiv gesehen eine ganze Anzahl von möglichen Alternativen gibt? Gelingt es mir, rein sprachlich das auszudrücken, was ich wirklich meine? Was will ich eigentlich gerade, verstehen, überzeugen oder gewinnen? usw. usw.

Wenn es sowas wie das hier noch nicht gäbe, müsste es dringend erfunden werden.

(Geschwätzigkeit und übermäßige Euphorie bitte entschuldigen; ich hab heute morgen vergessen, meine Tabletten zu nehmen)

MM

Ex-Stubenhocker #160022, 18. Juli 2014, um 23:19

MM,

Du weist, dass ich Dich und Deine Meinung sehr schätze und danke für Deinen Beitrag!

Dennoch habe ich ein ungutes Gefühl weil ich meine heraus gelesen zu haben, dass Du die Möglichkeit einer Diskussion/Debatte schon per se als "gut" ansiehst.
Ist es bestimmt auch, doch wenn solche immer nur unter der jeweils speziell gebauten "Käseglocke" statt finden ist das nichts anderes als im Sandkasten zu spielen.
Passt aber gut in das Gesamtbild unserer medialen Gesellschaft: "Talkshows ohne Ende, am besten noch mit Promis, jeder kann sich mit irgendjemandem identifizieren und danach gut schlafen..."

Bin davon überzeugt, dass die überwiegende Mehrheit im Zweifel sagen würde, dass wir in der perfekten Demokratie leben.

Im alten Rom nannte man das "Brot und Spiele" und die Jungs wussten wie es geht.

Ist halt nur ein ungutes Gefühl bei mir und wenn Du jetzt "Spinner" zurück schreibst, bin ich Dir ganz sicher nicht böse.

;-)

Liebe Grüße

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