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Unterhaltung: Arbeitsrecht. Wer kennt sich aus?

Liebe Skatfreunde

Ich habe folgende Frage in einer arbeitsrechtlichen Angelegenheit und wer sich auskennt ,ich wiederhole "wer sich auskennt" und eine Antwort darauf hat dem wäre ich dankbar.Das ganze natürlich auch als pn. Mal sehen ob es diejenigen die es nicht wissen schaffen sich aus dem Thread rauszuhalten.

Also: In einem Arbeitsvertrag über ein 400.-Euro Minijob verhältnis wird vereinbahrt das der AN an maximal 5 Tagen im Monat arbeiten darf.Dafür erhält er pauschal 400.-Euro pro Monat.

Der AG beschäftigt den AN 2 Jahre lang immer diese 5 Tage pro Monat und zahlt die 400.-lohn

Nach einem Streit bezüglich nichtbezahltem Jahresurlaub zwischen AG und AN setzt der AG den AN 3 monate gar nicht mehr ein und dannach nur noch 1 Tag pro Monat ein um so den Urlaubsanspruch und den Lohn auf 80.-Euro pro Monat zu kürzen.

Meine Fragen dazu:

Hat der AN rechtlich trotzdem Anspruch auf 5 bezahlte Tage im Monat und den bezahlten Jahresurlaub der sich aus diesen 5 Tagen errechnet oder darf der AG einfach beides kürzen.

Im weiteren wird im Arbeitsvertrag bezüglich Urlaubsanspruch auf die gesetzlichen Bestimmungen verwiesen.

Danke für die Antworten!

du kannst BIS! 400€ steuerfrei dazu verdienen, dein Arbeitgeber meldet dich entsprechend an, aber einen tatsächlichen Anspruch auf 5 bezahlte Tage mit 80€ im Monat hast du nicht

Ja, 1€ Job

http://de.wikipedia.org/wiki/Arbeitsrecht
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http://www.internetratgeber-recht.de/Arbeitsrecht/frameset.htm?http://www.internetratgeber-recht.de/Arbeitsrecht/GerinfuegigeBeschaef/gba4.htm
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http://www.123recht.net/400-Euro-Job-Recht-auf-bezahlten-Urlaub-__f35568.html
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Dieser Eintrag wurde entfernt.

ich würde bei der gewerkschaft oder berufsgenossenschaft anrufen und mal dort nachfragen.
die sollten das normal genau wissen......
Karo-Sieben

Dieser Eintrag wurde entfernt.

sorry Alter .-))) ich hatte nicht richtig gelesen, las es als 5 Tage die Woche, deshalb auch mein vorheriges Posting.

Empfehle Anwalt oder Rechtsantragsstelle beim Arbeitsgericht. (AlterEgo). Diese Antwort macht Sinn.
Aber in diesem Zusammenhang: Meine Frau arbeitete bis 2011 auch auf der Basis der geringfügigen Beschäftigung. Und obwohl Rechtsanspruch und gesetzliche Regelung bestand, gab es keinerlei Lohnfortzahlung bei Krankheit, Feiertag von Urlaubsgeld ganz zu schweigen.
Und das ist sicherlich kein Einzelfall. Da gehen die AG einfach nach dem Motto vor: Hund friss oder stirb...... willst du nicht, nehmen wir den nächsten Willigen.
Nun klag diesen Rechtsanspruch mal ein .-(((

... wird wohl kein weg an Rechtshilfe vorbei gehen :-(

@Amadeus
Ja kenne ich genau so, man ist irgendwo im luftleerem raum... friss oder stirb.
aber in o.g. Fall gibt es ja einen schriftlichen Vertrag, vllt ist da ja wirklich etwas einzuklagen, doch bekanntlich nach klage, folgt die kündigung.

So spielt das Leben!

so long

yes

guten morgen Watcher du bist natürlich nicht hohl......hier gibt es ja so viele, die sich in sehr vielen Dingen auskennen warum nich tauch hier,

Mit Arbeitsvertrag hat man auch den gesetzlichen Anspruch auf den Urlaub, ist aber Branchen- abhängig mal sind es nur 18 Tage und mal sind es 22 Tage,
mehr nicht...Den Urlaub darf er nicht kürzen, aber die Stunden darf er.........er kann immer sagen hat nicht genügend Arbeit, sie/oder er steht da in einem luftleeren Raum.......

Das sind und bleiben immer prekäre Arbeitsverhältnisse......leider

Bezahlter Urlaub, Lohnfortzahlung bei Krankheit und am Feiertag (sofern dieser Tag ein Arbeitstag für den Betr. gewesen wäre, weil er an festen Tagen arbeitet) besteht grundsätzlich bei geringfügiger Beschäftigung und ist auch einklagbar.

Die zugesichterten 5 Tage pro Monat kann er AG auch nicht einfach ändern, ohne dass er das in irgend einer Form schriftlich ankündigt.

Wichtig ist, seine "Arbeitskraft" ausdrücklich zur Verfügung zu stellen (schriftlich), dann muss er die 5 Tage auch zahlen, ob er die Person einsetzt oder nicht.

