Unterhaltung: Lyrik und Prosa gegen Frust

Husumer, 17. Mai 2020, um 17:58
zuletzt bearbeitet am 17. Mai 2020, um 18:04

John original:
Wenn ich gegen Unfrieden dichte, dann ist das doch nichts anderes als das Thema!

Natürlich erwarte ich nicht, dass du meinen primitiven 4-Zeiler in deine Poesiesammlung aufnimmst. 😄

Diesen letzten Satz zu schreiben ist entweder der Boshaftigkeit oder der Minderwertigkeit zuzuschreiben.
Diese Art des Schreibens und des Umgangs mit den Menschen ist hier unnötig und unhöflich!
Die Emojis sind meiner Meinung nach der Unfähigkeit zur Artikulation geschuldet,.

murckel624, 18. Mai 2020, um 00:32
zuletzt bearbeitet am 18. Mai 2020, um 00:33

Ein kleiner Garten, züchtig, fein.
Idyllisch kann er nicht mehr sein.
Ein Ast vom Nachbarapfelbaum,
Der ragt zu weit über den Zaun.
Ab jetzt die Schimpftiraden starten,
Ein Kriegs ists wohl, ohne Granaten.

Die Schwiegertochter ist nicht recht,
Ist für den Sohn doch viel zu schlecht.
Bei jedem Feste gibt es Streit,
Es fehlte stets die Herzlichkeit.
Die Enkel sind zu laut geraten,
Ein Kriegs ists wohl, ohne Granaten.

Der Vater, Gott sei ihm doch gnädig,
Vererbte Geld und nicht zu wenig.
Doch teilen müssen es sich drei,
Gerechter wär, es wären zwei.
Der Dritte hat ihn stets verraten,
Ein Kriegs ists wohl, ohne Granaten.

Die Politik spaltet die Leute,
So war es gestern, ist es heute.
Man feierte im schönsten Bunde,
Bis Politik machte die Runde.
Ein jeder will dem andern raten,
Ein Kriegs ists wohl, ohne Granaten.

Die Nachbarschaft ist grauenhaft.
Die Großeltern dahingerafft.
Drei Brüder bis aufs Blut zerstritten.
Ein ganzes Land vom Wahn geritten.
Es brauchte nicht mal die Granaten,

Im Krieg verlieren immer,( Pause) die Soldaten.

Husumer, 18. Mai 2020, um 06:52

Deutschstunde 2019

Vom Schmerz zutiefst verletzt,
Von Sehnsucht nur gehetzt,
Von Mephisto gelockt,
In Einsamkeit er hockt.
Im Kindheitstrauma erstarrt,
Mit Alkohol sich gepaart.
Höchste Höhen des Wahnsinns erklommen,
Von Erfolgen ganz benommen,
Zum Tyrannen gar verkommen.
Worte der Güte wurden nicht mehr vernommen.
Bei Verpflichtungen aller Art ,
Mit Unredlichkeit nicht gespart.
Dem guten Ruf und dem Erfolge sich verdingt,
Der Schwefel bereits zum Himmel stinkt.
Mephisto triumphiert,
Härte und Haß nun regiert.
Illusionen ohne Ende,
Dass sich Alles schon zum Guten wende.
Erst im Alter ganz zum Schluss,
Er erkennen muss,
Kapitulation ist angesagt,
Wenn uns Mephisto plagt.
Wer durch die Hölle geht,
Für den ist es fast zu spät.
Muss verdammt schnell laufen,
Um nicht im Tränenmeer zu ersaufen.
Wer sie dann verlässt,
Ist total durchnässt,
Von all der Schinderei und dem Rennen,
Um nicht zu verbrennen,
Ihr zu entkommen,
Noch leicht benommen,
Worte der Liebe ganz klar vernommen.
Was ist geblieben von der Erfolgs-Illusion,
Und des Mephistos Orchestrion?
Nur Schall und Rauch,
Und ein Unwohlsein tief im Bauch.

Husumer, 18. Mai 2020, um 06:54

All in vain

Oh God in heaven, help me please.
I am so very poor.
It's autumn.
I begin to freeze.
Just like a poor old whore.

I'm standing in the street all day.
I'm standing there all night.
Men look and laugh and go away.
They laugh with all their might.

The younger fellows lie in bed
with them. There is no harm.
I stand outside.
I'm nearly dead.
With frozen leg and arm.