Trotz allem Rechtsanwalt aufsuchen, schon alleine weil das besonders kleine AGs schnell zurückrudern lässt.

Hab selber so etwas mal erlebt, ein Brief vom Anwalt reichte und sie haben alles nachgezahlt.

Klar gab es keine Weiterbeschäftigung, aber das Verhältnis ist eh zerrüttet und so schwer ist es nicht was Neues zu finden. Und beim nächsten Mal die Sachen gleich im Vorfeld klären und sich erst gar nicht auf illegales einlassen.

Leider lassen die meisten das mit sich machen.

wenn vorher laut vertrag immer 5 tage im monat gearbeitet wurden,dann kann der arbeitgeber das ohne vertragliche änderung denen beide schriftlich zustimmen müssen weder einfach nach unten oder oben ändern!
es gilt das bundesdeutsche urlaubsgesetz,wobei hier der urlaub anteilig berechnet werden muss,nämlich 1/12 der gearbeiteten tage in einem monat!
p.s.aber wer braucht denn bitte urlaub wenn er nur 5 tage im monat arbeitet?

übrigens kann man ab dem 01.01.2013 bis 450€ steuerfrei dazu verdienen!

nu hab ich bei watchers eingangsposting noch gelesen das maximal 5 tage im monat gearbeitet werden sollen.
das heisst dann doch das der arbeitgeber ihn auch nur 1 tag beschäftigen muss!

interessante Frage. Leider kann ich keinen Rat geben, aber mal ein Hinweis, wie es in Nordamerika ( Canada ) aussieht.

10 Tage Urlaub im Jahr, aber unbezahlt.
Lohnfortzahlung im Krankheitsfall gibt es nicht.
Arbeitsplatzsicherung, egal wie lange in der Firma, gibt es nicht.

So ist die Gesetzeslage. Natuerlich kann man Absprachen mit dem Arbeitgeber taetigen, aber ob sich dieser daran haelt ist nicht immer gewaehrleistet.

gott sei dank haben wir keine amerikanischen verhältnisse!!!
wo dieses hire and fire hinführt sieht man ja am amerikanischen arbeitsmarkt!

Vielen Dank erstmal für die vielen Hilfestellungen.

Ich muss nochmal ein paar Dinge hinzufügen die ich eigentlich als selbstverständlich hielt aber wohl doch nocht so verstanden wurden.

Wenn ich zu einem Anwalt gehen könnte, in der Gewerkschaft wäre , es selber wüsste oder es beim googeln herausgefunden hätte wäre ich nicht hier mit meinen Fragen.

Ich dachte eigentlich das wäre logisch und es gibt Gründe dafür die ich jetzt nicht weiter erläutern will weil es sonst einfach zu viel wird.

Rechtsanwalt nehmen kommt am Ende teurer als mögliche Zahlungen aus Forderungen.

Ausserdem geht nicht um mich..aber das spielt ja auch keine Rolle .Es geht um eine Sache..

Meine Frage zielen bewusst auf Ansprüche nicht auf Berechungsgrundlagen ab. Und was mir hilft sind aussagen die auf irgendeine Rechtsgrundlage , Urteil , Paragraph oder ähnliches nachvollziehbar sind.

persönlichen"Meinungen" dazu sind zwar lieb gemeint aber da es sich um Rechtssache handelt leider wenig hilfreich.

@marco

Das ist ja einer der Knackpunkte

Es heisst im AV das max 400.-Euro pro Monat verdient werden können. heisst das nun automatisch das es auch minimal 0.-Euro sein können?

Worin ist deine Annahme das der AG den Ag nur einen Tag beschäftigen muss begründet?

@Kim Kong

Du schreibst:

"Die zugesichterten 5 Tage pro Monat kann er AG auch nicht einfach ändern, ohne dass er das in irgend einer Form schriftlich ankündigt."

Woher weisst Du das? Gibt es dafür eine Rechtsgrundlage ? Hast Du irgendeinen Nachweis dafür oder ist nur deine Meinung?

@Amadeus

Rechtsantragstelle bei Gericht hab ich schon angerufen. Die helfen nur bei einer Klageschrift die richtige Form einzuhalten.

Rechtsauskünfte oder Beratung machen Sie nicht.

@Erzieherin

Du schreibst er darf die Arbeitszeit kürzen , aber den Urlaubsanspruch nicht..

Richtet sich der der Urlaubsanspruch faktisch nicht an die geleitesteten Arbeitstage??

Wenn ich beispielsweise 20 Tage pro Monat arbeite habe ich doch nicht denselben Urlaubsanspruch wie an 5 Tagen. Oder liege ich da falsch.