I cannot even feel my feet.
I cannot feel my hands.
All night and day I'm in the street
beside an ugly fence.

I have to stay.
I cannot move.
It's cold.
It starts to rain.

In rattling beds the young guys groove.

Please help!
I am not waterproof!
I'm nothing but a paltry poof!,
I cry.

But all in vain.

© Andreas Kley, 2016
Aus der Sammlung Rule Britannia

Husumer, 19. Mai 2020, um 08:16

Virus medicatus

Wenn Vorsicht, Vernunft und Ängste sich mischen,
wenn alte Klarheiten sich zunehmend verwischen,
wenn Abstände wachsen und Freiheiten abnehmen,
dann fängt man an, sich nach dem Gewohnten zu sehnen

Wenn der Mensch nicht mehr kann und die Natur sich erholt,
wenn wir Grenzen erfahren und das Gefühl von 'bedroht',
wenn alles ruft nach dem Status ante quo,
dann wird es Zeit für ein Nicht-mehr-weiter-so!

Wenn das Alte sich auflöst, Prioritäten sich verschieben,
wenn es scheint, als wolle das Schicksal uns sieben
wenn Sicherheiten verschwinden, man sich fühlt wie verlor'n:
dann wird etwas Neues in uns allen gebor'n

© Jürgen Wagner, 2020
Aus der Sammlung Gesellschaftliches

Husumer, 19. Mai 2020, um 08:20
zuletzt bearbeitet am 19. Mai 2020, um 08:36

Alltagstrott

Müde bin ich von des Tages Last,
von der Resignation fast schon geschaßt.
Doch tief, ganz tief in mir drin,
weiß ich, es hat seinen Sinn.

Ist mir heut auch noch nicht klar,
zu was gut der Wahnsinn war.
Morgen schon vielleicht, mit neuer Kraft,
wird über einen Anfang nachgedacht.

Ein neues Ziel wird es sein,
wohl nicht sehr groß, eher klein.
Doch das wird dann angepackt mit frischem Mut,
und irgendwie wird es dann wieder gut.

So gehts Tag aus und Tag ein,
ein ewiger Kreislauf scheints zu sein.
Und ich lauf dann wieder mit,
angefangen mit den ersten Schritt.
-------
Wie dankbar bin ich nach langer Zeit wieder den ganz normalen Wahnsinn erleben zu dürfen.

Husumer, 19. Mai 2020, um 08:23

Rückblick

Könnt’ ich weiter träumen
Meinen Kindertraum,
Unter grünen Bäumen,
Dort am Waldessaum,

Wo auf Ast und Zweigen,
Hüpfend hin und her,
Vögel ihren Reigen
Singen inhaltschwer.’ —

O, ich fühl’s, ich sänge
Heut’ ein Liedchen fein,
Das zu Herzen dränge
selbst dem Vögelein.

Heinrich August Hagedorn

Husumer, 19. Mai 2020, um 08:43

Alltag

Auch dunkle Tage hat Gott gemacht,
immer Sonne täte nicht gut.
Mitten im Tag wird´s manchmal Nacht,
doch seine Nähe gibt Mut.

Vielleicht kann ich ein Licht anzünden,
dem, der grad im Dunkeln sitzt.
Schweigend mich mit ihm verbünden,
damit ein Hoffnungsstrahl aufblitzt.
© Irmgard Adomeit, 2011

Husumer, 19. Mai 2020, um 08:48

Der Alltag bringt die Liebe um

Der Alltag bringt die Liebe um,
wenn man sie nicht mehr pflegt,
wenn hektische Betriebsamkeit
sich tief ins Herz Dir legt.

Ein kleines Stündchen dann und wann,
das man sich heimlich schenkt,
hilft schon, erinnert uns daran,
dass jemand an uns denkt.

© Anna Haneken, 2016

Husumer, 20. Mai 2020, um 07:16

K.H. Deschner
Religionskritiker

– Religionen sind Fertighäuser für arme Seelen.
– Es ist bekannt, doch darf daran erinnert werden: Die Freiheit eines Christenmenschen beginnt mit der Zwangstaufe
– Sie verzeihen es mir nie, daß sie so abscheulich sind, wie ich sie geschildert habe.
– Von allen Heiligen mag ich allein die heiligen Kühe; doch die andern Kühe gelten mir genausoviel.
– Theologe – einziger Experte ohne Ahnung von seinem Forschungsobjekt.
– Ein fortschrittlicher Theologe: ein Widerspruch in sich. Wenn ein Theologe fortschreitet, ist er kein Theologe mehr.