@peppi..Wir sind in keiner Gewerkschaft und die BG hat uns auch an einem Rechtsanwalt verwiesen..zu Teuer

Jeder der einen zu geringen Lohn hat hat Anspruch auf Prozesskostenhilfe. Anwaltskosten, Verfahrenskosten usw werden übernommen

schon klar joker..aber auch wenn man etwas darüber liegt und keine Prozesskostenhilfe bekommt sind Anwaltskosten trotzdem noch zu hoch.

weil du sagtest "bis maximal 5 tagen im monat" steht im vertrag also von 1 bis 5 tagen!
der urlaub laut gesetz muss anteilig gewährt werden,d.h. bei einer vollzeitstelle über 12 monaten beträgt der mindestanspruch 24 tage sofern von tarifparteien nicht anders ausgehandelt!
bei weniger beschäftigten errechnet sich der urlaubsanspruch 1/12 wenn ich dann im jahr 12 tage arbeite also pro monat einem dann habe ich anspruch auf 1!!! urlaubstag!
p.s. mal ehrlich warum haut der/die jenige nicht in sack und zeigt solch einem arbeitgeber den mittelfinger,450€ jobs gibt es wie sand am meer!

ich zittiere mal einen deiner textausschnitte

Also: In einem Arbeitsvertrag über ein 400.-Euro Minijob verhältnis wird vereinbahrt das der AN an maximal 5 Tagen im Monat arbeiten darf.Dafür erhält er pauschal 400.-Euro pro Monat.

genau da ist der hund begraben (maximal)

es ist also keine generelle festigkeit der stunden zur entlohnung gegeben.

diese art der verträge sind leider in mode geraten und sind in sich so gestalltet das sie wie ein kaugummi vom ag interpretiert werden können wie sie wollen.
nach diesen verträgen hat der 400 eurojobber weder auf urlaubsgeld noch auf krankheitsaufall etwas zu erwarten und wenn der arbeitgeber nun noch diesen vertrag so benutzt und der 400 eurojober/rin nun nur noch 1ne stund die woche anbietet will er den/sie einfach nur noch loswerden.

etwas anders wiederum sieht es folgendermassen aus wenn, sagen wir mal sie einen job beispielsweise an einem festgelegten ort/ladengeschäft kontinuirlich über einen langen zeitraum als fester bestand der belegschaft fungiert und dieses ebenso auch vorher so gehandelt wurde bzw dieses auch in anderen filialen oder arbeitsorten dieser firma so gehandhabt wird und wurde und es durch ausfall dieses minnijobarbeiter/in es zu nachweisbaren störungen des allgemeinen geschäftsbetriebes kommt. beispielsweise ist diese arbeitszeit eben ein fester bestandteil zu der gesammten wirtschaftlichen lage des erwerbsstandortes gehört.
dieser ist ja dann auch nicht einfach so vom ag in der zeit kürzbar und ist somit ein fester arbeitnehmerbestand und da kann selbstverständlich auch durch krankheit ein anteiliges lohnausfallgeld eingefordert werden.
urlaubsgeldanspruch besteht NUR DANN wenn die festangestellten kollegen die den gleichen arbeitsplatz teilen überhaupt auch urlaubsgeld bekommen und das über einen zeitraum von über 3 jahren folgend, beim letzten satz bin ich mir wegen der dauer aber nicht so ganz sicher...

egal wie, eine klage am arbeitsgericht lohnt sich nur dann wenn dieses einkommen kontinuirlich ein fester bestandteil des gesammteinkommen darstellt und sich durch eine kürzung der arbeitszeit (ev, noch austausch durch eine andere arbeitskraft) eine elementare schädigung mit sich bringt.....

watcher, so wie ich es sehe, könnten hier die arbeitsrechtlichen Grundsätze der betrieblichen Übung weiterhelfen. Diese basieren auf dem Grundsatz von Treu und Glauben und begründen durch rein faktisches Verhalten auch Rechte und Pflichten, selbst wenn im Arbeitsvertrag hierzu keine expliziten Regelungen getroffen sind. Klassisches Beispiel: Vorbehaltlose Zahlung von Tantiemen. Wie Du schilderst, wurden hier über zwei Jahre 5 Tage im Monat gearbeitet und infolge eines Streites einseitig auf O und dann auf 1 reduziert. Sofern nachweisbar die betriebliche Situation in dem fraglichen Zeitraum so war, dass auch weiterhin 5 Tage im Monat sachgerecht waren, sieht sich der Arbeitgeber dem Vorwurf schikanösen Verhaltens ausgesetzt. Wenn bei dieser Sachlage der Arbeitnehmer dem Arbeitgeber seine Dienste angeboten hat, der Arbeitgeber diese jedoch abgelehnt hat, kommt er möglicherweise in Annahmeverzug. Folge: Der volle Entgeltanspruch bleibt bestehen, der Arbeitnehmer muss sich jedoch bemühen, den Entgeltausfall anderweitig zu kompensieren (so genannte Schadensminderungspflicht).

Leider ist Jura ja keine Naturwissenschaft, will sagen es gibt kein richtig oder falsch. Es ist auch alles sehr stark einzelfallbezogen, sodass kleinste Änderungen im Sachverhalt zu unterschiedlichen Ergebnissen führen können.

georgbest hat es auf den punkt gebracht