JohnJohn, 20. Mai 2020, um 09:12

👍

Husumer, 20. Mai 2020, um 09:57

Der Minister nimmt den Bischof am Arm,
und leise spricht:
" Halt du sie dumm, ich halte sie arm."

Husumer, 20. Mai 2020, um 10:00
zuletzt bearbeitet am 20. Mai 2020, um 10:01

Als ich kürzlich in Deschners Aphorismen blätterte, fiel mein Blick auf den Spruch:
Eine Gesellschaft, die Schlachthäuser und Schlachtfelder verkraftet, ist selber schlachtreif.
Ist das so? Wie dem auch sei, Schlachthäuser und Schlachtfelder haben einen Urheber:
der Mensch, die “ Krone der Schöpfung „.
Wo es aber eine Schöpfung und somit einen Schöpfer gibt, gibt es einen letztlich Verantwortlichen, der auch die eigentliche Schuld für Schlachthäuser und Schlachtfelder trägt.
Dazu fällt mir ein anderes Deschner-Zitat ein:
„Um Gottes Willen!„ – bedeutet das je etwas Gutes?

hb

Husumer, 20. Mai 2020, um 10:04
zuletzt bearbeitet am 20. Mai 2020, um 10:08

K.H.Deschner

Moderne Regierungen brauchen keine Hofnarren mehr.

Regierung Zitat

Demokratie ist die Kunst, dem Volk im Namen des Volkes feierlich das Fell über die Ohren zu ziehn.

Demokratie Zitat

Je größer der Dachschaden, desto schöner der Ausblick zum Himmel.

Bildung Zitat

Die guten Christen sind am gefährlichsten – man verwechselt sie mit dem Christentum.

Christen Zitat

Ich denke, also bin ich kein Christ.

Christen Zitat

Auf hohlen Köpfen ist gut trommeln. Und je hohler ein Kopf, desto voller das Echo.

Bildung Zitat

Wer Weltgeschichte nicht als Kriminalgeschichte schreibt, ist ihr Komplize.

Geschichte Zitat

Husumer, 20. Mai 2020, um 10:11

Mark Twain

„Der Mensch ist ein religiöses Tier.
Er ist das einzige Tier, das seinen Nächsten wie sich selber liebt und,
wenn dessen Theologie nicht stimmt, ihm die Kehle durchschneidet.“

Husumer, 20. Mai 2020, um 10:13

Staatsmännische Kunst ist der weise Einsatz individueller Unzulänglichkeiten für das Gemeinwohl.
(von Abraham Lincoln)

Husumer, 20. Mai 2020, um 10:15

Wenn der Staatsmann zweimal klingelt, ist der Bürger schon umzingelt.

Alegna Lekrem
--------
Ist natürlich Unsinn, es sei denn.....es ist Wahl!

murckel624, 20. Mai 2020, um 10:22
zuletzt bearbeitet am 20. Mai 2020, um 10:22

Glaube und Religion sind unvereinbar, da sie auschliesslich getrennt voneinander gedeien können.

Husumer, 20. Mai 2020, um 10:23

Ein Ausgleich für all die " Bosheiten".

Aktuelles Unser Kloster Klosterbetriebe Te Deum

Heute in Te Deum Mittwoch · 20. Mai 2020

Wenn aber jener kommt,
der Geist der Wahrheit,
wird er euch in aller Wahrheit leiten.
Johannes 16,13a

Bernhardin von Siena (1380 –1444)
verlor früh seine Eltern. Mit 20 Jahren pflegte er aufopferungsvoll Pestkranke und trat dann in den Franziskanerorden ein.
Er lebte das Armutsideal radikaler als seine Mitbrüder und zog zusammen mit anderen von Stadt zu Stadt, wo er gegen Wucher, Gewalttätigkeit und Luxus predigte. Das trug ihm heftige Kritik und Verleumdung bis hin zu Anklagen wegen Häresie ein, die allerdings immer zurückgewiesen wurden.
Als Generalvikar seines Ordens gelang ihm die Einführung und Durchsetzung der strikten Ordensregeln in mehr als 500 Klöstern (»braune Franziskaner«).
Eines seiner besonderen Anliegen war die Verbreitung der Namen-Jesu-Andacht. Sein Wappen war das Monogramm Jesu: IHS.
L: Apg 4,8–12; E: Lk 9,57–62

JohnJohn, 20. Mai 2020, um 11:22

Husumer, abgesehen davon, dass deine religionsfeindlichen einen eigenen Thread wert sind - in dem dann vielleicht sogar diskutiert werden kann, mindestens so niveauvoll wie sonst - finde ich toll, was du zu diesem Thema zusammen trägst.

Wenn dies jemand anders sieht, was zu erwarten ist, wäre der Anfang für die Diskussion da und es wäre dann sicher günstig, einen neuen Fred anzufangen.

Husumer, 20. Mai 2020, um 11:55

Jeden Tag ein bisschen Literatur, K.H.Deschner's bissige Aphorismen kenne ich schon sehr lange.
Mein Freund Klaus schenkte sie mir.

Mir gefällt die eine Seite der Satire bis hin zum Sarkasmus,...
Mir gefällt aber auch die andere Seite der Liebe und des Miteinanders.

Wobei für mich Satire und Sarkasmus nur Unterhaltungswert haben, und meiner Meinung nach für ein gutes Leben nicht taugen.

Religionsfreiheit und Religiosität sind unbedingt nötig.
Immanuel Kant sagte dazu: "Lasst uns so leben, als gäbe es einen Gott. "
Wie kann ich kleiner Geist mich dem verschließen?

JohnJohn, 20. Mai 2020, um 12:13

Ich kopiere: kann man kant als atheisten bezeichnen?dieser frage ging ich nach und habe in "weisheit der welt" (natzmer,
safari-verlag) folgendes gefunden:"die gebote der moral sind also für kant nicht von der religion gesetzt,sondern die moral begründet die religion. das sittengesetz gilt nicht
deshalb, weil es von gott gegeben wurde, sondern wir nennen es göttlich,weil es ein ewiges vernunftgesetz ist. so erscheint die religion
gleichsam als populäre einkleidung des sittengesetzes."kann man jemanden, der ja, wie oben, gott nicht als denkende instanz,
sondern als ein geschaffenes gesetz anschaut nicht atheist nennen,
zumindest ist es nicht tiefgläubig im kirchlichen sinne.

Mein Kommentar:
1. Kant ist Atheist.
2. Er ist der Meinung, dass man mit Glauben besser leben kann als ohne.
3. Kant ist ohne Zweifel ein großer Geist.
4. Viele große und kleine Geister schließen sich seinen Gedanken an, aber ebenso große und kleine Geister haben mindestens in Teilen gegensätzliche Gedanken.

Husumer, wenn wir beide nun davon ausgehen, dass wir kleine Geister sind, so ist es doch durchaus natürlich, dass wir uns unterschiedlich für oder gegen Kant bekennen.
Du bist wohl hinsichtlich des gesamten Satzes oben für ihn, ich nur hinsichtlich der Feststellung, dass es für Kant KEINEN GOTT GIBT.

Ist es wirklich gut für uns, so zu tun, als gäbe es ihn? Ich meine: NEIN!

Husumer, 20. Mai 2020, um 12:24

John, ich muss gleich los, aber ich möchte es so ausdrücken:
Der Streit um Begrifflichkeiten ist so alt wie die Menschheit.
Ich kann mich nur wiederholen, im Dom zu Worms steht geschrieben in einer Andachtsnische:

Wer die Wahrheit sucht, sucht Gott.
Ob er nun will oder nicht.

Edith Stein

Ist die Natur nicht Wahrheit,
ist Spiritualität nicht Wahrheit,
ist Leben und Tod nicht auch Wahrheit?

Entscheidend ist die Einstellung des Einzelnen.

Cubb

Husumer, 20. Mai 2020, um 18:48
zuletzt bearbeitet am 20. Mai 2020, um 18:50

„Meine Skepsis bewahrt mich davor,
Fanatiker zu werden wovor noch kein Glaube geschützt hat.“
K.H.Deschner

Husumer, 20. Mai 2020, um 18:50

„Aufklärung ist Ärgernis,
wer die Welt erhellt,
macht ihren Dreck deutlicher.“

K.H.Deschner

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